Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Boarden mit biometrischen Daten

11.10.2005


Lufthansa Systems und Bundesdruckerei stellen mit "SecBoard" eine Lösung zur sicheren Identitätskontrolle von Flugreisenden vor


Zum ersten Mal stellen zwei deutsche Firmen eine in den Passagierabfertigungsprozess integrierte biometrie-gestützte Lösung zur Identifizierung von Fluggästen vor. Der IT-Dienstleister Lufthansa Systems und die Bundesdruckerei zeigen vom 11.-14. Oktober auf der Fachmesse "InterAirport" in München die Boarding-Lösung "SecBoard". Biometrie-gestützte Identitätskontrollen der Fluggäste vor dem Betreten des Flugzeugs werden nach Ansicht von Fachleuten für die künftige Sicherheit des Flugverkehrs unverzichtbar sein. Außerdem ist es erklärtes Ziel, mit diesem System das Reisen für die Fluggäste komfortabler als bisher zu gestalten.

"SecBoard" besteht aus zwei Teilen:


In einer Registrier-Station (Enrollment) werden die Fingerabdrücke des Passagiers erfasst, digitalisiert und auf eine Smartcard übertragen. Diese Karte muss nur einmal ausgestellt werden und ist bei jedem künftigen Flug wieder verwendbar. Außerdem wird die Karte mit einem Foto des Fluggastes, seinen Daten und einer Seriennummer ausgestattet. Beim Check-in wird die Seriennummer mit der Buchung verknüpft. Zweiter Teil des Systems ist die Boarding-Station zwischen Check-in und Flugzeug. Hier gibt der Passagier seinen "Live-Fingerabdruck" ab, der dann mit den auf der Karte gespeicherten Fingerbild-Daten abgeglichen wird. Stimmen die Daten überein, darf der Fluggast das Flugzeug betreten. Auf diese Weise gewährleistet "SecBoard", dass tatsächlich nur der eingecheckte Passagier an Bord gehen kann.

Das digital gespeicherte Fingerbild ist nicht nur personengebunden, sondern auch gegen Fälschungen geschützt, und die Daten können nicht ausspioniert werden. Denn die Daten werden mit dem so genannten Basic Access Control-Verfahren gesichert, welches auch beim neuen deutschen elektronischen Reisepass eingesetzt wird.

"Das Know-how der Bundesdruckerei und unsere langjährige Erfahrung in den Passagierprozessen am Flughafen führen hier zu einer zukunftsweisenden Lösung, die sowohl der Sicherheit als auch dem Komfort der Flugreisenden dient", so Dr. Gunter Küchler, Geschäftsführer der Lufthansa Systems Group und ergänzt: "Mit "SecBoard" zeichnet sich Lufthansa Systems auch auf dem Gebiet der Identitätskontrolle als globaler IT-Dienstleister für die Luftverkehrs-Industrie aus."

Auch Ulrich Hamann, Sprecher der Geschäftsführung der Bundesdruckerei, sieht eine große Chance in dem gemeinsamen Projekt: "Die Zusammenarbeit mit Lufthansa Systems ist für uns wichtig und wertvoll, weil wir dadurch zeigen können, dass unsere elektronischen Identifikationssysteme zum Beispiel für das Anwendungsfeld "Sicherheit im Luftverkehr" anpassbar und bedarfsgerecht erweiterbar sind. Zudem sind sie auch technisch kompatibel zum ePass-System." Die Bundesdruckerei liefert für "SecBoard" die Biometrie- und Dokumenten-Kompetenz und ist für die Erfassung und Digitalisierung der Fingerabdrücke verantwortlich. Lufthansa Systems integriert das Lesen und Prüfen der biometrischen Daten auf der Smartcard in das Passagiersystem, das alle Prozesse von der Ausstellung des Tickets über Check-in und Gepäck-Management bis zum Boarding umfasst. Wer sich auf der InterAirport überzeugen will, wie "SecBoard" funktioniert, lässt seine Daten auf dem Stand der Bundesdruckerei erfassen, erhält seine Smartcard und erlebt wenige Schritte weiter auf dem Stand von Lufthansa System das biometrie-gestützte Boarding für einen virtuellen Flug.

