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Feuerwehr online

14.02.2005


Tragbare Computer sollen die Arbeit von Feuerwehrleuten unterstützen: Sensoren in der Kleidung messen deren körperlichen Zustand und Werte in der Umgebung und funken die Daten zur Zentrale. Über ein Helmdisplay erhalten die Einsatzkräfte Infos und Befehle. Erste Ergebnisse und Prototypen werden auf der CeBIT gezeigt.


Die Wärmebildkamera am Helm filmt die Umgebung. So kann sich der Feuerwehrmann schon heute auch bei starkem Rauch orientieren. In Zukunft empfängt er auch Kommandos vom Leitstand, die er am Display ablesen kann. © Rosenbauer



Der Dachstuhl eines Pariser Hotels brennt, und die oberen Stockwerke sind völlig in Rauch gehüllt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr betreten mit Brandschutzkleidung und Atemschutzgeräten die vergifteten Flure. Aber der Rauch erschwert Sicht und Orientierung. Um die Arbeit bei einem Notfalleinsatz zu erleichtern, arbeiten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT an Lösungen auf Basis tragbarer Computer. Diese werden in die Ausrüstung der Einsatzkräfte integriert (wearable computing). "Um zu beurteilen, welche Techniken von den Einsatzkräften tatsächlich genutzt werden", betont FIT-Projektleiter Markus Klann, "untersuchen wir in Paris die Arbeit der Feuerwehrleute. Mit unseren Projektpartnern entwickeln wir dafür dann geeignete Hard- und Software."



Zukünftige Technologien etwa sind Funkrelais - kaum größer als eine Münze. Die Einsatzkräfte verteilen sie automatisch im brennenden Gebäude und es baut sich ein selbst organisierendes ad-hoc-Funknetz auf, das die Einsatzkräfte bei der Orientierung und Navigation unterstützt. Zusammen mit anderen Sensoren wie solchen für Temperatur oder Luftzusammensetzung werden Brandherde lokalisiert. Ein tragbarer Computer - etwa in der Gürtelschnalle - verarbeitet und speichert die ermittelten Daten und sendet sie an ein Display, das am besten in das Visier des Helms integriert ist. Biometrische Sensoren messen die Herzfrequenz, den elektrischen Widerstand der Haut oder die Körpertemperatur der Person. Diese Daten werden per Funk über das ad-hoc-Funknetz an den Einsatzleiter übertragen, der so die körperliche Verfassung seines Teams einschätzen und gegebenenfalls die Evakuierung anordnen kann.

Eine große Rolle spielen dabei Computerprogramme, die veränderliche Umgebungsbedingungen erkennen und verarbeiten (context awareness). Sie interpretieren Daten wie Raumtemperatur oder Sauerstoffgehalt der Luft und setzen sie in Beziehung zum gemessenen körperlichen Zustand der Einsatzkraft. Der Gefahrensituation entsprechend werden die Informationen auf dem Helmdisplay und im Leitstand angezeigt.

Die Forschung ist Teil des Projekts wearIT@work, an dem 36 europäische Partner beteiligt sind. Auf der diesjährigen CeBIT präsentieren die Informatiker vom FIT in Halle 9 am Stand B36 erste Ergebnisse und Prototypen im Bereich wearable computing.

Ansprechpartner:

Dipl.-Inf. Markus Klann
Telefon: 0 22 41 / 14-21 52, Fax: -21 46
markus.klann@fit.fraunhofer.de

Prof. Dr. Volker Wulf
Telefon: 0 22 41 / 14-29 93, Fax: -20 80
volker.wulf@fit.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de
http://www.cebit2005.fraunhofer.de

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