Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drahtlose Vernetzung für Feuerwehr und Polizei

12.05.2005


Rückzugsbefehle für Sicherheitskräfte von Polizei oder Feuerwehr kommen demnächst vom Taschencomputer, wenn es nach den Fraunhofer-Forschern geht.


Mit dem Taschencomputer am Einsatzort


Fraunhofer IPSI zeigt Prototyp für digitale Unterstützung von Notfalleinsätzen auf Interschutz-Messe vom 6. bis 11. Juni in Hannover

Bald könnte der drahtlos vernetzte Taschencomputer für Feuerwehrleute ebenso unentbehrlich sein wie der rot gestrichene Spritzenwagen. Was sich noch wie Zukunftsmusik anhört, soll demnächst Alltag sein bei Feuerwehren, Polizei und Rettungsdiensten - und könnte so das Ende des knarzigen Analog-Sprechfunks einläuten. Denn geht es nach den Forschern des Fraunhofer Instituts für Integrierte Publikations- und Informationssysteme in Darmstadt, werden künftig Einsatzbefehle, Messwerte und Gebäudepläne, ja sogar Bilder und Videos, digital in Echtzeit zwischen Einsatzkräften und Leitstelle ausgetauscht. Ermöglichen soll dies eine Software, die alle einsatzrelevanten Informationen verwaltet, und zur Übermittlung nach Bedarf über verschiedenste Techniken von Satellitenkommunikation bis Wireless LAN versendet. Auch der geplante digitale Bündelfunk TETRA soll integriert werden. Präsentieren wollen die Forscher ihre Vision vom 6. bis 11. Juni auf der Interschutz-Messe in Hannover. Dort sind sie zu Gast auf dem Stand des Leitstellensystemherstellers CKS Systeme GmbH & Co KG (Halle 27, Stand J52).


"Die Einsatzkoordination läuft heute noch über Technik, die sich in den vergangenen vierzig Jahren nicht wesentlich weiter entwickelt hat", sagt Dr. Andreas Meißner, Leiter der Fraunhofer-Arbeitsgruppe "Mobile". "Doch jetzt stehen wir an der Schwelle zum Katastrophenmanagement des 21. Jahrhunderts." An diesen so genannten E-Emergency-Lösungen will Meißner mit seiner Arbeitsgruppe aber nicht nur forschen, sondern praktikable Lösungen entwickeln:"Als Fraunhofer-Institut bieten wir Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben unabhängige Beratung und die Entwicklung maßgeschneiderter Systeme." Daher präsentierte das Fraunhofer IPSI bereits auf der diesjährigen Cebit sein mobiles Entwicklungslabor für Datenkommunikation. Auf der Interschutz-Messe, die aus der früheren Feuerwehr-Messe "Der Rote Hahn" hervorgegangen ist und in diesem Jahr auch um einen Ausstellungsbereich "Interpolice" erweitert wird, wollen die Fraunhofer-Wissenschaftler der Zielgruppe das Thema näher bringen.

Labor für drahtlose Übertragungstechniken

Im IPSI-Labor steht ein ganzes Arsenal drahtloser Übertragungstechniken bereit: Wireless LAN, Bluetooth, GPRS und UMTS, aber auch Geräte für Satellitenfunk für gleich vier Himmelsnetze - namentlich Iridium, Thuraya, Globalstar und Inmarsat. Diese Netze sind - dank wachsender Konkurrenz - längst nicht mehr so unerschwinglich wie noch vor Jahren. Und weil sich bestehende Systeme integrieren lassen sollen, steht auch eine Datenfunklösung für die bestehenden analogen Funksysteme im Regal. Ein komplettes Leitstellensystem der Firma CKS, Server, Laptops und PDAs vervollständigen die Ausstattung. Auf den digitalen Bündelfunk TETRA, wie er nach dem Willen der Bundesregierung bald verfügbar sein soll, sind die Darmstädter Forscher schon vorbereitet. "Wir integrieren alle Geräte so, dass sie reibungslos zusammenarbeiten - unabhängig von den Standards. Das ist es auch, was unser System kostengünstig und sehr stabil gegen Ausfälle machen wird", ist Meißner überzeugt.

Ziel der E-Emergency Projekte der Fraunhofer-Gesellschaft ist es, Einsatzmöglichkeiten für Informationstechnologie sowohl im Tagesgeschäft der Rettungskräfte als auch in Katastrophenfällen zu erforschen. Dabei soll die aktuelle Entwicklung aus Darmstadt helfen, die Chaosphase zu Beginn von Einsätzen zu verkürzen. Digitale Datenkommunikation wird hierbei schnelleren Zugriff auf wichtige Informationen ermöglichen, als dies heute über die häufig überlasteten Sprechfunkverbindungen der Fall ist. Gerade vor dem Hintergrund des Engagements der Bundesregierung für den digitalen Behördenfunk wird ein enormer Bedarf an solchen Informationssystemen erwartet.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.ipsi.fraunhofer.de
http://www.interschutz.de
http://www.cks-systeme.de

Weitere Berichte zu: Bündelfunk Informationssystem LAN TETRA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix
18.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht KATWARN warnt auch in Fremdsprachen
14.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie

19.09.2017 | Förderungen Preise