Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universitätsweite eLearning-Plattform bietet Studierenden und Dozenten enorme Vorteile

25.01.2005


Die universitätsweite eLearning-Plattform "eCampus" soll ab dem kommenden Sommersemester unnötige Reibungsverluste im Studienalltag verringern helfen. Für Studierende und Dozenten bietet das System enorme Vorteile: So sind Vorlesungsmaterialien wie Begleitskripte oder PowerPoint-Präsentationen künftig unter einer zentralen Adresse (http://eCampus.uni-bonn.de) im Internet zu finden. Und auch die Verwaltung der Kurse von aktuellen Ankündigungen (z.B. bei Terminverschiebungen oder Raumänderungen) über Sprechstunden oder Diskussionsforen im Internet bis hin zum Aushang an virtuellen "schwarzen Brettern" wird erheblich einfacher. Die Bonner kooperieren dabei mit der Ruhr-Uni Bochum, an der bereits über 25.000 Teilnehmer in mehr als 1.000 angebotenen Kursen eingeschrieben sind.



Immer wenn es dunkel wird, geht der Betrieb auf dem elektronischen Campus der Ruhr-Universität Bochum erst so richtig los. Jeden Abend schlägt dort die Nutzer-Fieberkurve steil nach oben aus: "Die meisten Studierenden nutzen das System nach ihren Vorlesungen oder am Wochenende, um Lehrstoff nachzuarbeiten oder sich auf die kommenden Vorlesungen und Seminare vorzubereiten. Das Tolle daran ist, dass alles ganz bequem von jedem Ort der Welt aus funktioniert. Benötigt wird nur ein Internetzugang und ein gängiger Browser wie z.B. der Internet Explorer oder Firefox", erklärt Jens Kurschat, Leiter zentraler IT-Projekte der Universität Bonn.



Seit drei Jahren nutzen die Bochumer die eLearning-Plattform "Blackboard". Von dieser Erfahrung will man nun auch in der Bundesstadt profitieren. Die beiden Universitäten haben eine deutschlandweit einmalige Kooperation beschlossen: Das Rechenzentrum der Uni Bochum betreibt das Blackboard-System für die Uni Bonn, wo es unter dem Label "eCampus" firmiert. Im Gegenzug profitiert Bochum durch den Know-How-Gewinn beim Betrieb einer neuen Blackboard-Version.

Rund 2.500 Nutzer loggen sich inzwischen täglich in einen der mehr als 1.000 eLearning-Kurse der Ruhr-Uni Bochum ein. "Das zeigt, wie gut das System angenommen wird", freut sich Kurschat; "die Vorteile liegen haltauf der Hand." Zwar stellen schon jetzt viele Dozenten ihre Unterlagen zu Vorlesungen und Seminaren ins Netz. Bislang müssen die Studierenden aber häufig mühsam suchen, wo sie die Materialien finden. Künftig sind dagegen die Online-Unterlagen aller teilnehmenden Dozenten zentral über eCampus erreichbar. Zudem sind die Informationsangebote zu jedem Kurs ähnlich strukturiert - das erleichtert die Bedienung. "Das System wird veranstaltungsbegleitend eingesetzt und erleichtert vor allem die Kommunikation", erklärt Jens Kurschat. "Der Dozent kann Mails an alle Teilnehmer schreiben, Informationen an virtuellen schwarzen Brettern aushängen oder seine Studierenden zu festen Terminen zum Online-Chat einladen. Er kann sogar Multiple-Choice-Tests durchführen oder Lückentexte ausfüllen und automatisch bewerten lassen, um einen Überblick über den Lernfortschritt zu bekommen." Auch die Kombination mit anderen Angeboten ist denkbar: So kann der Professor seine Vorlesungen live ins Internet übertragen und die Aufzeichnung später seinen Teilnehmern zur Verfügung stellen - das entsprechende technische Rüstzeug vorausgesetzt (siehe auch Presseinformationen 491/2004).

Schon zum nächsten Sommersemester sollen die Dozenten ihre Kurse in das System einstellen können - ein Schritt, über den sich nicht nur Professor Dr. Gerhard Schiefer freut. "Ich war 2002 zu einem Forschungsaufenthalt in Florida, als man sich dort gerade bemühte, eine eLearning-Plattform auf die Beine zu stellen", erinnert sich der Bonner Wissenschaftler. "Inzwischen verkauft die dortige Universität ihre Kurse über das Internet an Interessenten in aller Welt und verdient damit bares Geld." In seinem Institut läuft gerade eine Doktorarbeit zum so genannten "Blended Learning". "Wir wollen herausfinden, wie man Präsenz-Elemente und Online-Anteile im Lehrprozess kombinieren kann, um die Vorteile beider Lehrformen optimal auszureizen."

Schiefer hat von seinen Studierenden untersuchen lassen, welches System sich für die Bonner Hochschule am besten eignet. "Für Blackboard sprachen die leichte Bedienbarkeit sowie die Erfahrungen in Bochum", sagt er; "das hat schließlich den Ausschlag gegeben." Einer der "Teststudenten" war Stefan Stegemann. "Prinzipiell ein gutes Angebot", findet er; "man kann Chats und Diskussionsforen nutzen, auf Begleitunterlagen zugreifen und so seinen Lernprozess eigenständig strukturieren." Dennoch hat er bei manchen seiner Kommilitonen auch eine gewisse Hemmschwelle ausgemacht, das Medium Internet zum Lernen zu Nutzen. "Die neuen Angebote sollen und können herkömmliche Vorlesungen nicht ersetzen", meint er daher; "vorlesungsbegleitend finde ich die Möglichkeiten von eLearning-Plattformen aber ideal!"

Ein Urteil, dem sich auch der Bonner Prorektor für Studium und Lehre, Professor Dr. Wolfgang Hess, anschließt: "Blackboard ist zunächst einmal ein zusätzlicher Service für Dozenten und Studierende, der unnötige Reibungsverluste im Studienalltag verringern soll." Das sei allerdings nur ein erster Schritt: "Wenn sich die Universität auch auf dem Weiterbildungs-Sektor profilieren will, führt an ausbaufähigen eLearning-Systemen kein Weg vorbei."

Kontakt:
Jens Kurschat, Leiter IT-Projekte
Telefon: 0228/73-4415
E-Mail: jens.kurschat@uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://eCampus.uni-bonn.de
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Dozent Universitätsweit Vorlesung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften