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Unwetterfrühwarnsystem WIND warnt jetzt auch Kommunen und Unternehmen

10.11.2004


Gewerbe und Organisationen können ab sofort mit Unwetterfrühwarnsystem WIND Schäden vermeiden und Betriebsabläufe verbessern / Neue Technik schon bei Privatpersonen bewährt


Das elektronische Unwetterfrühwarnsystem WIND (Weather Information on Demand) warnt nun auch Kommunen und Unternehmen aktiv vor Wettergefahren wie Sturm, Starkregen, Schnee, Hagel oder Glatteis. Die Information erhalten die Nutzer wahlweise direkt per SMS, Fax oder E-Mail. Punktgenaue und rechtzeitige Wettermeldungen verbessern die Planung und Organisation der Katastrophendienste, der Räum- und Winterdienste der Kommunen genauso wie die der örtlichen Feuerwehren. Auch Gewerbebetriebe und Industrieunternehmen profitieren von der Technik.

WIND ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit des Fraunhofer ISST, der Meteomedia AG (Jörg Kachelmann) und der öffentlichen Versicherer. WIND startete 2002 als Pilotprojekt mit 2 000 Kunden der Versicherungskammer Bayern. Zum 1. November 2003 wurde die Nutzerzahl für Privatkunden gemeinsam mit den öffentlichen Versicherern auf 50 000 erhöht, seit 1. November 2004 ist nun auch dieses Kontingent gefallen.


"Mit WIND haben wir unser gemeinsames Ziel erreicht, die Sicherheit unserer Kunden zu erhöhen", erklärt Walter Lechner, Vorstands-mitglied der Versicherungskammer Bayern. WIND beschreibe einen neuen und innovativen Weg der Schadenverhütung. "Wer mithilft, Schäden zu vermeiden", so Lechner weiter, "schützt unmittelbar sein eigenes Hab und Gut. WIND ist in dieser Form und Qualität in Europa derzeit einmalig. Damit haben die öffentlichen Versicherer neue Maßstäbe in Sachen Kundenorientierung und Kundenbindung gesetzt."

Der Erfolg des Systems basiert auf zwei Elementen: zuverlässigen Wetterdaten und einem schnellen und passenden Informationsfluss. Für Ersteres steht die Meteomedia AG mit fast 500 privaten Wetterstationen, die zusätzlich zum ebenfalls zur Verfügung stehenden staatlichen Netz ausgewertet werden. "Ohne die derzeit 750 Standorte mit aktuellen und hochwertigen Wetterdaten funktioniert das ganze System nicht", beschreibt Jörg Kachelmann, Geschäftsführer der Meteomedia AG, das Problem. "Nur auf Basis dieser Daten sind die notwendigen kleinräumigen Prognosen - zum Teil bis auf die Geokoordinate genau - möglich. So werden von unserer Unwetterzentrale in Bad Nauheim, die rund um die Uhr von Meteorologen besetzt ist, z. B. heranziehende Schwergewitter kurzfristig und exakt per Niederschlagsradar erkannt. Diese Informationen können aber - aufgrund ihrer Dynamik und der individuellen Anforderungen der Betroffenen - nicht über klassische Medien wie TV, Radio oder Internet verbreitet werden." Der genaue Informationsfluss und eine auf die aktuelle Nutzersituation abgestimmte Warnung werden erst durch das innovative Verteilsystem des Fraunhofer ISST möglich: "Wetterkatastrophen sind immer auch Informationskatastrophen. Die Informationen, die für Warnungen verwertbar wären, sind meist rechtzeitig vorhanden, erreichen den Betroffenen aber oftmals viel zu spät oder in unbrauchbarer Form", sagt Prof. Dr. Herbert Weber, Institutsleiter des Fraunhofer ISST. "Was fehlt, um den Informationsverkehr sinnvoll zu steuern, ist nicht etwa die Technik oder die Infrastruktur, sondern die intelligente Informationslogistik."

Die Informationslogistik - ein Forschungsschwerpunkt des Fraunhofer ISST - ist die Technologie hinter WIND. Im Fall einer Unwetter-meldung stellt das System z. B. fest, wo sich der WIND-Abonnent aufhält, ob er betroffen ist, ob er bereits Nachrichten erhalten hat, auf welchem Endgerät er zu welchem Zeitpunkt am besten erreichbar ist und welche Zusatzinformationen (z. B. Verhaltensweisen) in dieser Situation sinnvoll sind.

WIND ist die Erfolgsgeschichte einer Forschungskooperation. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, Forschung auch immer anwendungsnah und mit konkretem Praxisbezug zu betreiben. "Im Projekt WIND haben wir mit den öffentlichen Versicherern und der Meteomedia AG Partner gefunden, die Innovationen vorantreiben und dabei auch Risiken eingehen. Für uns ist dies ein Paradebeispiel, wie in Deutschland Forschungsergebnisse schnell und unbürokratisch in nutzbringende Anwendungen umgesetzt werden können", findet Weber. Da Unwetter an Staatgrenzen nicht halt machen, gibt es erste Pläne und Verhandlungen, das System auf das europäische Umland auszuweiten.

Ines Jansky | idw
Weitere Informationen:
http://www.unwetterzentrale.de
http://www.isst.fhg.de

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