Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Live-Bilder in 3-D

02.03.2005


Auf Knopfdruck zeigt das Display Free2C dem Konstrukteur seine Arbeiten und Entwürfe in 3-D. © Fraunhofer HHI


Ein Konstrukteur hat’s schwer - viel Vorstellungskraft ist gefordert, wenn Auspuffrohre, Verpackungen oder Industrieanlagen geplant werden. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI können helfen, mit dem 3-D-Display Free2C. Auf der CeBIT (Halle 9, Stand B36) zeigen sie unterschiedliche Anwendungen für den 3-D-Bildschirm, der ohne Brille funktioniert.

... mehr zu:
»3-D »Display »Live-Bild »Monitor

Bilder vom Mars, aus gefährlichen Umgebungen, aus dem OP, von Bauteilen oder dem Kollegen am anderen Ende der Welt - in 3-D vermitteln sie einen realitätsnahen Eindruck. Wichtig ist das auch für Konstrukteure, egal ob sie Teile für Autos, Flugzeuge oder neue Häuser entwerfen. Entwurf und Gestaltung erfolgen nach wie vor zweidimensional. "Wir können das Display an einen traditionellen CAD-Arbeitsplatz anschließen", erklärt Klaus Schenke vom HHI. "Der Konstrukteur arbeitet wie gewohnt, aber auf Knopfdruck kann er sich das Bauteil, an dem er gerade arbeitet, in 3-D zeigen lassen. Das erleichtert das Urteil über die zukünftige Gestalt und Funktionalität."

Der Bildschirm zeigt die Objekte dreidimensional in fotorealistischer Qualität. Die Modelle schweben ähnlich wie ein Hologramm frei vor dem Monitor. Damit auf dem zweidimensionalen Display ein räumlicher Eindruck entsteht, werden zwei unterschiedliche Bilder erzeugt, eines für das rechte und eines für das linke Auge. Diese Bilder werden in feine senkrechte Streifen unterteilt und abwechselnd nebeneinander angeordnet. Eine spezielle Linse vor dem Display sorgt für die richtige optische Adressierung und ersetzt die sonst notwendige Shutter-Brille. Die gekrümmte Linsenoberfläche bricht das Licht des Bildschirms in zwei Richtungen. Die für das rechte Auge bestimmten Strahlen werden so leicht nach rechts "verschoben", die für das linke nach links. Damit der Betrachter immer die richtigen Bilder für das jeweilige Auge erhält, erfasst eine Kamera am Monitor die Position des Kopfes. Bewegt sich der Nutzer, werden automatisch die Bildstreifen versetzt und an den neuen Blickwinkel angepasst.


Wie Live-Bilder in 3-D aussehen, können Messebesucher mit ihrem eignen Konterfei testen. Am Stand ist eine Stereokamera installiert. Die Aufnahmen werden direkt an das Display weitergeleitet und erzeugen dort die Bilder - live, in Farbe und 3-D. "Was sich im ersten Moment wie ein Messegag anhört, hat einen ernsten Hintergrund", so Schenke. "Designer und Auftraggeber aus unterschiedlichen Städten oder Erdteilen können auf diese Weise über Entwürfe reden - inklusive der räumlichen Aspekte, aber ohne Shutterbrillen oder aufwändige Virtual-Reality-Räume." Ein anderes Szenario betrifft den Einsatz von Robotern. Oft werden sie für gefährliche Einsätze per Hand gesteuert, zum Beispiel um Bomben zu entschärfen oder um Brandopfer zu finden. Für den Roboterlenker würden räumliche Bilder die Arbeit erleichtern. Da er ein realitätsnahes Bild sieht, fast als wäre er selbst am Ort des Geschehens, kann er den Roboter wesentlich genauer steuern.

Ansprechpartner:

Klaus Schenke
Telefon: 0 30 / 3 10 02-6 75
schenke@hhi.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de
http://www.cebit2005.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: 3-D Display Live-Bild Monitor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten