Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesweites Zentrum für Forschungsinformation in Oldenburg

18.08.2005


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet ein "Leistungszentrum für Forschungsinformation" in Oldenburg ein. Das Zentrum am Informatikinstitut OFFIS beschäftigt sich mit der Frage, wie elektronische Lernmaterialien, Musikdateien, Grafiken und andere nicht auf Text basierende Dokumente in wissenschaftlichen Bibliotheken verarbeitet werden können und nicht "für alle Zeit" verloren gehen.



Jedes Jahr entstehen weltweit mehr als eine Milliarde Gigabyte an Informationen, von denen gerade einmal 0,003% gedruckt werden. Der Löwenanteil dieser Informationen besteht aus Bildern, Animationen, Filmen, Ton, Grafiken und anderen multimedialen Daten. Da diese Daten nur noch elektronisch vorliegen, stehen die Bibliotheken vor einer neuen Herausforderung. Sie sind heute zwar in der Regel hervorragend auf die Verarbeitung von Texten eingestellt - allerdings noch zu selten auf eine effiziente Verarbeitung elektronischer Dokumente. Deshalb besteht die Gefahr, dass viele multimediale Informationen wie Grafiken und elektronische Lernmaterialien nicht mehr angemessen von Bibliotheken verarbeitet werden können. Sie sind unter anderem für Lehre und Forschung nicht verfügbar und können "für alle Zeit" verloren gehen.



Aus diesem Grund erarbeitete das Oldenburger Informatikinstitut OFFIS zusammen mit den Universitäten Braunschweig und Bonn, der Technischen Informationsbibliothek Hannover und der Bayerischen Staatsbibliothek ein Konzept zum Aufbau eines Leistungszentrums für Forschungsinformationen. Der Entwurf wurde im Jahr 2004 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorgestellt. Das mit "Probado" betitelte Konzept überzeugte die DFG so, dass sie dem Konsortium unter der Federführung von OFFIS jetzt den Zuschlag erteilte.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln innerhalb der nächsten fünf Jahre im Leistungszentrum Werkzeuge und Systeme sowie Verfahren und Abläufe, die es wissenschaftlichen Bibliotheken erlauben, mit nicht textuellen Dokumenten genau so selbstverständlich umzugehen wie heute mit Büchern oder Zeitschriften. In der ersten Phase werden Musik, 3D-Computergrafiken und multimediale Lernmaterialien berücksichtigt. Später sollen weitere Dokumententypen hinzukommen, beispielsweise Bilder oder Filme.

Die DFG fördert mit der Einrichtung von Leistungszentren beispielgebende, neuartige Konzepte des wissenschaftlichen Informationsmanagements. Derzeit werden bundesweit 12 Leistungszentren gefördert. Mit "Probado" konnte nun schon das zweite DFG-Leistungszentrum nach Oldenburg geholt werden. Bereits seit einem Jahr besteht in der Universität Oldenburg ein Zentrum zur Einführung eines integrierten Informationsmanagements. Oldenburg ist derzeit der einzige Standort, der zwei solcher Zentren vorweisen kann.

Für Prof. Dr. Hans-Jürgen Appelrath, wissenschaftlicher Leiter des neuen Leistungszentrums "Probado", ist die Bewilligung somit "ein toller Erfolg und ein hohes Lob aus berufenem Munde". Er freut sich besonders, dass "damit einmal mehr die Spitzenleistungen der Oldenburger Informatik auch bundesweit wahrgenommen und bestätigt werden."

OFFIS übernimmt die Koordination des Leistungszentrums und trägt die fachliche Verantwortung für den Bereich multimedialer Lernmaterialien. Das Institut greift dabei auf langjährige Erfahrungen zurück, die gemeinsam mit der Universität Oldenburg in E-Learning-Projekten gewonnen wurden. Insgesamt 2,5 Millionen Euro stehen für "Probado" zur Verfügung, davon fließen 500.000 Euro an OFFIS.

Ansprechpartner für Rückfragen der Redaktion:
Jochen Meyer, Bereichsleiter Multimedia und Internet-Informationsdienste
Tel. (04 41) 97 22-185, Fax (04 41) 97 22 - 102, E-Mail: meyer@offis.de

Britta Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.offis.de/
http://www.probado.de

Weitere Berichte zu: DFG Forschungsinformation Grafik Leistungszentrum Lernmaterial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise