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Echter VW-Golf GTI begegnet virtuellem Modell

04.03.2005


Saarbrücker Computergraphik, VW und Boeing präsentieren gemeinsam Echtzeit-Ray-Tracing auf dem Future Market der CeBIT - Weltweit erster Graphikchip für Ray-Tracing wird vorgestellt


Glänzt der Lack eines neuen Autos schöner in Rot oder Silber? Passt das Leder der Sitze zur Farbe des Armaturenbretts? Diese Fragen können Autoentwickler heute mit einem Knopfdruck beantworten. Wie realistisch die dreidimensionalen Modelle dann am Bildschirm wirken, ist auf dem Future Market der CeBIT 2005 zu sehen. Ein echter VW-Golf GTI steht dort neben einer Leinwand, auf der man das virtuelle Automodell in allen Details betrachten kann. Die dafür notwendige, interaktive Visualisierungstechnik wurde am Lehrstuhl für Computergraphik der Universität des Saarlandes entwickelt. Seit kurzem wird das so genannte Echtzeit-Ray-Tracing von der Volkswagen AG und vom US-Luftfahrtunternehmen Boeing eingesetzt, um Modelle von Autos und Flugzeugen zu visualisieren. Auf der CeBIT 2005 präsentieren die Partner aus Hochschule und Wirtschaft gemeinsam die neue Technologie.

Das Echtzeit-Ray-Tracing wurde von Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik an der Universität Saarbrücken, und seinem Team in den vergangenen Jahren bis zur Marktreife gebracht. Die Automobilindustrie nutzt das Verfahren bereits, um Planungsfehler frühzeitig sichtbar zu machen und zu beseitigen, bevor ein Fahrzeug überhaupt gebaut wird. Hierdurch lässt sich der Kosten- und Zeitaufwand in der Entwicklung um bis zu 30 Prozent senken. Die Software, die die Firma inTrace GmbH seit Mitte 2003 vermarktet, wird bei BMW, DaimlerChrysler, Audi und Volkswagen eingesetzt. Im vergangenen Jahr hat Volkswagen rund 20 Millionen Euro in zwei Visualisierungszentren investiert, die mit der neuen Ray-Tracing-Technologie arbeiten.


Auch das US-Luftfahrtunternehmen Boeing hat großes Interesse an der neuen Technik. Auf der CeBIT 2005 präsentiert Boeing gemeinsam mit Silicon Graphics (München) und dem Saarbrücker Lehrstuhl für Computergraphik auf einer Leinwand, wie komplette Flugzeuge mit dem Echtzeit-Raytracing dreidimensional dargestellt werden können. Für das originale CAD-Modell einer "Boeing 777" müssen dafür die Daten von mehr als 350 Millionen Dreiecken (zusammen über 30 Gigabyte oder mehr als 40 CD-ROMs) interaktiv verarbeitet werden. Den Konstrukteuren ermöglicht diese neue Technik, sich jederzeit am Bildschirm interaktiv durch das virtuelle Flugzeug zu bewegen und dabei jedes Detail bis hin zur kleinsten Schraube und Niete unter die Lupe zu nehmen. Neue Flugzeugmodelle können so in ihrer Gesamtheit getestet und mögliche Probleme schon vor dem Bau erkannt werden.

Bald könnte das neue Verfahren auch für die Spieleindustrie interessant werden, für die die bisher benötigte hohe Rechenleistung von Ray-Tracing ein Hindernis war. Auf der CeBIT 2005 wird Professor Slusallek den weltweit ersten Echtzeit-Ray-Tracing-Chip zeigen, der interaktiv und photorealistisch dreidimensionale Graphik erzeugen kann. Schon der erste, vollständig funktionsfähige, aber noch langsame Prototyp dieses Chips liefert eine größere 3D-Graphikleistung als mehrere PCs zusammen. Dies lässt für die Zukunft viel realistischere Computerspiele erwarten, in denen auch physikalisch korrekte Schatten, Reflektionen und Lichtbrechungen dargestellt werden können.

Das Ray-Tracing-Verfahren wird während der CeBIT in Hannover vom 10. bis 16. März 2005 auf dem großen Gemeinschaftsstand Future Graphics in der Halle des Future Market (Halle 9, Stand A 60) präsentiert. Neben der Universität des Saarlandes, dem Spin off-Unternehmen in Trace, dem Automobilhersteller Volkswagen und dem US-Luftfahrtunternehmen Boeing sind daran die Firmen AMD (München), Barco (Belgien), Mercury Computer Systems (Berlin), Megware (Chemnitz) und Silicon Graphics (München) beteiligt. Darüber hinaus wird die neue Technik auf dem saarländischen Forschungsstand (Halle 9, Stand D09) vorgestellt.

Im Rahmen des "future talk forum" der CeBIT (Halle 9, Stand C16) hält Prof. Dr. Philipp Slusallek am 12. März um 16 Uhr 30 einen Vortrag zum Thema "Der erste Grafikchip für Echtzeit-Ray-Tracing".

Fragen beantworten Ihnen:

Prof. Dr. Philipp Slusallek
Lehrstuhl für Computergraphik, Universität des Saarlandes
Tel.: 0681/302-3830
Email: slusallek@cs.uni-sb.de

Michael Scherbaum
inTrace GmbH
Tel.: 0681/302-3833
Email: scherbaum@intrace.com

Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik an der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099
Email: presse@cs.uni-sb.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.saarcor.de
http://www.inTrace.com
http://www.uni-saarland.de

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