Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Physiker bauen superschnelle Digitalzähler aus Y-Transistoren

20.07.2004


Handys, Computer, Autos, Produktionsmaschinen: Die Mikroelektronik und ihre Anwendungen sind heute in vielen Bereichen wichtig. Dabei ist der Fortschritt rasant: Etwa alle 18 Monate verdoppelt sich die Anzahl der elektronischen Bauelemente, die auf einem Computerchip Platz finden. Dieser zunehmenden Miniaturisierung sind allerdings Grenzen gesetzt. Für die immer kleineren und dünneren Strukturen sind Grenzflächen und Zwischenschichten notwendig, die zum Teil nur noch wenige Atomlagen dick sind. Dadurch verändern sich die elektronischen Eigenschaften der Schichten und es kommt zu ungünstigen Effekten - das macht neue Entwicklungsansätze für Bauelemente und Schaltungen nötig.



In der Mikroelektronik geht es um Strukturen in der Größenordnung von Mikrometern, was dem tausendsten Teil eines Millimeters entspricht. Weitaus winziger ist die Nanowelt: Ein Nanometer entspricht einem millionstel Teil eines Millimeters. "Es wird voraussichtlich höchstens noch zehn Jahre dauern, bis wir mit der herkömmlichen Silicium-Technologie beim Übergang von der Mikro- zur Nanoelektronik Probleme bekommen", so der Würzburger Physiker Lukas Worschech.



Darum forschen die Wissenschaftler in FORNEL an neuen Methoden, um winzige Strukturen unter 50 Nanometern aufzubauen. Auch Konzepte für Bauelemente sind gefragt - zum Beispiel mit Hilfe der so genannten Y-Transistoren, mit denen sich Verstärker oder Digitalzähler in extrem kompakten Schaltkreisen bauen lassen. An genau dieser Thematik arbeiten die Physiker an der Uni Würzburg, deren FORNEL-Projekt von Professor Alfred Forchel geleitet wird.

In der herkömmlichen Elektronik wird der Stromfluss in einem Transistor durch das Anlegen einer Spannung gesteuert. Für die durchfließenden Elektronen bedeutet das eine Barriere, sie werden gebremst. In einem Y-Transistor durchlaufen die Elektronen einen y-förmigen Kanal. In diesem verteilen sie sich nach rechts und nach links, ohne dabei gestoppt zu werden - darum sind Y-Transistoren wesentlich schneller. Auf dieser Grundlage wollen die Würzburger Physiker nun Digitalzähler bauen, die ankommende Strompulse sehr schnell zählen können.

Weitere Informationen: PD Dr. Lukas Worschech, T (0931) 888-5813, Fax (0931) 888-5143, E-Mail: worschech@physik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Bauelement Digitalzähler Nanometer Physik Y-Transistor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften