Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kopierschutz - nein danke!

06.12.2004


Hörbuch-Downloadportal schützt sich mit Wasserzeichen gegen Raubkopien



Harsche Kritik an der gegenwärtigen bundesweiten Diskussion über den Schutz vor Raubkopien bei Musik, Hörbüchern und Videos übt der schwäbische Hörbuch-Verleger Harald Rieck, der das Hörbuch-Portal www.soforthoeren.de betreibt. "Wir wollen unsere Hörbücher online über das Internet verkaufen, und haben kein Interesse an Kopierschutztechniken, für die der Kunde sich entweder neue Abspielgeräte kaufen oder Spezialsoftware auf seinem Computer installieren muss. Unsere Kunden wollen schnell und einfach etwas hören, und niemand aus unserer Branche wird glücklich werden mit Systemen, die an unserer Zielgruppe vorbeigehen oder vor allem der Hardware-Industrie nützen."



Doch ganz ungeschützt möchte auch Rieck seinen elektronischen Content nicht verteilt sehen. Der Schwabe, der sein Angebot seit der Frankfurter Buchmesse im Oktober auf rund zweihundert deutschsprachige Titel fast verdoppeln konnte, hat eine Lösung gefunden: Er setzt unhörbare digitale Wasserzeichen ein, eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts IPSI in Darmstadt. Er lädt - mit Erfolg - auch andere Verlage ein, sich an seinem Portal zu beteiligen; rund dreissig Verlage sind bei ihm bereits an Bord, darunter auch Campus, Patmos und Steinbach. Das Hörbuchprogramm geht querbeet von Erzählungen, Gedichten, Science-Fiction bis hin zum Sachbuch und soll weiter ausgebaut werden. Ganz neu ist beispielsweise Edgar Allan Poe’s "Detektiv C. Auguste Dupin ermittelt in Paris".

"Wir bieten die Hörbücher zum Download im populären MP3-Datenformat ohne Kopierschutz an, so dass sie ohne Komplikationen auch auf älteren Playern oder Billiggeräten aus dem Supermarkt abgespielt und beliebig oft auf CD gebrannt werden können", schildert Rieck die Vorzüge der Technologie.

Doch wer meint, er könne diese MP3-Dateien dann illegal über Tauschbörsen verbreiten, hat sich getäuscht. Er kann durch die nicht entfernbaren und unhörbaren digitalen Wasserzeichen identifiziert und belangt werden - was bereits in einigen Fällen geschehen ist. Und der Schadensersatz kann hoch ausfallen. So will Rieck die schwarzen Schafe bestrafen, ohne die ehrlichen Nutzer mit hohen Kosten für Abspielgeräte oder umständliche Softwareinstallationen zu schikanieren. Natürlich sollte man sich sehr genau überlegen, ob man noch selbstgebrannte CDs mit diesen Titeln weitergibt - denn die Wasserzeichen überstehen beliebig viele Kopiervorgänge. Ärger droht also auch dann, wenn der Freund des Freundes die Dateien in einer Tauschbörse veröffentlicht.

Fraunhofer IPSI: Auf Dauer wird jeder Kopierschutz gebrochen

Dr. Martin Steinebach, Leiter des Wasserzeichen-Entwicklungsteams beim Fraunhofer IPSI, sekundiert Rieck noch aus einer anderen Sicht: "Auf Dauer bleibt kein Kopierschutz ungebrochen - wer sich im Internet umschaut, findet regelmäßig schon kurz nach der Einführung eines neuen DRM-Systems die Instrumente, mit denen er es wieder aushebeln kann. Also machen Investitionen in solche Systeme wenig Sinn - die Unschuldigen werden durch hohe Hardwarekosten und umständliche Handhabung bestraft, und die Raubkopierer bleiben unerkannt."

"Wer nicht über den Schlüssel des Wasserzeichens verfügt, kann noch nicht einmal feststellen, ob überhaupt ein Wasserzeichen in eine Datei eingebettet ist. Damit dürfte in der Praxis das Wasserzeichen kaum entfernbar sein, da kein Angreifer überprüfen kann, ob er erfolgreich war. Tests haben gezeigt, dass die IPSI-Wasserzeichen selbst eine analoge Rundfunkübertragung und Aufnahme vom Lautsprecher auf Tonband überstehen", berichtet Steinebach.

Kontakt:

Fraunhofer-Institut für
Integrierte Publikations- und
Informationssysteme IPSI
Dolivostraße 15
64293 Darmstadt

Dipl.-Volkswirt Michael Kip
Telefon +49 (0) 61 51/8 69-60152
Telefax +49 (0) 61 51/8 69-968
michael.kip@ipsi.fraunhofer.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.soforthoeren.de
http://www.ipsi.de/wasserzeichen
http://www.ipsi.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Abspielgerät Hörbücher Kopierschutz Wasserzeichen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise