Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens nutzt Potsdamer Hochsicherheits-Schleuse fürs Internet

16.09.2005


Zuverlässigerer Schutz gegen Online-Attacken auf Rechner als durch Firewalls



Zum Schutz von Militär-Computern und anderen sensiblen Rechnern im Internet wird die Siemens Schweiz AG künftig die neu entwickelte Hochsicherheits-Schleuse "Lock-Keeper" einsetzen. Mit ihr könnten Server in offenen Netzen "hundert Prozent zuverlässig gegen Online-Attacken, zum Beispiel von Hackern oder Terroristen" abgesichert werden, teilte der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts, Professor Christoph Meinel (51), mit. Der Wissenschaftler, der den patentierten "Lock-Keeper" erfunden hat, schloss ein exklusives Lizenz- und Know-how-Nutzungsabkommen mit der Siemens Schweiz AG. Kunden deren Geschäftsbereichs "Civil and National Security" sind u. a. Militär, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Werkschutz-Einrichtungen.



"Aus Angst vor einem Ausspähen von sicherheitskritischen Informationen wurden Rechner mit besonders vertraulichen Daten bislang meistens nicht ans Internet angeschlossen", erklärte Professor Meinel. Würden die Server aber mit dem Lock-Keeper geschützt, sei dies möglich. Dann entfalle der oft zeit- und kostenaufwändige Datentransport über Speichermedien. Das künftig von der Siemens Schweiz AG vermarktete neue Produkt ist nicht nur für Behörden, sondern auch für Wirtschaftsunternehmen geeignet. So interessieren sich zum Beispiel Finanzdienstleister, die sehr hohe Sicherheitsanforderungen haben, für den Lock-Keeper aus Potsdam. Er schützt firmeninterne Computer im Internet sicherer vor unberechtigten externen Zugriffen als so genannte "Firewalls". Online-Attacken vereitelt der Lock-Keeper dadurch wirksam, dass er niemals eine direkte physikalische Verbindung des eigenen Computer-Netzwerkes mit dem Internet zulässt.

"Firewalls trennen das interne Rechnernetz ja nicht von der Außenwelt, sondern analysieren und filtern lediglich die übermittelten Datenpakete", betont Professor Meinel. Deshalb sei es nicht auszuschließen, dass durch Softwarefehler, mangelnde Kenntnisse des Bedienungspersonals oder fehlerhafte Konfiguration die Firewalls in ihrer Schutzfunktion eingeschränkt oder sogar außer Kraft gesetzt werden. Das neu entwickelte System sorgt hingegen dafür, dass die zwischen einem Intranet und dem Internet übermittelten Daten eine Schleuse passieren müssen. Je nach Zustand der "Tore" findet der Informationsaustausch nur jeweils mit einem der beiden angeschlossenen Netze statt. Das wird physikalisch sichergestellt. Während des Aufenthalts in der Lock-Keeper-Schleuse können die Daten je nach den speziellen Erfordernissen sicherheitsüberprüft werden.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi.uni-potsdam.de/
http://www.siemens.ch

Weitere Berichte zu: Hochsicherheits-Schleuse Lock-Keeper Online-Attacke Rechner Server

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise