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Behinderten Menschen einen Anschluss ans Informationszeitalter ermöglichen

08.08.2005


Die Forschungsarbeiten der Londoner City-Universität helfen Menschen, die aufgrund einer Behinderung nicht oder nur erschwert mit gedruckten Materialien arbeiten können, einen gleichwertigen Zugang zu den Vorteilen des Informationszeitalters zu erhalten.



Die Europäische Union betont immer stärker eine soziale Einbindung aller. Gefördert durch das EU-Programm für Technologien der Informationsgesellschaft (IST), zielt das MultiReader-Projekt speziell auf die soziale Einbindung behinderter Menschen. Im Besonderen versuchten die Forscher von MultiReader den Zugang zu elektronisch übermittelten Informationen für Menschen zu verbessern, die aufgrund einer Behinderung beim Umgang mit gedruckten Materialien eingeschränkt sind.



Egal ob blind, taub, legasthenisch oder anderweitig schriftbehindert - der Zugang zu Informationen bildet den Schlüssel für eine aktive Rolle in der Gesellschaft und garantiert eine hohe Lebensqualität. Da Schriftbehinderte von verschiedensten Behinderungsformen betroffen sein können, war es für die City-Universität als MultiReader-Koordinator notwendig, einen behinderungsübergreifenden Ansatz zu verwenden. Im Gegensatz zur Untersuchung nur einer Gruppe stand dabei die Auswahl mehrerer unterschiedlicher Nutzergruppen im Mittelpunkt.

Das Hauptergebnis von MultiReader ist eine Matrix, die die unterschiedlichen Bedürfnisse Behinderter den verschiedenen Medientypen gegenüberstellt, welche zur Informationsvermittlung benutzt werden. Für jede Medienart (z.B. Text-, Audio-, Bild- oder Videodateien) werden die von den Behinderten jeweils genutzten Kommunikationshilfen definiert. Diese Hilfen umfassen Untertitel, Braille-Schrift, Vergrößerungen, Audiokommentar und so weiter. Die Gültigkeit dieser Matrix wurde durch die wirksame Einbeziehung der Nutzergruppen und die Anwendung von Wiederholungsprozessen sichergestellt.

Genutzt werden kann diese Matrix von elektronischen Informationsanbietern der Bereiche Bildung, Unterhaltung, Nachrichten und darüber hinaus. Die Matrix wird dabei deren Verständnis für ihr behindertes Publikum verbessern und ihnen helfen, sich auf die speziellen Bedürfnisse dieser Gruppe einzustellen. Die City-Universität sucht Informationsanbieter mit entsprechender Technologie, um das mit MultiReader erworbene Wissen anzuwenden.

Prof. Helen Petrie | ctm
Weitere Informationen:
http://www.city.ac.uk/

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