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Digitaler Spiegel lässt auf Knopfdruck altern

03.02.2005



Dorian Gray wird Wirklichkeit

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Die Accenture Technology Labs haben einen digitalen Spiegel entwickelt, der zeigt, wie man in fünf Jahren aussehen wird, wenn man keinen Sport betreibt, zuviel ungesundes Essen in sich hineinstopft und zu viel Alkohol trinkt. Die Forscher verbanden einen flachen LCD-Fernsehbildschirm mit einer Reihe von Kameras und einem leistungsstarken bildverarbeitenden Computer. Zu Beginn funktioniert das System wie ein sehr guter Spiegel, der das aufgenommene Bild wiedergibt. Sein Hauptzweck ist jedoch, laut dem leitenden Wissenschafter Martin Illsey, ein computergeneriertes Bild der Auswirkungen von übermäßigem Genuss auf Knopfdruck sichtbar zu machen.

Der Computer erstellt mittels einer Vielzahl von hoch auflösenden Kameras, die im Haus angebracht werden, ein Profil des Lebensstils. Diese Webcams geben Bilder aus dem täglichen Leben an eine Computersoftware weiter, die verschiedene Verhaltensmuster erkennen kann. Sie kann zum Beispiel erkennen, ob man den Großteil des Tages auf dem Sofa verbracht hat anstatt auf den Hometrainer. Besuche am Kühlschrank für Getränke und Zwischenmalzeiten werden ebenfalls erhoben. Der Computer fragt in diesem Fall nach, was konsumiert wird. Die Ehrlichkeit der Antworten bleibt dabei allerdings dem Benutzer überlassen.


Hat der Computer das Profil erstellt, ermittelt eine andere Software, wie dieses Verhalten das Gewicht auf lange Sicht beeinflussen wird. Ist der Rechner der Meinung, dass zuviel gegessen wird, berechnet er, wie viel Kilos er dem Bild des Betrachters vor dem Spiegel hinzufügen muss. Ein weiteres Programm konzentriert sich auf das Gesicht. Zuviel Alkohol führt zu frühen Falten und einer fleckigen Haut. Die Technik kann laut Illsey ziemlich überzeugende Bilder liefern. "Es gibt mehrere Optionen für das visuelle Feedback, das der User bekommt. Die Palette reicht von mehr Gewicht über Veränderungen des Hauttons bis zur Vertiefung der Ringe unter den Augen." Er hofft laut NewScientist, dass ein Prototyp des Spiegels bis zur Mitte dieses Jahres fertig gestellt werden kann. Ziel ist eine Darstellung in Echtzeit, um dem Betrachter den Eindruck eines wirklichen Blicks in einen Spiegel zu ermöglichen. Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray" scheint damit Wirklichkeit zu werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.accenture.com

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