Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UNIK entwickelt rechtssichere elektronische Dokumente

16.11.2004


Die Universität Kassel bearbeitet den rechtwissenschaftlichen Teil eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts, dessen Ziel es ist, Verfahren zu entwickeln, mit denen die Rechts- und Beweissicherheit elektronischer Dokumente sichergestellt werden kann.

"Derzeit benutzen etwa Architekten vielleicht hundert verschiedene elektronische Formate für ihre Pläne, Baubehörden können aber nur zwei oder drei Formate verarbeiten" sagt Professor Alexander Roßnagel, der das Projekt an der Universität Kassel leitet. "Bei der Transformation der elektronischen Dokumente geht jedoch die elektronische Signatur verloren und damit die Prüfbarkeit des Dokuments hinsichtlich seiner Unverfälschtheit und Herkunft. Bei der Transformation handelt sich um ein Grundlagenproblem des elektronischen Geschäftsverkehrs und der elektronischen Verwaltung." Ähnliche Transformationsprobleme ergeben sich, wenn die Lesbarkeit des elektronischen Dokuments trotz vielfachen Versionenwechsels sichergestellt, das Dokument in ein elektronisches Archiv eingestellt oder eine Papierurkunde in ein elektronisches Dokument transformiert werden soll. Da die Zahl der Datenformate stetig ansteigt, ist die Rechtssicherheit in diesem Bereich zunehmend gefährdet. Ziel des auf 30 Monate angelegten Projekts "Rechtssichere Transformation signierter Dokumente (TransiDoc)" ist es deshalb, Lösungen zu ermöglichen, die digitale Daten zum vollständigen Ersatz von Papierdokumenten machen und den Beweiswert elektronischer Akten auf Dauer sicherstellen.

Mit einer Auftaktveranstaltung im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit startete das vom Ministerium geförderte Projekt TransiDoc am 9.11.2004. Anwendung finden sollen die Projekt-ergebnisse zum Beispiel in der Medizin bei der Digitalisierung von Patientenakten, der elektronischen Antragsbearbeitung in der öffentlichen Verwaltung oder im Arbeitsumfeld von Notaren und Rechtsanwälten. Entsprechend gehören Fachleute der einzelnen Bereiche zu den Projekt-partnern: Beteiligt sind das Zentrum für Infomations- und Medizintechnik des Uni-Klinikums Heidelberg (ZIM), Intercomponentenware AG (ICW), curiavant Internet GmbH, die Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung an der Universität Kassel (provet) sowie die Bundes-notarkammer. Konsortialführer ist das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnik (SIT) in Darmstadt.

In einem interdisziplinären Ansatz erarbeiten die Projektpartner dazu gemeinsam nicht nur technische, sondern auch organisatorische Lösungsvorschläge. In einem zweiten Schritt sollen dann Werkzeuge zur Erzeugung, Bearbeitung und Prüfungen von Lösungen entstehen. Leitgedanke ist dabei die Entwicklung eines "Transformationssiegels" für elektronische Daten. Anhand dieses Siegels sollen spätere Gutachter wie bei einer Beglaubigung genau nachvollziehen kön-nen, was wann wie mit dem Dokument geschah. Zur Sicherstellung der Rechtssicherheit ist die Überprüfung der Projektergebnisse in Form einer von provet entwickelten Simulationsstudie geplant, in der Richter und Rechtsanwälte in Beispielprozessen mit transformierten elektronischen Dokumenten arbeiten. Erste Software-Ergebnisse werden 2006 erwartet.

Stefanie Fischer-Dieskau | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte
23.10.2017 | Universität Bielefeld

nachricht IT-Sicherheitslücken – Gefahr für die Produktionstechnik
23.10.2017 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie