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Servicequalität für das mobile Internet

21.07.2005


Mobiltelefone und kabellose bzw. terrestrische Computernetzwerke erfordern eine Software, die bestimmen kann, welche Datenpakete Vorrang haben, und demnach ein klar definiertes Leistungsniveau sowie optimale Servicequalität (Quality of Service - QoS) gewährleistet. Im Rahmen des Projekts Moby Dick stellt man sich neuen Herausforderungen an die QoS. Diese resultieren aus dem Mobilfunk der dritten Generation (3G), für den der Standard des universellen mobilen Telekommunikationssystems (UMTS) und das Internetprotokoll der nächsten Generation, das IPv6, genutzt wird.



Beim gegenwärtigen QoS-Standard handelt es sich um das Modell der Internet Engineering Task Force Working Group (IETFWG). Es existieren verschiedene Modelle für Mobile IPv6 sowie die AAA-Server (Authentifikation, Autorisierung, Abrechnung), die Benutzer identifizieren, mögliche abrufbare Ressourcen und Dienste bestimmen sowie den Überblick über die Zeit und Datenquellen behalten, die für die Gebührenerfassung und Analyse verwendet wurden. Das Team des Moby Dick-Projekts nutzte diese vorhandenen Standards als Ausgangspunkt.

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Ein internationales Forschungsteam hat eine allumfassende Architektur entwickelt, die komplett auf dem Internet-Protokoll der nächsten Generation (IPv6) basiert und sowohl Mobilität als auch QoS- und AAA-Aspekte einbezieht. Im Rahmen des Moby Dick-Projekts werden nahtlose Übergabemechanismen zwischen gleichen und unterschiedlichen Zugangsnetzen wie zum Beispiel UMTS-Mobilfunk, Wireless LAN und Ethernet unterstützt. Außerdem wird die Datenlatenz niedrig gehalten.

Zusätzlich definiert das System eine mobilitätsfähige Endpunkt-QoS-Architektur und erweitert AAA-Mechnismen durch Auditing- und Charging-Funktionen (AAAC). Im Rahmen des Moby Dick-Programms wird die TD/CDMA-Technologie, die man für den UMTS-Mobilfunk nutzt, direkt auf das Internet-Protokoll der nächsten Generation übertragen, und kann sowohl mittels UMTS als auch Wireless oder herkömmlichen LAN abgerufen werden.

Statt des zur Zeit weitgehend verwendeten 2G-Konzepts der Anschlussmobilität wird im Rahmen des Moby Dick-Projekts ein Schritt in Richtung Benutzermobilität gesetzt. Die Privilegien und Rechte eines Benutzers, die sich im Allgemeinen im Vertrag mit dem Anbieter widerspiegeln, werden nicht mehr nur direkt an eine Einheit oder eine SIM-Karte innerhalb des Gerätes gebunden sein. Im Moby Dick-System wird jedem Benutzer - egal, welches Gerät er nutzt - durch ein zentralisiertes Profilmanagement die Möglichkeit gegeben, individuelle Zugangsrechte zu erwerben. Diese Rechte werden in einem Benutzerprofil beschrieben, das im Profilmanagementsystem abgespeichert ist. Die Rechte werden an entsprechende strategische Punkte im Netzwerk übertragen, die die Informationen für die Servicebereitstellung benötigen.

Der als Diameter bezeichnete Rahmen für die Übertragung dieser Profile an den geeigneten Netzwerkknoten wurde in einer Open Source Implementierung erzeugt. Dieser Rahmen wird als Grundlage für zukünftige Standardisierungen genutzt und der IEFT übergeben.

Burkhard Stiller | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ethz.ch

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