Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stuttgarter Supercomputer erzielt Spitzenwerte beim High Performance Computing-Challenge

13.10.2004


In der PC-Welt sind die Hersteller bereits seit längerem von den eigentlich irreführenden Geschwindigkeitsangaben als alleinigem Leistungskriterium ihrer Prozessoren abgegangen. Die gleiche Entwicklung vollzieht sich nun bei der Bewertung von Supercomputern. Das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) der Universität Stuttgart hat am 12. Oktober 2004 Testergebnisse für seinen im März 2004 installierten Supercomputer veröffentlicht. Das Ergebnis zeigt, dass der Supercomputer die Voraussetzungen für eine hohe Leistung bei wissenschaftlichen Anwendungen erfüllt.


Das unter anderem von DARPA, der Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums, sowie der amerikanischen National Science Foundation unterstützte Bewertungsverfahren "HPC Challenge Benchmark" (HPC steht für High Performance Computing) zieht für die Leistungsmessung von Supercomputern insgesamt 23 Tests heran. Damit soll eine bessere Bewertung des realen Leistungsvermögens von Höchstleistungsrechnern ermöglicht werden. In 13 von 23 Einzelmessungen übernimmt der Supercomputer der Universität Stuttgart die Spitzenposition in der Liste und lässt Systeme von Cray, Intel und IBM deutlich hinter sich. Damit bestätigt sich die Entscheidung des HLRS, hoch integrierte Systeme aufgrund ihrer für den Benutzer höheren Leistung lose gekoppelten Standardlösungen vorzuziehen.

Der Supercomputer besteht aus einer Installation von sechs Systemen der Serie SX-6 von NEC. Sie gehören zu den schnellsten Computern der Welt. Jede SX-6 rechnet parallel mit acht Vektorprozessoren, die bis zu 93,3 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde (93,3 Gigaflops) ausführen können. Alle acht Prozessoren einer SX-6 können mit bis zu 288 Gigabytes pro Sekunde auf einen bis zu 128 Gigabyte großen Hauptspeicher zugreifen.


Über den HPC Challenge Benchmark

Die 23 Einzeltests des HPC Challenge messen nicht die theoretische Spitzenleistung eines Rechners, sondern versuchen, die Leistung der Rechner in der realen Anwendung wiederzugeben. Dazu werden nicht nur die Prozessorleistung, sondern vor allem die für den Benutzer entscheidenden Kriterien getestet: beispielsweise die Schnelligkeit des Datentransfers vom Arbeitsspeicher zum Prozessor, die Geschwindigkeit der Kommunikation zwischen zwei Prozessoren eines Supercomputers sowie die Antwortzeiten und Datenkapazität eines Netzwerks. Da der Test verschiedene Aspekte eines Systems misst, werden die Ergebnisse nicht in einer einzelnen Zahl angegeben. Die Gesamtheit aller Messungen erlaubt jedoch eine Bewertung der Leistungsfähigkeit des Systems bei Hochleistungsrechenanwendungen.

Zum HLRS

Das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) der Universität Stuttgart wurde 1995 als das erste deutsche Bundeshöchstleistungsrechenzentrum gegründet. Es stellt Institutionen aus Lehre und Forschung sowie externen und industriellen Partnern Supercomputer-Rechenleistung für technische und wissenschaftliche Anwendungen zur Verfügung. Die Kernkompetenz des HLRS ist die Modellierung und Simulation komplexer Systeme. Über ein Public-Private Joint Venture sowie über zahlreiche Projekte ist das HLRS intensiv mit der industriellen Forschung von Unternehmen wie DaimlerChrysler und Porsche als Partner für Wissenschaft und Wirtschaft verbunden.

Weitere Informationen
Prof. Dr.-Ing. Michael Resch, Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stutt-gart, Allmandring 30, D-70550 Stuttgart, Tel. 0711/685-5834, Fax 0711/678-7626, e-mail: resch@hlrs.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://icl.cs.utk.edu/hpcc/index.html
http://www.hlrs.de/people/resch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing
13.12.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften