Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Riesen-Chance für die Wirtschaft - Ambient-Intelligence hat hohes Entwicklungspotenzial

20.08.2004


Wenn Hausgeräte miteinander kommunizieren, Kaufhauskunden bargeldlos und automatisiert bezahlen oder Fahrgäste sich via Handy und Internet ihr Ticket kaufen, sprechen Experten von "Ambient Intelligence". Diese Hochtechnologie ist der nächste logische Schritt in der Evolution der digitalen Informations- und Kommunikationswelt. Darauf weist Dr. Ursula Baumeister hin, Geschäftsführerin der auf den Weiterbildungsbedarf von technischen Fach- und Führungskräften spezialisierten Verbund IQ gGmbH.



"Ambient Intelligence" (AmI) meint das intelligente Umfeld des Menschen für das Leben in der Zukunft. Eine Umgebung, die sensitiv und adaptiv auf die Anwesenheit von Menschen und Objekten reagiert und dabei dem Menschen vielfältige Dienste leistet.



Ein Beispiel für den privaten - sportlichen - Bereich ist "Wearable Computing", also Kleidung, die fühlt und denkt: Das Bedürfnis nach ortsungebundener, jederzeit verfügbarer Information und Kommunikation wird durch die heutigen Technologien nicht abgedeckt. Mit Hilfe von AmI wird die Vision eines anziehbaren (wearable) Kommunikationscomputers greifbar, der kontinuierlich weiß, wo und in welcher Situation man sich befindet (in Extremsituationen zum Beispiel beim Bergsteigen), und der versucht, aktuell notwendige Informationen und Auskünfte aus dem Umfeld und dem Internet zusammenzutragen, mit dem über Sprache, Gestik, eingenähte Tastaturen und Brillendisplay kommuniziert wird.

Technologische Basis von AmI ist ein Netzwerk nahezu unsichtbarer, miteinander vernetzter, rechnender Knoten, die über verschiedene Sensoren Informationen sammeln, diese verarbeiten und über Aktuatoren auf die Umgebung einwirken. Nach Meinung von Experten wird Ambient Intelligence bedeutende Auswirkungen auf unsere zukünftige Lebens- und Arbeitsqualität haben und dabei Behaglichkeit sowie ein sicheres Umfeld für den Menschen schaffen. Grundforderung an die Anwendung ist deren leichte Bedienbarkeit.

Mit Ambient Intelligence entstehen neue ökonomische Chancen für Wirtschaft und Beschäftigung. Das Entwicklungspotenzial von AmI soll dem der Mobilfunkbranche mit einem weltweiten Jahresumsatz von über 500 Milliarden Euro nicht nachstehen. Das sieht auch die Europäische Kommission (EU) so. Zur Förderung strategischer Forschung wie angewandter Entwicklung hat die EU in ihrem 6. Rahmenprogramm insgesamt 3,63 Milliarden Euro für den Bereich "Information Society Technology" (IST) eingeplant, zu dem auch AmI gehört.

In der IT bedeutet AmI eine Herausforderung an die Ingenieure in der Prozessgestaltung der Produktion. Denn AmI steht auch für eine Weiterentwicklung in der Produktion von der heute üblichen variantenreichen, technologiezentrierten Massenfertigung hin zu einer kundenindividuellen, mitarbeiterzentrierten Maßfertigung. Neue Automatisierungslösungen, die in Abhängigkeit von Informationsverfügbarkeit, Komplexität und Situation dynamisch konfigurierbar sind, werden künftig für die Produktion ebenso erforderlich sein, wie Konzepte zur Bewältigung der anfallenden Kommunikations- und Regelungsaufgaben über weit verteilte Netzwerke.

In der Dienstleistung ist AmI geeignet, das Arbeitsumfeld des Menschen so adaptiv und angenehm wie möglich zu gestalteten. Eine Vielzahl von elektronischen, optischen und audiographischen Hilfsmitteln wird die Arbeit möglichst passend auf die Person auslegen, so dass nicht die Maschine den Takt angibt, sondern das Individuum. Der Mensch ist überall dort präsent, wo flexibles Arbeiten oder flexible Entscheidungen im Vordergrund stehen. Die Technik assistiert dem Menschen im AmI-Umfeld.

Beispiel: Die Ausrüstung eines künftigen Elektromonteurs bei der Anschlussverdrahtung von Schaltschrank und Vorortverteiler besteht mit AmI unter anderem aus Schutzhelm mit integrierter Farbkamera, integriertem Mikrofon, Lautsprecher sowie automatisch gesteuertem Laserpointer. Mit Hilfe von AmI wird der Service-Techniker bei der Wartung von komplexen Systemen geleitet. Das technische System übernimmt Assistenzfunktionen.

Die Verbund IQ gGmbH und die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürn-berg laden am 25. November - unterstützt vom VDI - zum ersten Bayerischen Symposium Ambient Intelligence ein. Dort berichten hochkarätige Referenten wie zum Beispiel Reinhold Achatz (Vice President Corporate Technology, Siemens), Prof. Dr. Heinz Gerhäuser (Leiter Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS) oder Dr. Ralf Guido Herrtwich (Leiter Telematic und E-Business, DaimlerChrysler) von möglichen Anwendungen und Produkten.

Weitere Informationen gibt es direkt bei Verbund-IQ. Kontakt: Dr. Ursula Baumeister, Telefon 0911 / 424599-0; Fax -50; Mail: info@verbund-iq.de.

Diplom-Sozialwirt Marc Briele | idw
Weitere Informationen:
http://www.verbund-iq.de

Weitere Berichte zu: Ambient Entwicklungspotenzial Intelligence Technology

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften