Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemnitzer Computerzwerg hat die Nase vorn - Rechner mit bestem Preis - Leistungs - Verhältnis weltweit

03.11.2000


Dipl.-Informatiker Mike Becher vom Uni-Rechenzentrum (vorn) und Servicetechniker Thomas Rauscher von der Chemnitzer Firma MEGware testen den neuen Supercomputer der Uni. Der Computer ist der leistungs-fähigste in den neuen Bundes-ländern und einer der schnell-sten Computer in Deutschland. Foto: Wolfgang Thieme


Die soeben veröffentlichte Liste der 500 stärksten Rechner der Welt führt - wen wundert’s - ein IBM-Computer an. Auch 214 weitere Rechner tragen das Logo der Firma. Das beste Preis-Leistungsverhältnis aller Computer hat aber der CLiC (Chemnitzer Linux-Cluster) der Chemnitzer Uni. Das jedenfalls meint der weltweit anerkannte Computer-Experte Hans-WernerMeuer. Der CLiC schaffte auf Anhieb einen respektablen Platz 126. Respektabel deshalb, weil ihn die Chemnitzer Informatiker selbst entworfen und gemeinsam mit der Chemnitzer Firma Megware gebaut haben. Nur fünf Selbstbaurechner befinden sich auf der Liste. Die beiden ersten davon sind der C-Plant Cluster der Sandia National Laboratories in Albuquerque im amerikanischen Bundesstaat New Mexico auf Platz 84 und eben der CLiC. Es folgen der Kepler der Uni Tübingen auf Platz 215, sowie Rechner aus Japan und den USA auf den Plätzen 396 und 413. Damit ist der CLiC der leistungsfähigste Selbstbaurechner außerhalb der USA und die Nummer 2 der Selbstbauwelt.

Eigentlich sollte die Liste mit den 500 leistungsstärksten Computern der Welt ja erst am morgigen Samstag auf der Supercomputing-2000-Konferenz im texanischen Dallas vorgestellt werden. Doch die Organisatoren stellten sie bereits in der vergangenen Nacht ins Internet. Angeführt wird die Liste von einem Koloss mit 106 Tonnen Gewicht, dem ASCI White der Firma IBM mit nicht weniger als 8192 Prozessoren. Der nächste Computer in der Liste, ein Intel ASCI Red, im vergangenen Jahr noch auf Platz 1, schafft nicht einmal die Hälfte der Rechenleistung des IBM-Giganten. Unter den ersten zehn befinden sich gleich noch vier weitere IBM-Computer, außerdem zwei Rechner von Hitachi, einer von Silicon Graphics, ein Cray und der schon erwähnte Intel. IBM dominiert auch sonst die Liste: Von den 500 Computern stammen allein 215 (43 Prozent) aus den Fertigungshallen der traditionellen Computerfirma - ein Anstieg um über 60 Maschinen im Vergleich zur Liste vom Juli dieses Jahres. Auf Platz zwei liegt Sun Microsystems mit 92 Rechnern unter den Top 500.

Allein acht der Rechner auf den ersten zehn Plätzen, darunter alle bis Platz 6, stehen in den USA. Ein Hitachi vom Typ SR8000-F1/112 vom Münchner Leibniz-Rechenzentrum belegt Platz sieben und ist damit der schnellste Rechner außerhalb der USA. Der zweite Hitachi (Typ SR8000-F1/100, Platz 9) steht im japanischen Tsukuba. Deutschland ist mit insgesamt 55 Rechnern in der Liste vertreten - darunter auch ein Selbstbaurechner, der CLiC (Chemnitzer Linux Cluster) der Chemnitzer Uni, auf Platz 126. Der Rechner, dessen Herz aus 528 ganz normalen mit 800 Megahertz getakteten Pentium-III-Prozessoren besteht, wurde erst vor wenigen Wochen eingeweiht. Ehrengast der Feier war der Mannheimer Supercomputer-Guru Prof. Hans-Werner Meuer, von dem die Idee der Top-500-Liste stammt, die seit 1993 zweimal jährlich aufgestellt wird. Meuer hält den Chemnitzer Rechner für den Rechner "mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis weltweit". Weil der Rechner selbst entworfen und aus herkömmlichen Teilen gebaut wurde, kostete er nur etwa ein Fünftel des Preises eines kommerziellen Supercomputers.

Insgesamt befinden sich nur fünf Selbstbaurechner auf der Liste: auf Platz 84 der C-Plant Cluster der Sandia National Laboratories aus Albuquerque im US-Bundesstaat NewMexico, auf Platz 126 der CLiC der Chemnitzer Uni, auf Platz 215 der "Kepler" der Uni Tübingen, auf Platz 396 der "SCore II" des Real World Computing (RWCP)/Tsukuba Research Center im japanischen Tsukuba-shi und auf Platz 413 der NT Supercluster des National Center for Supercomputing Applications (NCSA) der Universität von Wisconsin in Urbana-Champaign in den USA.

Falls Sie sich für die Top-500-Liste interessieren: Sie finden sie unter http://www.top500.org/list/2000/11/ im Internet.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Hubert J. Gieß | idw

Weitere Berichte zu: CLiC Cluster Rechner Selbstbaurechner

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein „intelligentes Fieberthermometer“ für Mikrochips
16.01.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wie risikoreich sind autonome Systeme im Automobilsektor?
16.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein „intelligentes Fieberthermometer“ für Mikrochips

16.01.2018 | Informationstechnologie

Diagnostik der Zukunft - Europäisches Projekt zur Erforschung seltener Krankheiten startet

16.01.2018 | Förderungen Preise

Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

16.01.2018 | Biowissenschaften Chemie