Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Entwicklungsstandard für IT-Systeme des Bundes

02.02.2005


Öffentliche Präsentation mit Bundesinnenminister Schily in der TUM

Bundesinnenminister Otto Schily wird am 4. Februar den neuen Entwicklungsstandard für IT-Systeme des Bundes – das neue V-Modell XT – in einer feierlichen Auftaktveranstaltung in der TU München der Öffentlichkeit vorstellen. Das V-Modell XT ist in Behörden und vielen Unternehmen eine Richtschnur für die Organisation und Durchführung von IT-Vorhaben. Hervorzuheben sind der Bausteincharakter, das Sichtenkonzept und die durchgängige Werkzeugunterstützung des V-Modells XT. Wissenschaftler der TU München und der TU Kaiserslautern entwickelten gemeinsam mit den Industriepartnern EADS Deutschland GmbH, IABG mbH, Siemens AG und 4Soft GmbH diesen Entwicklungsstandard. Das Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr (IT-AmtBw) und die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) im Bundesministerium des Innern gaben den Auftrag mit einem Gesamtvolumen von 4 Millionen Euro.

Nach wie vor ist die Entwicklung von Softwaresystemen eine Herausforderung für Softwareingenieure. Bei 49 % aller Software-Projekte wird – laut Schätzungen von Standish Group International Inc. – das Endprodukt entweder zu spät, mit erhöhten Kosten oder mit reduzierter Funktionalität übergeben. „Mit dem V-Modell XT werden Behörden und Unternehmen in die Lage versetzt, Software nach dem neuesten Stand der Informationstechnologie zu entwickeln“, erläutert Professor Manfred Broy von der TU München. Wie groß die Bedeutung des Vorgehensmodells mittlerweile ist, zeigt sich darin, dass es sowohl im militärischen Bereich als auch für den Verwaltungsbereich der Bundesbehörden als verbindlicher Standard gilt.

Forscher und Industriepartner konzipierten das 1997 letztmalig aktualisierte V-Modell neu. Es wird dadurch den Bedürfnissen moderner Softwaresysteme gerecht. Die Aspekte Entwicklung langlebiger und verteilter Softwaresysteme wurden deutlich verbessert. Außerdem achteten die Wissenschaftler bei der Konzeption des V-Modells XT besonders auf eine durchgehende Werkzeugunterstützung. So erhalten die Nutzer des V-Modells XT dank dieser Open-Source-Werkzeuge je nach Projekt ein maßgeschneidertes Vorgehensmodell, Wordvorlagen und Worddokumente wie beispielsweise das Angebot oder den Projektplan. „Durch die Werkzeuge wird die Anwendung des V-Modell XT substanziell vereinfacht, so dass es auch bereits für kleine und mittlere Projekte eingesetzt werden kann. Daneben werden V-Modell-Tools kommerzieller Anbieter ihre Berechtigung für größere Projekte haben“, meint Juniorprofessor Dr. Andreas Rausch von der TU Kaiserslautern.

Das V-Modell XT ist nach dem Baukastenprinzip verwirklicht. Durch die modulare Grundstruktur kann der Anwender sein individuelles Vorgehensmodell zusammenstellen. So nutzt ein Auftragnehmer eines Softwareprojektes das V-Modell anders als ein Auftraggeber und entsprechend werden unterschiedliche Vorgehensbausteine offeriert. Beispielsweise braucht eine Firma, die sich um einen Softwareentwicklungsauftrag bewirbt, den Vorgehensbaustein zur „Angebotserstellung und Vertragserfüllung“. Darin enthalten sind Produkt- und Aktivitätsbeschreibungen wie „Bewertung der Ausschreibung“ oder „Vertrag“.

Neben dem Bausteincharakter kommt ein weiteres Grundprinzip bei der Erstellung des V-Modells hinzu: das Sichtenkonzept. Der Anwender kann sein erarbeitetes Vorgehensmodell aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Beispielsweise liefert die Konventionssicht eine Darstellung in Hinblick auf Standards, Normen und Vorschriften. Durch die sogenannten Konzeptsichten erhalten spezielle Anwendergruppen gesonderte Darstellungen unter anderem der Vorgehensbausteine oder der Aktivitäten.

Die öffentliche Hand stellt das V-Modell XT den Anwendern auf der Seite der Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung (KBSt) kostenfrei zur Verfügung. Ein Download ist auch unter www.v-modell-xt.de (linke Navigationsleiste: V-Modell XT) möglich. Das Frauenhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering hat eine Lerntour erarbeitet, die auf der gleichen Website unter "V-Modell->Support->Lerntour" zu finden ist.

Vor Veranstaltungsbeginn am 4. Februar 2005 (11:15 Uhr, Hörsaal1 im Institut für Informatik der TU München) findet um 10:00 Uhr ein Pressegespräch im Fakultätsraum statt. Gesprächspartner sind: Wolfgang Stolp, Präsident des IT-AmtBw, Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy, Institut für Informatik, TU München und J. Prof. Dr. Andreas Rausch, Fachbereich Informatik, TU Kaiserslautern.

Ursula Eschbach | Technische Universität München
Weitere Informationen:
http://www.kbst.bund.de
http://www.tu-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Wie Drohnen die Unterwelt erkunden
21.02.2018 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Neuer 3D Portrayal Service Standard veröffentlicht
20.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics