Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flexible Preismodelle erhöhen Nachfrage von gebündelten Web Services

17.05.2004


Studie der Humboldt-Universität zu Berlin und IBM: Standardisierung fördert Web Services



Anbieter von gebündelten, netz-basierten Diensten, so genannten Composite Web Services, brauchen neue Preisfindungsmodelle, um zukünftig erfolgreich am Markt zu sein. Durch Auktionen und dynamische Preisverhandlungen, die sich mittels elektronischer Agenten automatisieren lassen, könnten Anbieter von gebündelten Web Services eine höhere Nachfrage bei Kunden erzielen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Forschungszentrums InterVal der Humboldt-Universität zu Berlin und dem IBM Entwicklungszentrum Böblingen. 242 Teilnehmer wurden in diesem Online-Experiment in die Rolle eines Dienstnutzers versetzt und beantworteten Fragen zur Verwendung von Composite Web Services.



Web Services bilden den Kern einer neuen Technologie zum Zusammenführen verschiedener Programme über Internet-Standards. Durch die Nutzung dieser Standards sinken die Kosten der Integration von IT-Komponenten gegenüber herkömmlichen Technologien erheblich. Zudem ermöglichen sie einen einfachen Austausch einzelner Komponenten sowie das Bündeln mehrerer Einzelkomponenten zu einer komplexen Anwendung - auch über Unternehmensgrenzen hinweg.

Gebündelte Web Services lassen sich als eigenständiges Produkt vermarkten und können aus Komponenten verschiedener Hersteller bestehen. Für diese Bündelung ist die Zahlungsbereitschaft trotz der geleisteten Vorarbeit des Dienstanbieters niedriger als für die Summe der einzelnen Komponenten. Laut Studie honorieren über 80 Prozent der Befragten diese Dienstleistung nicht. "Ein Kunde, der eine Reise komplett über ein Online-Reisebüro bucht, ist nicht bereit dafür mehr zu bezahlen als wenn er die Buchung des Hotels, des Flugs und des Mietwagens über separate Webdienste vornimmt", erläutert Professor Oliver Günther, Leiter des Berliner Forschungszentrums InterVal und Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik der Humboldt-Universität zu Berlin. "Mit Hilfe der Studie zeigen wir, wie Web Services-Anbieter diesem Dilemma mit Hilfe einer variablen Produktgestaltung in Form von Baukastensystemen und flexibler Preisgestaltung, zum Beispiel durch auslastungsabhängige Preise, begegnen können."

Die Studie belegt, dass etwa 60 % der Befragten flexible Preismodelle und damit die Option eines Wechsels zwischen nutzungsabhängigen (Volumen- oder Zeittarife) und pauschalen Gebühren (Flatrates) bevorzugen. Über 50 % der Experiment-Teilnehmer ziehen darüber hinaus in jedem Fall eine Auktion einem verhandelten oder festen Preis vor.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Werden gebündelte Web Services zusammen mit Produkten einer anderen Kategorie, wie zum Beispiel einer Reise, angeboten, interessiert sich der Kunde nicht für den Preis der einzelnen Leistungen. Für ihn spielt nur der Paketpreis eine Rolle. Anbieter müssten daher auf Angebote mit einer hohen Gesamt-Gewinnspanne achten, um ihren Absatz zu fördern.

Informationen: Prof. Dr. Oliver Günther, Institut für Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Tel.: [030] 2093-5743
Dipl.-Ing. Clemens Rath, [030] 2093-5662
crath@wiwi.hu-berlin.de


HU- Pressestelle | idw
Weitere Informationen:
http://interval.hu-berlin.de

Weitere Berichte zu: Auktion InterVal Preismodell Wirtschaftsinformatik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise