Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuverlässige Worterkennung, neue sprachgesteuerte Dienste

09.03.2005


Der erfolgreiche Einsatz der neuen sprachgesteuerten Directory Assistance (DA) Dienste und anderer Anwendungen ist abhängig von der Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Erkennungsergebnisse. Die Ergebnisse von Zuverlässigkeitsmessungen spielen deshalb eine wichtige Rolle und sind notwendig für alle praktischen Anwendungen, bei denen die Entscheidung getroffen werden muss, ob ein erkanntes Wort angenommen oder zurückgewiesen werden soll.



Die automatische Spracherkennung (Automatic Speech Recognition - ASR) arbeitet mit dem sprachlichen Input des Nutzers und erstellt daraus eine Transkription des Gesagten, die ein gewisses Fehlerpotenzial aufweist. Gute Spracherkennungsanwendungen brauchen zuverlässige Systeme, die in verschiedenen Umgebungen und bei verschiedenen Aufgabenstellungen gleichbleibend korrekte Ergebnisse hervorbringen. Die aktuellen Spracherkennungssysteme sind jedoch noch lange nicht perfekt. Besonders die Identifizierung von Fehlern während der Spracherkennung bleibt von Bedeutung. Die Erkennung der zahlreichen Eigennamen bereitet dabei besonders große Schwierigkeiten.



Zuverlässigkeitsmessungen sind eine Möglichkeit, die Unsicherheit in Bezug auf die Ergebnisgenauigkeit der Spracherkennungssysteme in den Griff zu bekommen. Akustische Zuverlässigkeitsmessungen erweisen sich daher für viele Aspekte der Spracherkennung als nützlich, z.B. für die Ablehnung falscher Wörter, zur Erkennung von Wörtern, die nicht im Vokabular enthalten sind, sowie zum Entdecken von Schlüsselwörtern.

Das EU-Förderprojekt SMADA hat Untersuchungen zu den Auswirkungen zweier Fehlerursachen bei der automatischen Spracherkennung durchgeführt: Die Verwechslung von akustisch ähnlichen Namen und Wörtern sowie Probleme aufgrund von Hintergrundgeräuschen oder undeutlicher Aussprache.

Das Projekt zeigte, dass Zuverlässigkeitsmessungen auf Grundlage einfacher akustischer Wahrscheinlichkeiten bei der Korrektur von Wortverwechslungen aufgrund akustischer Ähnlichkeiten die besten Ergebnisse bringen. Bei Problemen aufgrund von Geräuschen oder undeutlicher Aussprache müssen die Zuverlässigkeitsmessungen auf einen komplexeren Algorithmus zurückgreifen. Dieser Algorithmus sollte in der Lage sein, die Wahrscheinlichkeit der erstbesten Hypothese in Bezug zu alternativen Hypothesen zu setzen.

Bei diesem Projekt entstanden Möglichkeiten zur Zuverlässigkeitsmessung, die eine genügende Verlässlichkeit gewährleisten. So kann der Dialogmanager eines automatischen Directory Assistance (DA) entscheiden, was der Nutzer erreichen möchte und wie die Zweideutigkeiten aufgelöst werden können. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Wort-Fehler-Quote (Word Error Rate - WER) bei allen Entscheidungen so niedrig ist, dass sie im akzeptablen Bereich liegt.

Diese Messungen ermöglichen eine geringere Anzahl notwendiger Rückfragen und verkürzen so die Dauer der Interaktion. Außerdem kann dadurch der Anteil falscher Vorschläge durch den automatischen Sprachdienst reduziert werden. Die Ergebnisse dieses Projektes können auch für autonomes Lernen und Adaptionen eingesetzt werden.

Prof. Renato de Mori | ctm
Weitere Informationen:
http://www.lia.univ-avignon.fr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie