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Holographische Informationsspeicherung

29.11.2000


Den diesjährigen mit 15.000 DM dotierten Kölner Innovationspreis der Stadt Köln nahm gestern aus der Hand des Oberbürgermeisters Fritz Schramma Dr. Theo Woike, Privatdozent am Institut für Kristallographie der
Universität zu Köln, entgegen. Verliehen wurde der Preis für das Patent "Verfahren und Vorrichtung zum Auslesen von holographisch gespeicherten Informationen", Patentnummer 199 12 023.4-53, Patentinhaber: Dr. Woike, Dr. Mirco Imlau. Bereits im Frühjahr hatte er für dieses Projekt den Transferpreis des Rektorats der Universität zu Köln erhalten.

Stadt Köln verleiht Innovationspreis an Kölner Wissenschaftler

Mit dem Transferprojekt "Holographische Informationsspeicherung" ist eine enge Kooperation der Universität zu Köln mit der optostor Aktiengesellschaft entstanden. Die wissenschaftlichen Grundlagen, die am Institut für Kristallographie unter der Leitung von Dr. Woike entstehen, werden durch die Nähe zur Industrie in ein vermarktungsfähiges Produkt, den "holographischen Massenspeicher", umgesetzt. Damit findet ein Transfer von Wissen aus der Universität in die Industrie statt, der Beispielcharakter hat. Die Freiheit von Forschung und Lehre bleibt unangetastet.

Die Optostor AG stellt Drittmittel für die Grundlagenforschung und die Produktentwicklung zur Verfügung. Die Ergebnisse aus der Universität werden in industrieller Hinsicht ausgewertet und in direkt Produkte umgesetzt. Weiterhin ist sie für die Vermarktung, Produktion und Präsentation der Produkte verantwortlich. Bei allen Aktivitäten steht die Universität beratend zur Seite.

Das gemeinsame Ziel ist die Entwicklung, der Vertrieb und die Vermarktung des holographischen Langzeit-Massenspeichers (RAM) mit einer Datenübertragungsrate von größer 100 MByte/s, einer Datenkapazität von mindestens 1TByte und einer Datensicherheit von mehr als 100 Jahren. Die zukunftsweisende industrielle Anwendung liegt u. a. im Bereich der Datenanbieter via Internet sowie der Datenarchivierung. Damit besteht erstmals die Möglichkeit, ein Datenarchiv mit mehr als 100 Peta Byte (1000 TByte) anzulegen, in dem das gesammelte Wissen der Menschheit zusammengetragen werden kann, um dieses jedem Interessenten über das Internet zur Verfügung zu stellen (Holographie-Archiv).

Eine reine Ausleseeinheit der Daten (ROM) wurde bereits als Prototyp in einem 19-Zoll Industrierack von der Universität zu Köln entwickelt und von der OPTOSTOR AG auf der CeBit`99 in Hannover vorgestellt. Der hier erprobte modulare Aufbau und der Formfaktor, die einen direkten Einstieg in die Serienfertigung erlauben, sollen auch für die wiederbeschreibbare Einheit übernommen werden. In dieser Konfiguration können die beschriebenen Kristalle ausgewechselt werden, wie etwa eine CD, und von anderen Geräten genutzt oder archiviert werden. Möglich ist sowohl die analoge Bildspeicherung als auch die digitale Datenspeicherung über einen "Page-Composer". Dabei handelt es sich um eine parallele Datenverarbeitung, da pro Speicherort derzeit 1Mbit Daten abgelegt werden. Damit können große Datenmengen über schnelle Netzsysteme angeboten werden. Da zudem die Holographie eine geeignete Datenverschlüsselung vornehmen kann, ist auch ein Datenschutz für den Empfänger gewährleistet. Mit dem Aufbau eines Holographie-Archives können alle derzeit unwiderruflich dem Verfall und der Vernichtung preisgegebenen Kulturgüter für die kommenden Generationen aufbewahrt werden und zugänglich bleiben.

Die Idee wird im Rahmen eines Vertrages zwischen der Universität zu Köln und der optostor AG zu einem vermarktungsfähigen Produkt umgesetzt. Projektleiter auf der Seite der Universität ist Dr. Woike. Der erste Demonstrator zu der Erfindung wurde bereits 1999 von Dr. Imlau im Rahmen der Promotion unter der Leitung von Dr. Woike entwickelt und gebaut und auf der CeBit in Hannover durch die optostor AG ausgestellt.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Woike umfasst die folgenden Mitarbeiter in diesem Projekt:
Dr. M. Imlau
Dr. I. Malkina
Dipl.-Phys. U. Dörfler
Dipl.-Phys. P. Herth
Dipl.-Phys. T. Granzow
Dipl.-Phys. A. Jahn
Dipl.-Chem. Th. Schmitz
cand. rer. nat. M. Werner

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Woike unter der Telefonnummer 0221/470-6355 und der Fax-Nummer 0221/470-4963 zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi.

Anneliese Odenthal | idw

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