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Von der Evaluation zur Prävention

03.08.2005


Mit EPPRO gegen chronische Erkrankungen und hohe Kosten



Mit EPPRO (Evaluationsforschung präventivmedizinischer Programme) stellt die Firma GimTec (Gesellschaft für Informations- und Managementsysteme) in Saarbrücken ihr neuestes Vorhaben in der medizinischen Dokumentation vor. Die Firma GimTec ist ein Spin-Off aus der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW), hat ihren Sitz im Spin-Off-Center der Hochschule und wird von dieser auch in ihrer Pressearbeit unterstützt.



Das vom Saarland unterstützte Projekt mit einem Gesamtvolumen von 100.000 Euro stellt ein Bindeglied zwischen Schul- und Alternativmedizin dar; die Entwicklung im klinischen Bereich läuft bereits seit März 2005.

Hinter EPPRO steckt der Gedanke, durch die Erfassung und Evaluierung von Daten chronischer Krankheitsbilder, zum einen den Weg zwischen Behandlung und Therapie unbürokratischer zu gestalten, zum anderen die gesetzlich festgeschriebene Präventionsarbeit beim Einzelnen und in der Bevölkerung zu leisten. Chronische Erkrankungen sind häufig die Folge ungesunder Lebensweisen, wie Rauchen, Alkohol oder Bewegungsmangel. Sie sorgen für stetig anwachsende Kosten im Gesundheitswesen, die inzwischen einen zweistelligen Prozentsatz erreicht haben.

Die Schulmedizin ist in der Lage, diese Folgeerkrankungen zu behandeln; ihrem Auftrag der Aufklärung zur Vermeidung chronischer Krankheiten kommt sie jedoch nicht nach. Dies liegt u. a. am großen Aufwand zur Erfassung der Daten. Hierfür zeigt sich die noch junge Disziplin der Komplementär- und Alternativmedizin, als verbindendes Element zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin, als alltagstaugliches Konzept. Sie ermöglicht den Aufbau eines lebendigen und flexiblen klinischen Kompetenzzentrums integrativer Medizin, das im Mittelpunkt eines interdisziplinären Netzwerks aus Gesundheitsdienstleistern steht und somit die bestehende Lücke schließt.

Bislang erweist sich die statistische Erfassung und Auswertung von Daten als äußerst kostenintensiv, die Dokumentation ist unvollständig und enthält eine hohe Fehlerquote. Mit EPPRO wird dieser Umstand behoben: "Durch das in EPPRO integrierte Informations- und Managementsystem in Kombination mit der alltäglichen medizinischen Routinedokumentation wird die Evaluation und Analyse von Verfahren erst ermöglicht. Dies spielt in der klinischen Forschung eine bedeutsame Rolle.", beschreibt Patrik Houy, Geschäftsführer von GimTec, das Projekt. "Im Mittelpunkt steht aber die möglichst barrierefreie Kommunikation innerhalb der Klinik. Die elektronische Patientenakte, als Bestandteil von EPPRO, erlaubt einen lückenlosen Dokumentationsverlauf, auf den alle Beteiligten im klinischen System Zugriff haben, aber auch gegenüber den Kostenträgern entsteht eine unmittelbare Transparenz. Notwendige Daten können für eine spätere Auswertung gesammelt, vernetzt und anonymisiert werden." Die umfassende Datenerhebung ist zudem unbedingte Voraussetzung für die Weiterentwicklung präventiver Konzepte zur Vermeidung und Behandlung chronischer Erkrankungen und bewirkt gleichzeitig eine Senkung der Gesamtkosten.

"EPPRO ist ein zukunftsträchtiges Projekt, das auch Anwendung in der Allgemeinmedizin finden wird, da man durch EPPRO in der Lage ist, den Erfolg medizinischer Behandlung zu bewerten und so durch präventive Maßnahmen einen Beitrag zur Kostenreduzierung im Gesundheitswesen zu leisten", so Houy.

Katja Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.gimtec.de

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