Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im Flug durch Straßenschluchten

10.03.2004



Der GeoViewer stellt Gebäude mit unterschiedlicher Auflösung dar: Während die Hamburger Kirche St. Michael und das Justizgebäude im Hintergrund detailreich erscheint, gleichen profane Gebäude eher Lego-Klötzchen.


Das Fieber der Raumfahrt hat Software-Entwickler längst gepackt. Bildgebende Verfahren, Simulationen und deren sichtbare Aufbereitungen sind dank Rechnerunterstützung in die dritte Dimension vorgestoßen. Warum also sollten Landkarten und Stadtpläne nicht zum Himmel streben, zumal es Berge und Kirchen auch tun? Zwar ist Papier geduldiger als Monitore, doch bieten 3-D-Visualisierungen geographischer Informationen ähnliche Vorteile wie in den anderen Bereichen: Der Abstraktionsgrad ist geringer, denn Hilfsmittel wie Höhenlinien im Gelände oder Auf- und Grundrisse von Gebäuden mutieren zum zuschaltbaren Feature. Hinzu gesellt sich ein nicht unwesentlicher Spaßfaktor, zumal wenn die Erde wie im Flugsimulator unter dem Betrachter durchzieht und Häuserschluchten zum Luftraum gehören. Das sieht nach geballter Datenpower aus. Auf ordinären PCs sehr leistungsfähig ist das Programm GeoViewer, das Ergebnisse wie aus dem Projekt »In3D« erst visuell erlebbar aufbereitet. Die Entwicklungen rund um das 3-D-Geo-Informationssystem (GIS) zeigen Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD und der ausgegründeten GIStec GmbH auf der CeBIT in Halle 11.


»Neben einem flüssigen Flug selbst durch große Szenen, legen wir auf ein zweites Feature Wert«, erläutert Daniel Holweg, Leiter der IGD-Abteilung Graphische Informationssysteme. »Zwischen den GIS-Datenbanken und den meisten anderen Visualisierungstools klafft eine Lücke. Der GeoViewer hingegen kann Daten darstellen, ohne dass sie extra vorbereitet werden müssten.« Die dazu programmierten Schnittstellen können auch genutzt werden, um GIS-Daten für andere Programme aufzubereiten und zu exportieren, etwa CAD-Systeme für Architekten. Diese Flexibilität zeichnet auch den GeoViewer aus: Er vereint mehrere Datenquellen unterschiedlicher Auflösung. So verschmilzt beispielsweise in einer Anwendung das vollständige digitale Höhenmodell des Landes Hessen (Auflösung 50 Meter) mit dem deutlich höher aufgelösten Stadtmodell von Darmstadt.

Eine weitere Anwendung spielt in Hamburg. Für den Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung der Hansestadt erzeugten die Wissenschaftler ein komplettes 3-D-Modell. Auf 972 Quadratkilometern, der 1,8-fachen Fläche des Bodensees, ist jedes Gebäude digital abgelegt. Dahinter verbergen sich Fachdaten. Bleibt also der Stadtplaner mit seinem virtuellen Hubschrauber vor einem Haus stehen und klickt darauf, so wird er gleich erfahren, wer etwa der Eigentümer ist oder wann der Gasanschluss installiert wurde.


Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Daniel Holweg, Telefon 06151 / 155-412, Fax -444
Dipl.-Ing. Heiko Blechschmied, Telefon 06151 / 155-419
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Fraunhoferstraße 5, 64283 Darmstadt

Dipl.-Ing. Daniel Holweg | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/german/events/exhibitions/index_ceb04_m02.html
http://www.igd.fhg.de/igd-a5

Weitere Berichte zu: GeoViewer Graphisch Graphische Datenverarbeitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie