Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Faszination Technik: Durch virtuelle Welten schreiten

26.10.2004


In virtuelle Welten eintauchen, etwa durch ein Molekül spazieren oder in luftiger Höhe um eine Kathedrale kreisen. Möglich ist das beim "Tag der Technik", zu dem die Informatiker der Uni Würzburg am Freitag, 29. Oktober, die gesamte Öffentlichkeit einladen. Die Wissenschaftler wollen die Besucher für Technik faszinieren und sie mit einem bunten Programm das Potenzial der Informatik erleben lassen.

... mehr zu:
»ESA »Faszination »Rechner »VDI

Drei große Projektionswände, dahinter Rechner, Beamer und Umlenkspiegel. Davor der Laie mit einer leichten 3-D-Brille auf der Nase, staunend über die perfekte Illusion. Infrarotkameras melden seinen Standort an die Rechner. Die wiederum sorgen mit Projektionen dafür, dass der Besucher den Eindruck hat, gerade durch ein buntes, spiralförmiges Molekül zu schreiten. Grob vereinfacht, aber ungefähr so funktioniert der "Cave" im Informatik-Institut der Uni am Hubland.

Natürlich benutzen die Forscher diese Installation der Firma Otlo VR Systeme GmbH (Rostock) nicht zu ihrem Vergnügen. Stattdessen verfolgen sie dieses Ziel: Mit Videokameras ausgestattete Roboterfahrzeuge sollen in unwirtlicher oder gefährlicher Umgebung - zum Beispiel auf dem Mars, in Wüsten oder bei Katastropheneinsätzen - ihre Umwelt erfassen und den Menschen in sicherer Entfernung einen realistischen Eindruck von der Umgebung vermitteln. Mit Hilfe des "Cave" sollen möglichst effektive Systeme zur Fernsteuerung von Roboterfahrzeugen entwickelt werden.


Von 10.00 bis 17.00 Uhr können sich die Gäste beim "Tag der Technik" außerdem über die Prinzipien der Datenübertragung bei UMTS-Handys, über zukünftige Möglichkeiten des Internet oder über die Erstellung von Schaltplänen für Chips informieren. Um mehr Sicherheit im Straßenverkehr geht es bei der Präsentation von Fahrerassistenz-Systemen. Auch Informationssysteme für die Medizin gibt es zu sehen, etwa eine DVD-Version des Springer-Lexikons Medizin mit rund 200 Videoclips, die unter anderem Operationstechniken zeigen.

Mit im Programm ist zudem UWE-1, der Universität Würzburg Experimentalsatellit - ein würfelförmiger Mini-Satellit mit zehn Zentimeter Kantenlänge, den Würzburger Studenten gebaut haben. Im Mai 2005 soll er in eine Umlaufbahn um die Erde geschossen werden, um unter Weltraumbedingungen Internet-Protokolle auszutesten. Die Technik, um ihn dann von Würzburg aus zu steuern, wurde soeben auf dem Dach des Informatik-Instituts installiert. Zur Zeit wird seine Raumtauglichkeit bei der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA in Holland getestet.

Von der ESA kommt auch der prominente Gast, der beim "Tag der Technik" in englischer Sprache den Hauptvortrag hält: Gaele Winters, Direktor des "European Space Operations Centre" in Darmstadt, spricht über aktuelle Ergebnisse von Weltraum-Missionen, die zurzeit von Darmstadt aus kontrolliert werden. Er geht auch auf die Rolle ein, welche die Informatik bei der Bewältigung dieser technischen Herausforderungen spielt. Sein Vortrag beginnt um 10.45 Uhr im Turing-Hörsaal, gleich nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Institutssprecher Klaus Schilling und Unipräsident Axel Haase (10.15 Uhr).

Um 11.30 Uhr werden dann vier Würzburger Informatiker für herausragende Arbeiten im Bereich der Technik ausgezeichnet. Sie erhalten Preise von je 250 Euro, die von den Unternehmen Datev eG (Nürnberg), iisy AG (Würzburg), der Sparkasse Mainfranken und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gesponsert wurden.

Ab 14.00 Uhr gibt es ein Vortragsprogramm, in dessen Mittelpunkt die Technische Informatik steht. Der entsprechende Studiengang wird an der Uni Würzburg in diesem Wintersemester erstmals angeboten. Von 10.00 bis 17.00 Uhr präsentieren sich außerdem die sieben Würzburger Informatik-Lehrstühle sowie Firmen, darunter die Audi AG (Ingolstadt), das Würzburger Ingenieurbüro Wölfel oder der VDI. Sie alle zeigen die Vielfalt der Informatik in der Technik und stellen neue Entwicklungen vor.

Alle Veranstaltungen beim "Tag der Technik" sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter T (0931) 888-6678, Fax (0931) 888-6679, E-Mail: jdt@informatik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.informatik.uni-wuerzburg.de/jdt/

Weitere Berichte zu: ESA Faszination Rechner VDI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie