Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirklich mobil mit MOBILE IP

28.08.2000


Zugriffsprobleme mit mobilen PCs auf interne Netze erschweren bis heute mobiles Arbeiten. Im Projekt MIRIAM testen Forscher des Darmstädter Instituts für Integrierte Informations- und
Publikationssysteme (IPSI) der GMD das mobile Internet-Protokoll MobileIP. Das Heimatnetzwerk erkennt den Standort des mobilen PCs und schickt alle Daten an eineCare-Of-Adresse weiter.

Im Zeitalter der Globalisierung wird Mobilität immer wichtiger: Der Mitarbeiter eines Unternehmens besucht heute eine Messe in Hannover, morgen eine Tagung in Tokio und übermorgen ist er in seinem Münchner Büro. Mit Laptop und Handy im Gepäck kann er unterwegs E-Mails empfangen und versenden oder im Internet surfen.

Um allerdings vom Tagungsort oder der Messe aus auf das Netzwerk seiner Firma zuzugreifen, muss er meist ein kompliziertes Einlog-Verfahren vornehmen und gegebenenfalls Firewalls überwinden, die sein Heimatnetz vor unerwünschten Zugriffen aus einem anderen Netz schützen.

Wissenschaftler am Darmstädter Institut für Integrierte Publikations und Informationssysteme (IPSI) der GMD wollen dieses Problem lösen. Im Projekt MIRIAM (www.darmstadt.gmd.de/mobile/projects/miriam/) testen die Wissenschaftler derzeit Mobile IP, das mobile Internet-Protokoll. Mobile IP ist eine Ergänzung des herkömmlichen Internet-Protokolls, das die Regeln für den Transport von Datenpaketen über mehrere Netze hinweg vorgibt.

Dank Mobile IP braucht der Reisende seinen Laptop nur an ein Fremdnetz anzuschließen, etwa an das der Messe oder des Konferenz-Hotels, und er bewegt sich automatisch in seinem Heimatnetz. So kann er beispielsweise die intern installierten Programme seiner Firma nutzen oder auf Dateisysteme im Heimatnetz zugreifen.

Vereinfacht dargestellt funktioniert Mobile IP folgendermaßen: Zusätzlich zu seiner ursprünglichen IP-Adresse, an die alle Datenpakete gesendet werden, bekommt der mobile
Computer in einem fremden Netz eine sogenannte Care-Of-Adresse zugewiesen. Damit der momentane Aufenthaltsort des Benutzers ermittelt werden kann, registriert sich der mobile
Computer automatisch über die Care-Of-Adresse bei einem "Heimatagenten", einem Rechner in seinem Heimatnetz. Alle Datenpakete, die an die heimische IP-Adresse gesendet werden, leitet der Heimatagent an die Care-Of-Adresse weiter.

Mobile IP wurde 1996 von der Internet Engineering Task Force (IETF), einer internationalen Gemeinschaft von Forschern, Netzwerk-Designern und Netzwerkoperatoren entwickelt. Bis
jetzt wurde es in verschiedenen Referenzinstallationen lediglich zu Forschungszwecken getestet. "Ein freies, benutzerfreundliches Endprodukt gibt es bisher nicht", sagt
Nicole Berier, Leiterin des Projektes am IPSI.

Deshalb testet das Darmstädter Institut gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Industrielle Prozess- und Systemkommunikation (KOM) der Technischen Universität Darmstadt Mobile IP als Anwendung für den mobilen Wissenschaftler: IPSI- Mitarbeiter können sich in ihrem eigenen Netzwerk bewegen, auch wenn sie sich im KOM-Gebäude befinden und umgekehrt.

Bei dem Feldversuch werden auftretende Probleme und Fehler bei der Anwendung des Protokolls untersucht. Außerdem wird nach Lösungen gesucht, die Datenübertragung bei Mobile IP sicherer zu gestalten und die Anmeldung im Heimatnetz vor
Missbrauch durch Unbefugte zu schützen.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Betriebswirt (FH) Joachim Jakobs |

Weitere Berichte zu: Care-Of-Adresse Datenpaket GMD Heimatnetz IPSI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Neuer Kaba Zylinder mit Service-Funktion: Zeitlich begrenzter Zutritt für Servicepersonal
07.12.2017 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Brände die Tundra langfristig verändern

12.12.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen

12.12.2017 | Medizin Gesundheit