Die Rolle der Identitätsprüfung von Flugreisenden wird bei den Bemühungen um die Sicherheit des Luftverkehrs in Zukunft noch eine größere Rolle spielen als bisher. Denn Passagiere, die mit elektronischem Ticket reisen und über das Internet eingecheckt haben, können bei Reisen im Schengen-Bereich ohne persönlichen Kontakt mit den Angestellten einer Airline zum Abfluggate gelangen. Aber die manuellen Überprüfungen der Identität am Gate sind heute zeit- und personalaufwändig. Daher fokussiert sich die von Lufthansa Systems und der Bundesdruckerei entwickelte Identitätskontrolle auf den Boarding-Vorgang: Mit Hilfe der biometrischen Daten auf der Smartcard wird gewährleistet, dass eingecheckter und boardender Passagier identisch sind. Dies schließt eine Lücke gegenüber den heutigen Verfahren.

Die biometrische Erkennung des Fingerabdruckes wird von Fluggesellschaften und Flughäfen derzeit gegenüber anderen Technologien zur Feststellung von originären Merkmalen einer Person favorisiert. Sie spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Einführung von "Trusted Passenger"-Programmen. Passagiere, die mit einer elektronisch lesbaren Identitätskarte mit biometrischen Daten reisen, werden künftig gegenüber herkömmlich Reisenden wahrscheinlich leichter und schneller durch die Sicherheitskontrollen am Airport kommen.

Anmerkung für die Redaktion:

Lufthansa Systems ist einer der weltweit führenden IT-Dienstleister für die Airline- und Aviation-Branche. Als Systemintegrator deckt die 100%-ige Tochter des Lufthansa- Konzerns das gesamte Spektrum an IT-Leistungen ab - von der Beratung über Entwicklung und Implementierung bis zum Betrieb. Im Bereich IT-Infrastruktur und -Betrieb bietet Lufthansa Systems ihre Leistungen branchenübergreifend an. Das global operierende Unternehmen mit Sitz in Kelsterbach bei Frankfurt/Main ist mit mehreren Standorten in Deutschland präsent, hat Auslandsniederlassungen in 17 Ländern und beschäftigt weltweit rund 4.500 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2004 erzielte Lufthansa Systems einen Umsatz von 628 Millionen Euro. Weitere Einzelheiten auf www.LHsystems.com.

Die Bundesdruckerei GmbH, Berlin, produziert und liefert Personaldokumente und Hochsicherheitskarten sowie elektronische Publikationen für das In- und Ausland. Außerdem ist sie Anbieter von Sicherheitssystemen zur Unterstützung von Passagierabfertigungsprozessen. Dazu zählen biometrische Kontrollsysteme für Passagiere und Mitarbeiter sowie Dokumentenprüfsysteme. Darüber hinaus bietet sie sichere Systemlösungen und Dienstleistungen für Identifikation und Zugangsschutz. Mit ihren Tochterunternehmen, u. a. BIS Bundesdruckerei International Services GmbH, D-TRUST GmbH, Security Printing and Systems Limited, iNCO Sp.z o.o., beschäftigt die Bundesdruckerei circa 1.600 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von 262 Millionen Euro. Weitere Informationen unter www.bundesdruckerei.de.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Lufthansa Systems Group GmbH
Sandra Hammer
Corporate Communications
Tel.: +49 (0)69 696 90776
Fax: +49 (0)69 696 90777
E-mail: publicrelations@LHsystems.com

Bundesdruckerei GmbH
Iris Köpke
Oranienstrasse 91
10958 Berlin
Tel: + 49 (0) 30-25 98-28 09
Fax: + 49 (0) 30-25 98-28 08
E-Mail: presse@bdr.de

Sandra Hammer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bundesdruckerei.de
http://www.LHsystems.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze
25.05.2018 | Universität Ulm

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics