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Flinker Sensor inspiziert Oberleitung von Zügen bei Nacht

07.12.2004


Siemens hat ein Sensorsystem entwickelt, das mittels Bildverarbeitung während der Fahrt und sogar bei Nacht winzige Schäden an Oberleitungen von Zügen aufspüren kann. Damit können Bahnbetreiber eine Strecke vorausschauend warten und Schwachstellen viel früher und zuverlässiger als bislang erkennen, wie das Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet. Siemens ist weltweit der einzige Anbieter eines derartigen Systems. Einzelne Komponenten der Lösung sind bereits im Einsatz.


Gerade auf viel befahrenen Strecken werden die Oberleitungen im Laufe der Zeit stark beansprucht – die Stromabnehmer der Züge nutzen die Fahrdrähte ab, dass eine Leitung reißen und die Bahnlinie über viele Stunden blockieren kann. Die Folgen: Große Verspätungen und hohe Reparaturkosten. Bislang werden nur die Fahrdrähte mit optischen Sensoren überprüft, für die übrigen Leitungen und Komponenten sind Inspekteure zuständig, die die Strecke zu Fuß abgehen oder sie mit Instandhaltungsfahrzeugen langsam befahren. Dabei lassen sich jedoch nur grobe Schäden feststellen, zumal die Fehlerquote hoch und die Suche auf den Tag beschränkt ist.

Das neue System von Siemens-Forschern aus München arbeitet dagegen erheblich schneller und genauer: Es besteht aus mehreren Diodenzeilenkameras und Infrarotlasern, die auf dem Dach eines Messfahrzeugs montiert sind. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern nimmt die Kamera 22.000 Bildzeilen pro Sekunde von den Fahrdrähten und deren Aufhängungen auf, was aneinander gereiht ein „unendlich“ langes Bild ergibt. Mit dem Laserlicht können damit auch in völliger Dunkelheit ein Millimeter kleine Schäden erkannt werden. Daran gekoppelt ist ein Bildverarbeitungssystem, das die Bilder mit früheren Aufnahmen vergleicht. So lässt sich über einen langen Zeitraum der Abnutzungsgrad der Drähte, Seile und Aufhängungen erkennen. Das erlaubt den Betreibern, ihre Bahnstrecke zu dokumentieren und Schwachstellen früher als bislang zu identifizieren. (IN 2004.12.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/pof

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