Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effizienzsteigerung und Modernisierung der Verwaltung: E-Government als Schlüssel

06.10.2000


Nur durch E-Government und den breiten Einsatz von Informationstechnologie können Verwaltung und Staat modernisiert werden.

Als "Schlüssel zur Modernisierung von Staat und Verwaltung" haben Dr. Dieter Klumpp, alcatel-SEL-Stiftung und Sprecher des Fachbereichs 1 der Informationstechischen Gesellschaft (ITG) und Prof. Dr. Klaus Lenk, Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), den Einsatz von Informationstechnik in der Verwaltung bezeichnet.

Das von beiden Fachgesellschaften unter der Leitung von Lenk und Klumpp gemeinsam erarbeitete Konzept zeige neue Wege für eine moderne Verwaltung auf, die bereits jetzt realisiert werden könnten, so die Autoren.

Man dürfe die Informationstechnik nicht als Selbstläufer sehen, sondern müsse ihren breiten Einsatz in der Verwaltung vorantreiben, um E-Government verwirklichen zu können, betonten die Leiter des Arbeitskreises.

"E-Government meint mehr als nur reine Internetkontakte zwischen Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung. Es wird in Zukunft um alle wechselseitigen Beziehungen zwischen Bürgern, Wirtschaftsunternehmen, Einrichtungen im Non-Profit-Sektor, Politik, Regierung und Verwaltung gehen. Dies schließt insbesondere auch die Kooperation zwischen den verschiedenen Verwaltungen ein", erläuterte Lenk die Vision seines Arbeitskreises.

Das Memorandum sehe das Internet als Katalysator für eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen, so Lenk: "Der dezentrale Verwaltungsaufbau in Deutschland kann durch E-Government komplett modernisiert werden. Dadurch lässt sich nicht nur mehr Transparenz und Effektivität erreichen; auch die Kosten der öffentlichen Hand könnten so deutlich reduziert werden."

Das Schlagwort Wissensmanagement gelte nicht nur für die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Industrie, so die Autoren. Wissen und Information als die kostbarste Ressource der Zukunft müsse auch im öffentlichen Sektor frei verfügbar und von überall abrufbar sein.

"Es ist deshalb wünschenswert, dass Deutschland nach dem Vorbild des Wissenschaftsnetzes ein Verwaltungsnetz aufbaut, über welches Informationen zu allen Themen der Verwaltung abgerufen werden können. So muss nicht mehr jedes Amt seine eigenen Experten beschäftigen", so Lenk.

Federführend bei der Entwicklung und Implementierung von E-Government in Deutschland müsse die Politik sein. Deshalb stelle der Arbeitskreis folgende Forderungen:

Ø Förderung von Konzepten zu E-Government
Ø Start von Pilotprojekten mit öffentlicher Förderung
Ø Qualifizierungsoffensive für die in der Verwaltung Tätigen
Ø Verbesserung der informationstechnischen Infrastruktur der Verwaltung
Ø Auflegen eines Forschungs- und Entwicklungsprogramms E-Government mit einem Volumen von 300-400 Mio. Euro mit den Inhalten:
§ Beobachtung der Entwicklung von E-Government weltweit (Observation),
§ Sicherung von Erfahrungskapital (Evaluierung)
§ Entwicklung von Referenzmodellen (Gestaltung)
§ Folgen- und Wirkungsforschung

"Nur wenn alle gesellschaftlichen Kräfte gebündelt werden, kann das ehrgeizige Projekt Verwaltungsmodernisierung durch E-Government tatsächlich verwirklicht werden. Ich appelliere deshalb an alle Verantwortlichen, sich dieser Herausforderung zu stellen, um Deutschlands Verwaltung fit für die Zukunft zu machen", betonte Lenk.

Den Text des Memorandums finden Sie zum Herunterladen unter
www.gi-ev.de/informatik/presse/presse_memorandum.pdf.

Cornelia Winter | idw

Weitere Berichte zu: E-Government Effizienzsteigerung Informationstechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften