Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Realtime Remote Desktop - Graphik übertragen mit Qualität

12.10.2005


Fraunhofer IGD entwickelt Tool zur Echtzeit-Übertragung graphischer Bildschirminhalte / Erste Testversion jetzt verfügbar


Bei größeren Projekten arbeiten die Mitglieder eines Teams heute oft von unterschiedlichen Standorten aus zusammen. In einem solchen Fall ist für ein professionelles Projektmanagement der regelmäßige Austausch von Dokumenten, Entwicklungsergebnissen oder Demonstrationsmodellen unerlässlich, aber gleichzeitig besonders aufwändig. Mit dem vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt entwickelten Werkzeug Realtime Remote Desktop, kurz RRD, ist der Austausch beliebiger - auch graphischer - Daten und Anwendungen jetzt auch mit entfernten Projektpartnern problemlos möglich. Der Realtime Remote Desktop überträgt Dokumente, Graphiken und Anwendungen in Echtzeit von einem Quell- auf einen Zielrechner. Dafür erfasst die RRD-Software die Bildschirmdaten kontinuierlich, kodiert sie und sendet sie an den Zielcomputer, wo sie entschlüsselt und angezeigt werden. Bei einer Bildschirmauflösung von 1024 x 768 kann dies mit einer Bildrate von rund 20 Bildern pro Sekunde geschehen. Die zu übertragenden Bildschirminhalte können von Office-Paketen, CAD-Anwendungen oder Visualisierungssystemen stammen. Diese müssen für die Übertragung der Bildschirminhalte auf andere Rechner nicht verändert werden. Der Realtime Remote Desktop läuft problemlos auf allen handelsüblichen PCs und Microsoft-Betriebssystemen, zusätzliche Hardware ist nicht notwendig. Die RRD-Software ist nicht auf Anwendungen beschränkt, die auf OpenGL basieren, sondern unterstützt auch graphische Anwendungen, die Direct3D nutzen. Der Realtime Remote Desktop zeichnet sich durch eine Übertragungsgeschwindigkeit aus, an die keine bisher auf dem Markt verfügbare Software heranreicht. Dabei liefert der RRD eine außergewöhnliche Bildqualität mit hoher Bildfrequenz bei vergleichsweise geringer Netzlast.

Schon vor Jahren wurden Softwarelösungen eingeführt, mit denen an unterschiedlichen Standorten gemeinsam Dokumente am Computer betrachtet oder Anwendungen auf entfernten Rechnern bedient werden konnten. Keine dieser Lösungen reichte jedoch bisher für graphikintensive Anwendungen aus. Viele waren und sind noch immer nicht universell einsetzbar. So übertragen sie zum Beispiel Graphikfenster entweder gar nicht, oder nur solche, in denen eine OpenGL-Anwendung ausgeführt wird. Und da sie die Bilder nur in geringer Qualität und Geschwindigkeit senden, sind sie auch für das rechner-gestützte kooperative Arbeiten, beispielsweise in Architektur- und Ingenieurbüros, ungeeignet. Gerade diese müssen jedoch oft aufwändige dreidimensionale Modelle übertragen und benötigen deshalb eine Software, die eine hohe Bildqualität ermöglicht. Sitzt etwa das beauftragende Unternehmen in Frankfurt, die Partner aber in Berlin oder sogar im Ausland, so verschlingen nicht nur die Fahrtkosten einen großen Anteil des Budgets, auch der Arbeitszeitausfall ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Schlimmer noch wiegen Fehler, die durch mangelnde Kommunikation erst spät erkannt werden. Der Realtime Remote Desktop kann daher eine enorme Kostenersparnis mit sich bringen, denn der Abstimmungsprozess lässt sich dank des RRD wesentlich verkürzen.


Und nicht nur Architekturbüros können von der Nutzung des RRD profitieren. Auch in anderen visualisierungsintensiven Branchen, wie beispielsweise der Öl- und Gasindustrie, dem Automobil-Bereich oder der chemischen und pharmazeutischen Industrie ist die Anwendung denkbar. Der Realtime Remote Desktop, der auch für Office-Anwendungen eingesetzt werden kann, ermöglicht zum Beispiel das Training von Nutzern an verteilten Standorten oder unterstützt Helpdesks bei der Lösung von Problemen räumlich entfernter Benutzer. Auch eine Übertragung von Videobildern - sind diese erst einmal auf dem Bildschirm - kann mit RRD erfolgen.

Eine Testversion des Realtime Remote Desktop sowie weiterführende Informationen zu den Lizensierungsbedingungen erhalten Sie bei

Dr. André Stork
Fraunhofer IGD Darmstadt
Telefon: +49 ( 0) 6151 / 155-469
Telefax: +49 ( 0) 6151 / 155-299
E-Mail: andre.stork@igd.fraunhofer.de

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.igd.fhg.de/igd-a2/corecap/index.html

Weitere Berichte zu: Desktop Graphische Datenverarbeitung RRD Realtime Remote

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie