Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hier ist gutes Rad preiswert

18.07.2005


Simulationsrechnungen mit finiten Elementen zeigen, welche Kräfte zu welchen Belastungen im Rad führen. Stress & Strength


Räder für Motorräder müssen einiges aushalten. Neuentwicklungen durchlaufen daher strenge Tests. Die Software LBF®.WheelStrength kann auf Basis experimentell ermittelter Daten die Festigkeit und Lebensdauer von Rädern bewerten und optimieren.

... mehr zu:
»Festigkeit »Neuentwicklung »Stress

Das Schönste am Motorradfahren sind die Kurven - oder vielleicht doch die Beschleunigung? Wie auch immer: Bei solchen Manövern wirken auf beide Räder sehr hohe Kräfte. Häufiges Anfahren und Abbremsen, sowie extreme Schräglagen in den Kurven beanspruchen das Material aufs Äußerste. Hersteller müssen daher die Festigkeit der Räder bei jeder Neuentwicklung mit umfassenden Tests nachweisen. Eine Prüfsoftware kann sie dabei unterstützen. Forscher der Stress & Strength GmbH haben gemeinsam mit Kollegen vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt die Software LBF®.WheelStrength weiterentwickelt. Seit vier Jahren ist das Programm für die Simulation mechanischer Beanspruchungen bei Rädern von Pkw, Lkw und Schienenfahrzeugen auf dem Markt. Nun haben die Forscher in Kooperation mit dem Motorradhersteller Aprilia und dem ebenfalls italienischen Radentwickler OZ die Anwendbarkeit auf Räder für Motorräder ausgedehnt. Bei ihnen müssen zusätzlich Belastungen durch Bremsen und Beschleunigen berücksichtigt werden.

"Bisher gab es nur Programme, die einige wenige, mutmaßlich kritische Kriterien überprüften", sagt Oliver Ehl, Geschäftsführer der Stress & Strength. "Dabei können aber die eigentlich wichtigen Bereiche übersehen und andere unnötig überbewertet werden. Das Potenzial etwa von Leichtbauelementen wird dadurch oft nicht voll ausgeschöpft." Für eine realistischere Datenbasis haben die Wissenschaftler daher erstmals systematisch experimentelle Daten gewonnen. Diese zeigen, welche Lasten wirklich auf die Räder wirken und wie häufig diese auftreten. Zusammen mit Festigkeitsdaten der verwendeten Materialien lässt sich nun simulieren, wie die Räder ausgelegt sein müssen, um allen sicherheitsrelevanten Anforderungen zu genügen. "Hersteller können damit ihre Neuentwicklungen am Rechner testen, bevor sie einen recht teuren Prototypen bauen", betont Ehl. "Sie sehen, wo kritische Spannungen im Rad auftreten und können diese Schwachstellen ausmerzen. So verkürzt sich der Entwicklungsprozess um einen oder sogar mehrere Zyklen." Ist der Prototyp gebaut, lässt sich die gleiche Methodik für Testläufe im Prüfstand einsetzen. Mit numerischen Berechnungen schließen Anwender der Software auf erforderliche Festigkeiten für eine Bemessungslebensdauer, die je nach Typ einer Fahrleistung von 50 000 bis 100 000 Kilometern entspricht.


Die Software gibt es als Add-on zu den gängigen Finite Elemente Programmen, die Hersteller bei der Radentwicklung verwenden. In der Basisversion kostet sie derzeit 30 000 Euro.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Oliver Ehl
Telefon: 0 61 51 / 9 67 31-0, Fax: -19
ehl@s-and-s.de

Dipl.-Ing. Rüdiger Heim
Telefon: 0 61 51 / 7 05-2 83, Fax: -2 14
ruediger.heim@lbf.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.s-and-s.de/index1.html
http://www.lbf.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Festigkeit Neuentwicklung Stress

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht CrowdWater: eine App für die Hochwasser-Forschung
18.05.2018 | Universität Zürich

nachricht Hochautomatisiertes Sehen auf dem Prüfstand
17.05.2018 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics