Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni-Satellit UWE-1 umkreist den Globus

31.10.2005


UWE-1 hat seine Umlaufbahn um die Erde wohlbehalten erreicht.


Vor dem Start: Hier wurde UWE-1 auf seine Starttauglichkeit geprüft, und zwar bei einem Vibrationstest auf einem so genannten Shaker. Bei diesem Test wurden die Beschleunigungen eines simulierten Raketenstarts in alle drei Achsen gemessen. Foto: Uni Würzburg



Der erste deutsche Pico-Satellit, gebaut an der Uni Würzburg, wurde am Donnerstag, 27. Oktober, um 8.50 Uhr vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk aus ins All geschossen - zusammen mit weiteren Satelliten auf einer Kosmos-Trägerrakete. Schon kurz nach 12.00 Uhr gelang dann der Bodenkontrollstation im Institut für Informatik am Hubland die erste Kommunikation mit dem Satelliten. Sie bestätigte, dass der Satellit wohlbehalten im Orbit angekommen ist und plangemäß funktioniert.



In Plesetsk legte die Mission einen "richtigen Bilderbuchstart" hin, so Professor Klaus Schilling. An seinem Lehrstuhl für Technische Informatik (Robotik und Telematik) wurde UWE-1 in nur eineinhalb Jahren konzipiert und gebaut. Daran wirkten seit Ende 2003 in Würzburg unter anderem Studierende aus Deutschland, Kanada, Indonesien, Japan, Rumänien und Indien mit. Im Sommer 2005 wurde der Kleinstsatellit dann an seinen Startplatz nach Russland gebracht.

Schilling beobachtete das Abheben der Rakete in Darmstadt bei der ESA, der European Space Agency. Eine Live-Übertragung des Starts war aber auch in der Robotik-Halle seines Lehrstuhls am Hubland zu sehen, wo sich schon am frühen Morgen viele Zuschauer und Gäste eingefunden hatten, darunter auch Unipräsident Axel Haase.

UWE-1, der "Universität Würzburg Experimentalsatellit", hat die Form eines Würfels mit zehn Zentimetern Kantenlänge und wiegt nur ein Kilogramm. Er ist aber trotzdem ein kompletter Satellit - modernste Mikrotechnologie macht’s möglich. Derart kleine Satelliten bezeichnet man als Pico-Satelliten.

Mit Hilfe von UWE wollen die Wissenschaftler die Methoden der Datenübertragung im Internet für Weltraumbedingungen fit machen. Auf der Erde funktioniert der Transport von Daten im WWW sehr zuverlässig, doch im Weltraum treten Verzögerungen und Störungen auf. Darum gilt es, die gängigen Internet-Protokolle an diese erschwerten Bedingungen anzupassen.

Außerdem soll UWE vernünftig ins Erdnetz eingebunden werden. Darum ist die Würzburger Bodenkontrollstation über Internet mit weiteren Empfangsantennen in Stanford (USA) und Tokio vernetzt. Dadurch verlängert sich auch die Zeit, in der die Wissenschaftler Kontakt zu ihrem Satelliten haben. Denn UWE benötigt etwa 90 Minuten für eine Erdumkreisung. Etwa drei Mal pro Tag fliegt er über Würzburg, und dann können die Informatiker durchschnittlich zehn Minuten lang auf direktem Weg Daten empfangen und Steuerbefehle senden.

UWE-1 hat noch einen weiteren Auftrag: Er trägt hoch effiziente Solarzellen, deren Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit im Orbit untersucht werden sollen. Die Umlaufbahn des Würzburger Satelliten liegt in etwa 800 Kilometern Höhe. Wenn alles glatt geht, kann UWE dort drei bis fünf Jahre lang funktionsfähig bleiben, schätzen die Informatiker. Dann wird er in die Erdatmosphäre eintauchen und darin verglühen. Aber bis dahin dreht hoffentlich schon UWE-2 seine Runden um die Erde.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Klaus Schilling,
T (0931) 888-6647,
E-Mail:schilling@informatik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Bodenkontrollstation Satellit UWE UWE-1 Uni-Satellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise