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Gesichtserkennungssoftware identifiziert Delfine

17.11.2004


Vergleich von Bildern einer Datenbank



Die Prinzipien von Gesichtserkennungssoftware werden nun auch verwendet, um einzelne Wale und Delfine anhand von Fotos ihrer Flossen zu identifizieren. Forscher und Umweltschützer versprechen sich von dieser Methode eine Vereinfachung der Verfolgung der Meeressäugetiere, ohne diese aufwändigen Kennzeichnungs-Prozeduren unterziehen zu müssen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.



Die Fähigkeit individuelle Tiere innerhalb einer Population zu erkennen, ist der Schlüssel für Forscher, die das Verhalten der Meeressäugetiere studieren, und für Umweltschützer, die versuchen den Status verschiedener wildlebender Spezies zu erforschen. Das Wissen, wo welcher Wal unterwegs ist, ermöglicht es, allgemeine Migrationsmuster zu verstehen. In der Vergangenheit haben Biologen die Tiere mittels Brandzeichen mit Hitze oder flüssigem Stickstoff markiert. Das ist aber unpraktisch und zudem ist unklar, ob solche Methoden den Tieren schaden oder ihr Verhalten beeinflussen.

Anstatt sich auf physikalische Kennzeichen zu verlassen haben Chandan Gope und seine Kollegen von der Universität Texas in Dallas Fotos studiert. Sie haben eine Software entwickelt, die die Muster der Krümmungen der Flossen von Delfinen, Walen und Seelöwen analysiert. Die Form dieser Körperteile verändert sich im Laufe der Jahre ein bisschen, daher bedeutet sie einen zuverlässigen "Fingerabdruck". Das Computerprogramm wählt bestimmte Punkte am Rand der Flossen aus und bildet digital die Kontur nach. Dann vergleicht es die Rundung mit anderen Kurven aus einer Datenbank und wirft die potenziellen Treffer aus. Schon frühere Studien haben versucht, diese Krümmungen für die Erkennung spezifischer Individuen heranzuziehen, aber sie hatten Probleme damit, Bilder zu vergleichen, die aus verschiedenen Winkeln aufgenommen worden waren.

Die neue Software überwindet diese Herausforderung mithilfe eines mathematischen Tricks, der die Rotation einer Linie erlaubt, wobei die Beziehung zwischen den Punkten erhalten bleibt, einschließlich des Verhältnisses der Distanzen zwischen ihnen. Diese verbesserte Methode des Foto-Abgleichs wird es den Meeresbiologen ermöglichen, individuelle Tiere schneller zu identifizieren, glauben die Forscher. Sie haben die Methode bereits an einer Seelöwen-Datenbank mit 97 Bildern getestet. Die Experten räumen aber ein, dass es noch Raum für etwaige Verbesserungen der aktuellen Computerprogramme gibt.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com
http://www.utdallas.edu

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