Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente multimediale Dokumentenmodelle

20.12.2004


Herkömmliche multimediale Dokumentenmodelle setzen elementare Medienobjekte wie einzelne Bilder und Videos zueinander in Beziehung und schaffen so multimediale Inhalte. Im Rahmen des CULTOS-Projekts wurde ein neuartiges semantisches Webtool entwickelt, das drei verschiedene Aspekte des Multimedia-Inhalts in einer einzigen Einheit integrieren kann.



Computer sind die Zugangspunkte zu einem globalen Netzwerk des Informationsaustausches und geschäftlicher Transaktionen. Deshalb ist es unbedingt notwendig, den Austausch von Daten und Wissen zu vereinfachen. Computergestützte Ontologien werden bei der Unterstützung des Informationsaustauschs eine wichtige Rolle spielen und die Einrichtung eines semantischen Netzes ermöglichen, in dem Wissen, Informationen und Metadaten sowohl für Computer als auch für deren Nutzer zugänglich sein werden.



Eine Ontologie ist eine Reihe von Definitionen für die Darstellung von Wissen. Computergestützte Ontologien sind formale, strukturierte Darstellungen einer Wissensdomäne und spielen beim Wissensaustausch zwischen Computern und Personen eine wichtige Rolle.

Das Netz besteht aus verschiedenen Containern mit Wissen und Medienobjekten. Im Rahmen des CULTOS-Projektes wurde eine Reihe von Schnittstellen für diese Container mit Multimedia-Dokumenten standardisiert. Das Ergebnis ist eine Struktur, in der verschiedene Anwendungen ihre Inhalte untereinander lesen und verstehen können.

Herkömmliche multimediale Dokumentenmodelle ordnen die Medienobjekte nach zeitlichen, räumlichen und interaktiven Beziehungen. Im Rahmen des Projektes wurde die EMMO-Struktur (Enhanced Multimedia Meta Objects) entwickelt, die semantische Beziehungen zwischen zeitbasierten Medien, Bildern und Text definieren kann.

Die EMMO-Struktur ist in der Lage, drei verschiedene Aspekte des Multimedia-Inhalts in einer einzigen Einheit zu integrieren: den medialen, den semantischen und den funktionalen Aspekt. Zusätzlich dazu - und im Gegensatz zu den herkömmlichen multimedialen Dokumentenmodellen - sind die EMMOs weniger von externen Anwendungen oder Softwareprogrammen (z.B. Datenbanktechnologie, Suchmaschinen, Nutzer-Vermittlungsprogramme) zur Inhaltsverarbeitung und -darstellung abhängig.

Im kulturellen Anwendungsbereich können EMMOs Ontologien intertextueller Beziehungen bewerten und durch die Erklärung von Beziehungen zwischen Kunstwerken den Wert von Multimedia-Sammlungen erhöhen. EMMOs tragen zur Entwicklung von webbasierten Bildungs- und Forschungsmöglichkeiten wie interaktiven Online-Präsentationen sowie von Studien intertextueller Beziehungen zwischen verschiedenen Bereichen der europäischen Kultur bei. Das Studium der kulturellen Übersetzung über verschiedene Medien, ethnische und linguistische Grenzen sowie eine wahrgenomme kulturelle Kluft hinweg kann von diesem Ergebnis ebenfalls profitieren.

EMMOs werden in Übereinstimmung mit gegenwärtigen und neu entstehenden Mulitmedia-Normen realisiert. Bei diesem Modell handelt es sich um ein offenes Modell und andere Personen und Einrichtungen werden aufgefordert, die Gestaltungsrichtlinien zu nutzen.

Wernher Behrendt | ctm
Weitere Informationen:
http://www.salzburgresearch.at

Weitere Berichte zu: Aspekt Dokumentenmodelle EMMO EMMO-Struktur Ontologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics