Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Angewandte Forschung für Verteidigung und Sicherheit

05.05.2004


Karlsruhe, Luftbildaufnahme vom IKONOS-Satellit.
Große Ansicht [klick]


Das südliche Rheintal, Luftbildaufnahme vom IRS-Satellit. Große Ansicht [klick]


Ein genaues Bild der aktuellen Lage ist eine wichtige Vorraussetzung, wenn es um Maßnahmen für unsere Sicherheit geht. Inzwischen stehen uns eine Vielzahl von Quellen zur Verfügung, aus denen ein solches Lagebild erzeugt werden kann: Luft- oder Satellitenbilder im optischen, Radar- oder Infrarot-Bereich, oder Videos aus stationären Kameras. Um die Menge an vorliegenden Bilddaten nach auffälligen Merkmalen zu durchsuchen, arbeiten besonders geschulte Bildauswerter unter enormem Zeitdruck und mit hoher Verantwortung. Innerhalb weniger Minuten muss im Ernstfall entschieden werden, ob und welche Aktion ausgeführt werden soll. Der Computer kann hier wesentliche Unterstützung bieten und den Menschen bei seiner Arbeit entlasten, indem er bereits eine Vorauswahl markanter Bereiche und möglicher Klassifizierungen erstellt.


Das Fraunhofer IITB (Institut für Informations- und Datenverarbeitung, Karlsruhe) zeigt auf der Ausstellung aktuelle Forschungsergebnisse zur Computer-gestützten Auswertung von Luft- und Satellitenbildern.

Unter anderem wird ein Exponat zur Objektverfolgung aus beweglichen Sensorträgern, z. B. Hubschraubern präsentiert. Das System ermöglicht die automatische Kompensation der Eigenbewegung des Sensorträgers in Echtzeit und, darauf aufbauend, die Entdeckung und Verfolgung bewegter Objekte. Nichtrelevante Elemente, wie z. B. sich im Wind bewegende Bäume, werden automatisch ausgeblendet.


Vor dem Hintergrund der geplanten Einführung der SAR-Lupe (Synthetic Aperture Radar), eines bildgebenden Radarsensors, wurde das Produkt SAR-Tutor entwickelt. Dieses realisiert das IITB-Konzept des Computer-unterstützten Trainings der für SAR-Lupe benötigten besonders geschulten Radar-Bildauswerter.

Für den intelligenten Sensor-Verbund Aufklärung werden Software-Agenten vorgestellt, die innerhalb kürzester Zeit Daten und Dienste vermitteln, Ontologien für die Interoperabilität im multinationalen Einsatz bereit halten und eine sichere Vernetzung ermöglichen. Dadurch erhält der Nutzer den Zugriff auf alle relevanten Aufklärungsinformationen in kürzester Zeit.

Aus dem Themenfeld Systeminnovation wird die Simulationsplattform GERTICO vorgeführt. Um komplexe Zusammenhänge zuverlässig zu analysieren und vorherzusagen, setzt man heute zunehmend auf die Methode der Simulation. Die Forscher des Fraunhofer-IITB entwickeln für diesen Themenbereich eine Plattform, die eine flexible und leistungsfähige Architektur für die Integration unterschiedlichster Simulatoren auf verschiedensten Systemen bietet.

Erstmals haben sich in diesem Jahr zwei weitere Forschungsinstitute mit dem IITB zusammengeschlossen, um eine Gesamtübersicht über die angewandte Forschung für Verteidigung und Sicherheit zu geben. Die Institute FGAN-FOM (Forschungsinstitut für Optronik und Mustererkennung, Ettlingen) und sein Schwesterinstitut FGAN-FKIE (Forschungsinstitut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie, Wachtberg-Werthhoven) stellen Projekte aus der Nachrichtengewinnung, wissensbasierten Inhaltsanalyse, Multisensordatenfusion und Visualisierung geo-referenzierter Lageinformationen vor.

Weitere Informationen zum Fraunhofer IITB:

Das Fraunhofer IITB ist das Schwerpunkt-Institut für die automatische und interaktive Bildauswertung, die Anwendung der Informationstechnik zur Optimierung industrieller Prozesse sowie für Rechnernetze und Informationsdienste. Wir erarbeiten anwendungsreife Lösungen und bieten ein breites Spektrum, das von Machbarkeitsuntersuchungen über Ablaufanalysen und -optimierungen sowie Verfahrens- und Systementwicklungen bis zur Realisierung und Inbetriebnahme informationstechnischer Komplettsysteme reicht. Qualitätsmanagement und Betreuung der gelieferten Systeme nach Inbetriebnahme vervollständigen dieses Angebot.

Für das Anwendungsfeld Verteidigung und Sicherheit stellt das IITB insbesondere Systemlösungen für die Multisensor-gestützte Aufklärung und Überwachung bereit. Wir bieten Lösungen zur Entscheidungsunterstützung für Krisen- und Konfliktbehandlung mittels automatischer Sensordatenauswertung im gesicherten Informationsnetz. Die Schwerpunktkompetenz des IITB für dieses Anwendungsfeld liegt auf der Auswertung multispektraler, bildgebender Sensoren (optisch, thermisch, Radar etc.).
Diese Kompetenz wird ergänzt durch Forschungen auf dem Gebiet des Wissensmanagements im Informationsnetz sowie Infrastrukturen für die Modellbildung und Simulation.

Ansprechpartner:

Dr. Dieter Willersinn
Fraunhofer IITB Karlsruhe
Tel. 07021 / 6091 - 387
willersinn@iitb.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Sibylle Wirth | idw
Weitere Informationen:
http://www.iitb.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Anwendungsfeld Informationsnetz Radar

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen