Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maschinenbau mit virtueller Unterstützung

13.06.2005


Virtuelle Realität ist längst mehr als nur Spielerei: Mit interaktiven, virtuellen Modellen können Ingenieure etwa neu entwickelte Werkzeugmaschinen am Rechner testen. Schwachstellen lassen sich so erheblich preiswerter aufspüren als durch den Bau eines realen Prototyps. Dieses und andere Projekte zum Thema "Virtual Reality und Augmented Reality zum Planen, Testen und Betreiben technischer Systeme" präsentieren Forscher auf den 8. IFF-Wissenschaftstagen vom 22. bis 24. Juni in Magdeburg.


Verkleidungsteile lassen sich von der Vertikaldrehmaschine virtuell ohne weiteres abnehmen. Dann wird gut sichtbar, wie etwa das Endenbearbeitungsmodul ein Gewinde in ein Werkstück schneidet. © Fraunhofer IFF



Aus dem Jahr 1810 stammt Deutschlands älteste erhaltene Drehmaschine. Seitdem haben sich nicht nur Werkzeugmaschinen entscheidend verändert, sondern auch das Vorgehen bei ihrer Entwicklung. Statt Bleistift und Reißbrett nutzen Ingenieure heute Maus und Rechner, um neue Geräte zu konstruieren. Die Anforderungen dabei sind hoch, denn die komplexen Kolosse müssen sich nahtlos in die unterschiedlichsten Produktionsabläufe einfügen. Mit Hilfe der virtuellen Realität lassen sich erheblich Entwicklungskosten einsparen: Der Prototyp wird zunächst nur virtuell gebaut, dann als 3-D-Modell interaktiv getestet und - wenn nötig - vor der eigentlichen Konstruktion noch verbessert. Das virtuelle Modell einer neuen Vertikaldrehmaschine, die Kfz-Wellen verarbeitet, haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF zusammen mit dem mittelständischen Betrieb Magdeburg Werkzeugmaschinen AG entwickelt.



Basis des virtuellen Prototyps sind die CAD-Daten der geplanten Maschine. Eine am IFF entwickelte Software erzeugt daraus eine realitätsnahe Darstellung, die bereits alle Funktionalitäten der entworfenen Maschine besitzt. "Damit lassen sich Arbeitsabläufe sofort testen", sagt Heike Kißner vom IFF. "Die Konstrukteure etwa haben anhand des virtuellen Modells direkt mögliche Anpassungen des Ablaufs diskutiert." Potenzielle Kunden können interaktiv sämtliche Funktionen der Maschine ausprobieren, den Betrieb verlangsamen oder stoppen. Sie können zudem Teile betrachten, die sonst im Inneren verborgen sind - entweder am Bildschirm oder dreidimensional im Raum via Stereobeamer und 3-D-Brille. "Eine Besonderheit unserer Software ist, dass sie von Anfang an auf eine spätere Trainingsanwendung ausgelegt ist", betont Kißner. "Das bietet Mitarbeitern die Möglichkeit, schon im Vorfeld die Bedienung der neuen Maschine zu erlernen und sich mit ihrer Wartung vertraut zu machen."

Während der internationalen Konferenz in Magdeburg wird auch der Grundstein für das Virtual Development and Training Centre VDTC gelegt. Es bündelt die Arbeiten des Anfang Februar gegründeten Kompetenznetzwerks zur Virtuellen und Erweiterten Realität ViVERA. Zehn Fraunhofer-Institute und Universitäten haben sich darin zusammengeschlossen, um besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen virtuelle Technologien nahe zu bringen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Inf. Heike Kißner
Telefon: 03 91 / 40 90-1 18
Fax: 03 91 / 40 90-1 15
Heike.kissner@iff.fraunhofer.de

Dipl.-Inf. Marco Schumann
Telefon: 03 91 / 40 90-1 58
Marco.schumann@iff.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iff.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: IFF Maschinenbau Reality Virtuelle Realität Werkzeugmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie