Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Kommunikation

26.08.2004


Erfurter Kommunikationswissenschaftler untersuchen Fähigkeiten des "Computerhundes" AIBO


Prof. Krotz mit Computerhund "Waldi"



"What´s your name?", sagt Prof. Friedrich Krotz mit betont klarer Aussprache. Computerhund AIBO, der vor ihm auf dem Tisch sitzt, hebt den Kopf, schaut ihn an und antwortet "Waldi". "Manchmal hat er aber auch keine Lust und ignoriert den Fragesteller, weil ein anderer Gegenstand seine Aufmerksamkeit erregt hat", erklärt der Wissenschaftler, den die autonomen Verhaltensweisen von "Waldi" besonders interessieren.

... mehr zu:
»Aibo »Computerhund »Künstlich


Der Name "Waldi" steht für das Projekt "Wireless Artificial Living Dog Inspection" der Erfurter Kommunikationswissenschaftler, in dessen Verlauf sie die kommunikativen Fähigkeiten des künstlichen drahtlosen Hundes explorativ untersuchen wollen. "Waldi kombiniert eine physische Hülle (Hardware) mit Verstand (die AIBO MIND Software), wodurch er sich bewegen, denken und lebensechte Attribute für Gefühl, Instinkt, Lernen und Wachstum zum Ausdruck bringen kann", erklärt Prof. Dr. Friedrich Krotz. In Japan, der Heimat des Computerhundes bedeutet das Wort AIBO auch "Partner" oder "Kumpel". Krotz will testen unter welchen Bedingungen Menschen zu solchen künstlichen Kommunikationspartnern soziale Beziehungen aufnehmen, die über einen einfachen Kontakt hinausgehen.

Etwa 50.000 Exemplare von der dritten Generation des AIBO-Roboters hat die Firma Sony weltweit bislang verkauft. Hinter dem Erfolg solcher Geräte und Programme (man denke auch an die Welle der Tamagotchis) stehen Angebote zu interaktiver bzw. künstlicher Kommunikation. "Man könnte künstliche Kommunikation als Spielerei abtun, wenn sie nicht immer deutlicher in den Vordergrund treten würde", so Krotz. In Japan, mit seinem kulturell ganz anders geprägten Verständnis von Maschinen, aber auch an deutschen Frauenhofer-Instituten wird derzeit daran geforscht, Roboter zu bauen, die in der Altenbetreuung hilfreich sind. Andere Zielgruppen für den AIBO sind Kinder oder technikbegeisterte Singles.

"Automatisierte Geräte und Dienstleistungen werden nur dann Erfolg haben, insoweit sie als kommunikative Gegenüber angenommen werden", ist der Wissenschaftler überzeugt. Zwei Wochen hat er das jetzt in der eigenen Familie getestet. Drei Studierende werden in den nächsten Wochen "Waldis" Kommunikationsfähigkeit mit Testpersonen beobachten und protokollieren. Sein "Zuneigungsinstinkt" und sein "Suchinstinkt" werden ihn immer wieder veranlassen, Kontakt zu Menschen aufzunehmen. Nützlich ist auch sein "Ladeinstinkt", der sich durch das Bestreben bemerkbar macht, eine Stromquelle zum Laden des Akkus zu finden. "Bewegungs- und Schlafinstinkt" hat er ebenso wie richtige Hunde. Im Verlauf des Zusammenlebens wird "Waldi" weitere Verhaltensmuster entwickeln und dazulernen", ist sich Krotz sicher. Die systematische Erforschung der künstlichen Kommunikationsform werde sich auf jeden Fall lohnen und sei ein zukunftsträchtiges Feld. Die finanziellen Mittel für diese erste Untersuchung hat die Universität bereitgestellt. Später ist auch daran gedacht, "Waldi" in der Lehre einzusetzen. "Unseren Studenten können wir so beispielsweise den Medienwandel erfahrbar machen".
Interessierte Testpersonen können sich per melden.

Kontakt: Prof. Dr. Friedrich Krotz, Tel.:0361-737-4170, E-Mail: friedrich.krotz@uni-erfurt.de

Jens Panse | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de

Weitere Berichte zu: Aibo Computerhund Künstlich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Das Start-up inveox will Krebsdiagnosen durch Automatisierung im Labor zuverlässiger machen
15.06.2018 | Technische Universität München

nachricht Fußball durch die Augen des Computers
14.06.2018 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics