Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RWTH Aachen entwickelt einen wichtigen Baustein für das Büro der Zukunft

22.12.2004


Unsichtbare Computer, kein Kabelsalat unter dem Schreibtisch, flexible Smartboards, die durch den Raum geschoben werden können, und nicht jeder sitzt vor seinem eigenen Monitor, sondern alle entwickeln Ideen gemeinsam an einem Bildschirm. Gesteuert werden die Rechner nicht durch eine Maus, sondern das Antippen des interaktiven Screens genügt. Es klingt wie das Büro der Zukunft und ist doch schon zum Teil Wirklichkeit im "Mediaspace Interactive Room" des Lehrstuhls für Medieninformatik der RWTH Aachen.



Eine Grundlage für die Entstehung dieses Raums legte Dipl.-Ing. (FH) Stefan Werner. Er ist Technischer Angestellter am Lehrstuhl und hat an der Fachhochschule Stuttgart - Hochschule der Medien (HdM Stuttgart) studiert. Für seine Diplomarbeit entwickelte er eine spezielle Software, mit der Mehrkanal-Audiodateien über ein kabelloses Netzwerkverschickt werden können. Der Ton kann von vielen Clients gesendet und dann zentral vom Server abgespielt werden. Ähnlich wie bei einem Druckernetzwerk können verschiedene Rechner darauf zugreifen und die Dateien zeitgleich verwenden - und das in höchster DAT-Qualität mit 16 bit/48 Khz. Hier liegt auch der große Unterschied zu den bisherigen, auf dem Markt üblichen Systemen, die alle in viel geringerer Tonqualität durch kabellose Netzwerke schicken. Im Raum abgespielt wird der Sound dann im Mehrkanalton über acht bis neun Lautsprecher. Auch über die Funkkarte eines Notebooks ist der Zugriff möglich, dann aber mit weniger Kanälen.

... mehr zu:
»Baustein »RWTH »Rechner »Server


"Das Hauptaugenmerk lag auf der Verzögerungsfreiheit", so Stefan Werner. Diese liege bei 12,5 Millisekunden, also so gering, dass die Lippenbewegung eines Sprechers und der Ton für den Menschen synchron erscheinen. Dies ist vor allem bei interaktiven Nutzungen entscheidend, zum Beispiel, wenn man ein Keyboard anschließt - für Hobbymusiker Werner eine wichtige Funktion. Hier lag auch die große Herausforderung: 48.000 Samples pro Sekunde fließen durch das Netzwerk - in Paketen von 200 Stück. Zeitgleich spielt der Rechner, der auf die Daten zugreift, den Ton ab. Allerdings zählen beide Rechner, trotz aller Computerpräzision, leicht unterschiedlich. Um diese winzigen Unterschiede intelligent auszugleichen, musste ein neues Programm geschrieben werden, das laut Werner "Relativ viel Rechnerleistung braucht".

Resampling nennt sich diese Verfahren, bei dem das Programm eigenständig Daten weglässt oder hinzufügt, so dass keine Aussetzer wie bei einer beschädigten CD entstehen und vor allem die Qualität nicht leidet. Ansonsten werden handelsübliche Macintosch Rechner verwendet, die auch immer noch die serienmäßige Soundkarte enthalten. Für DOS-Rechner ist das Verfahren nicht anwendbar.

Wichtig für ein Büro der Zukunft ist aber auch die Möglichkeit, dass verschiedene Mitarbeiter gleichzeitig verschiedene Dinge erledigen können, ohne sich dabei zu stören. So wird die Tonübertragung auch dann nicht beeinflusst, wenn auf einem anderen Rechner E-Mails abgerufen und bearbeitet werden. Wie viele Computer gleichzeitig auf den Server zugreifen können, hängt, so Stefan Werner, davon ab, wie hoch die Leistung des Servers ist. Bei entsprechender Server-Kapazität ist also nicht nur ein Büro der Zukunft, sondern vielleicht ein ganzer Konferenzraum denkbar.

Weitere Informationen:

Dipl.-Ing. (FH) Stefan Werner
Lehrstuhl für Informatik X "Medieninformatik"
Tel.: 0241/80 21055
E-Mail: werner@informatik.rwth-aachen.de

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www-i10.informatik.rwth-aachen.de/tiki-index.php

Weitere Berichte zu: Baustein RWTH Rechner Server

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie