Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Paradigmen zur virtuellen muskuloskeletalen Bildverarbeitung

29.08.2005


Bei der Darstellung von Bildern der funktionellen Anatomie des Menschen stehen Physiker, Pathologen und biomedizinische Techniker oftmals dem Problem der Visualisierung gegenüber. Sie müssen die dreidimensionalen Aspekte des menschlichen Körpers wie muskuloskeletale Strukturen auf einem zweidimensionalen Bildschirm aussagekräftig präsentieren. Akademiker und private Unternehmen in Italien, Belgien, Frankreich und Großbritannien, die gemeinsam an einem EU-finanzierten Projekt arbeiten, entwickelten ein Software-Archiv, dass dieses Bedürfnis erfüllt.


Innerhalb des Projekts wurde ein Software-Rahmen zur schnellen Entwicklung computergestützter medizinischer Anwendungen erstellt. Dieser ermöglicht die Visualisierung und Bearbeitung anatomischer Objekte und Bilder auf eine Weise, die biomedizinischen Experten bereits durch frühere Erfahrungen mit anderen Anwendungen vertraut ist.

Der vom Projektteam entwickelte Multimod Application Framework liefert ein Software-Archiv mit allen Diensten und Elementen, die zur Erzeugung kompletter medizinischer Bildverarbeitungsanwendungen erforderlich sind. Der Rahmen besteht aus drei Modulen, einschließlich eines Multimod Storage Creator zur Speicherung der medizinischen Daten. Der Multimod Foundation Layer besteht aus Softwareelementen zur Visualisierung und Bearbeitung dieser Daten, wohingegen der Low Abstraction Layer diese zur Entwicklung von Anwendungen kombinieren kann.


Beim Multimod Storage Creator handelt es sich um eine Softwareanwendung, die biomedizinische Daten in ihrem ursprünglichen Format einliest und den Speicherplatz verwaltet. Die Anwendung speichert die Daten zusammen mit Texten, die zur Nutzung der Daten erforderlich sind, in einem hierarchischen, erweiterbaren Speicherraum sowie in einem Format, das problemlos in medizinische Anwendungen importiert werden kann.

Der Multimod Foundation Layer ist ein tragbares Software-Archiv, das alle Softwaremodule oder -klassen liefert, die zum Zugang zu den Daten im Speicherraum und zur Verwaltung derselben benötigt werden. Er umfasst ein dreidimensionales Computergrafik- und -visualisierungsarchiv namens Visualisation Toolkit (VTK), neue hochleistungsfähige Visualisierungsklassen sowie Archive zur Entdeckung von Kollisionen und zur Verwaltung des Speicherformats.

Das VTK umfasst ein neues Datenformat mit dem Namen Virtual Medical Entity (VME), mit dem Datenobjekte gesammelt und anhand einer vordefinierten Struktur organisiert werden können. Die Position und die Ausrichtung aller Objekte werden in Bezug auf ein globales Referenzsystem definiert, mit dem Fälle bearbeitet werden können, in denen sich die Form eines Objektes im Laufe der Zeit ändern kann.

Das Projektteam strebt die Zusammenarbeit mit großen Unternehmen, mit Experten im Bereich Gesundheitswesen, die sich für die Produktion spezieller Anwendungen interessieren, oder mit Biotechnikern an, die Forschung zur computergestützten Medizin betreiben wollen. Es können auch preisgünstige akademische Lizenzen für die Software in Erwägung gezogen werden.

Cinzia Zannoni | ctm
Weitere Informationen:
http://www.cineca.it/

Weitere Berichte zu: Layer Multimod Software-Archiv Visualisierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie