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Fit für den Verkehr in der "Fahrradwelt"

04.02.2004


Uni Kassel entwickelt Multimedia-Software zur Vorbereitung von Grundschulkindern auf den Verkehr.



Wenn Björn, Olga, Mehmet und Julia in Burgstadt mit dem Fahrrad unterwegs sind, können ganz schön knifflige Verkehrssituationen auftreten. Das Herausfahren zwischen parkenden Autos, das Fahren in der Gruppe oder auf dem Gehweg bergen Gefahren und Risiken, die Kinder im Grundschulalter nur schwer überblicken. Mit der Lernsoftware "Fahrradwelt" können sie sich jetzt besser darauf vorbereiten. Die Fachgebiete "Technische Informatik" und "Technische Elementarbildung" der Universität Kassel haben sie entwickelt. Präsentiert wird sie jetzt auf der Bildungsmesse Didacta 2004 vom 9. bis 13. Februar in Köln.



Die "Fahrradwelt" wurde von den beiden Fachgebieten in mehrjähriger Entwicklungsarbeit von Pädagogen, Informatikern, Lehrern und Verkehrserziehern unter Mitwirkung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und des Rheinisch-Westfälischen TÜV (RWTÜV) unter der Projektbezeichnung RMS (Radfahren mit Multimedia-Software) erarbeitet. 630.000 Euro kamen für das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Projekts "Sichere Straße".
Ziel des RMS-Projektteams war es, die Möglichkeiten von virtuellen Lernumgebungen zu nutzen und ein Lernmedium für 8- bis 12-jährige Kinder als sinnvolle Erweiterung der bisherigen Elemente des Verkehrsunterrichts zu schaffen, mit der das Rad fahrende Kind besser auf die Anforderungen des Verkehrs vorbereitet werden kann. Die zugrundeliegende Problematik des Projekts RMS ist die Tatsache, dass trotz einer seit langem verankerten schulischen Verkehrserziehung nach wie vor viele Kinder - besonders gegen Ende der Grundschulzeit - als Radfahrer/Innen im Straßenverkehr verunglücken.


Mit der Lernsoftware "Fahrradwelt" entstand eine virtuelle Landschaft mit einer Stadt und zwei Dörfern, in der der Softwarebenutzer zusammen mit virtuellen Kindern und anderen Verkehrsteilnehmern agiert. Im Hintergrund der Software kontrolliert ein Bewertungssystem die Lernfortschritte. Die multimediale Lernsoftware bietet gegenüber den meisten anderen Medien der Verkehrserziehung stark erweiterte Möglichkeiten. In der Computersimulation agiert das Kind (inter)aktiv, trifft Entscheidungen, bekommt Rückmeldungen, variiert Entscheidungen und kann somit aus den Konsequenzen des eigenen Handelns lernen. Auf diese Weise können Kinder in einem ungefährlichen Schonraum üben, komplexe Situationen zu beherrschen. Durch die Darstellung von Bewegung und Geschwindigkeit kann die visuelle und akustische Wahrnehmung des Kindes geschult werden. Es kann das Geschehen sogar aus der Sicht anderer Verkehrsteilnehmer betrachten und durch diesen Perspektivenwechsel sein Verständnis erhöhen.

Darüber hinaus wird in der "Fahrradwelt" das Lernen - auch das Regellernen - in einen motivierenden Kontext mit vielseitiger Hilfestellung und unter Berücksichtigung unterschiedlicher individueller Lernprozesse und Lerntempi gestellt.
Eine erste Evaluation von "Fahrradwelt" durch den TÜV Rheinland im Jahr 2002 hat gezeigt, dass die Verwendung der Lernsoftware im Unterricht nicht nur größere Erfolge beim Regellernen bringt, sondern sich vor allem positiv auf das praktische Handeln in der realen Verkehrssituation auswirkt. Die Software soll daher großflächig Schulen - vor allem Grundschulen - zur Verfügung gestellt werden.

Internet: www.rms-fahrradwelt.de. mit einer Präsentation und der Möglichkeit des Bezugs des Prototyps der Lernsoftware "Fahrradwelt" zum Selbstkostenpreis.

Das RMS-Projektteam präsentiert die Lernsoftware Fahrradwelt auf der Bildungsmesse "Didacta 2004" in Köln vom 09. bis 13. Februar. (Halle 13.2, Gang: D, Nr. 058).
jb

Info
Universität Kassel
Dr. Monika Zolg
tel (0561) 804 4560/-4597
mail zolg@uni-kassel.de


Ingrid Hildebrand | idw
Weitere Informationen:
http://www.rms-fahrradwelt.de

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