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Drahtloser PC für Entwicklungsländer

16.08.2004


Verkleinerung der digitalen Kluft

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Ray Reddy, bekannt als Pionier in der Forschung für Artificial Intelligence (AI), hat ein neues Projekt geplant, das die digitale Kluft zwischen Arm und Reich verkleinern soll. Im Projekt PCtvt will der Professor der Carnegie Mellon University einen drahtlosen vernetzten PC für die ärmsten Bevölkerungsschichten entwickeln, berichtete der Branchendienst Cnet. Als Zielgruppe für den 250-Dollar-Computer sieht Reddy vier Mrd. Menschen, die jährlich von weniger als 2.000 Dollar leben müssen.

Eine einfache Fernbedienung kontrolliert das Geräte, das als Telefon, TV-Gerät, Videofon und DVD-Player verwendet werden kann. Auch der Versand elektronischer Nachrichten oder das Abrufen lokaler Zeitungen über das Internet ist möglich. Die Funktion des PCs wurden absichtlich eingeschränkt um die Handhabung zu vereinfachen. Bereits im November will Reddy die ersten 100 Protoypen des PCtvt in Indien und möglicherweise auch in anderen Ländern installieren.


Entwicklungsländer, in denen große Teile der Bevölkerung nicht lesen können, sollen für das spezielle Projekt als Absatzmarkt dienen. Gemeinschaften, die bisher von der digitalen Welt abgeschnitten waren, werden so mit EDV- und Kommunikationstechnologien versorgt. Reddy will damit beweisen, dass sich Informationstechnologien auch in verarmten Gesellschaften durchsetzen können. Unterstützt wird das ehrgeizige Projekt von Microsoft und dem koreanischen Computerhersteller TriGem. Microsoft stellt für das Projekt eine billige, gekürzte Windows OS-Version zur Verfügung.

Auch Partnerschaften mit dem Indian Institute of Science, dem Indian Institute of Information Technology und der kalifornischen Universität Berkley wurden aufgebaut. Forscher der kalifornischen Universität beschäftigen sich mit der Entwicklung von drahtlosen, digitalen high-speed Netzwerken für ländliche Gemeinden. Auch Sozialwissenschaftler werden in die Arbeiten eingebunden, um die Auswirkungen des Projektes auf Gemeinschaften zu untersuchen.

Die Ideen hinter Reddys Projekt stammen eigentlich von Jean-Jacques Servan-Schrieber, der bereits in den frühen Achtzigern das World Center for Computing and Human Resources in Paris gründete. Schon damals dachte man daran, Entwicklungsländer durch die Einführung biologischer und mikroelektronischer Technologien an die industrielle Gesellschaft anzuschließen.

Reddys Herangehensweise unterscheidet sich von den Bemühungen anderer Forscher vor allem dadurch, dass er auch die ärmsten Gemeinden als potenzielle Computermärkte ansieht. Seiner Meinung nach ist ein einfaches Gerät, das zur Unterhaltung dient, auch für die ärmsten Bevölkerungsschichten begehrenswert. Die frühen Projekte konzentrierten sich laut Reddy besonders auf Datenverarbeitung. Heute werde mehr auf Kommunikation Wert gelegt, meinte der Forscher.

Irene Zöhrer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cmu.edu
http://www.news.com

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