Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Banken können mit dem Cash Management eine Milliarde Euro aus Kapitalbindung lösen

27.01.2004



Wieviel Geld muss in einem Geldautomaten sein? Ein neues Prognose-Tool von Siemens auf der Grundlage jüngster Erkenntnisse der Neuroinformatik - das so genannte Intelligente Cash Management - ermöglicht eine exakte Planung der Befüllungsmengen und -zeitpunkte für Geldautomaten. Transport-, Versicherungs- und Kapitalbindungsaufwände können so auf ein Minimum reduziert werden. Arbeiten die Banken mit dem nun verfügbaren Geld, können sie laut Studien verschiedener Kreditinstitute jährlich einen Gewinn von über 50 Millionen Euro erwirtschaften. Das von Siemens entwickelte Prognose-Tool hat in Vergleichstests verschiedener Kreditinstitute am besten abgeschnitten.


Ein Geldautomat enthält je nach Standort bis zu 400.000 Euro - eine Summe, die von den Kunden meistens nicht vollständig abgehoben wird. Entwickler der Siemens-Unternehmensforschung "Corporate Technology" haben eine Methode entwickelt, die genau prognostiziert, wie viel Geld in einem Automaten benötigt wird. Verglichen mit der üblicherweise deponierten Summe, ergibt sich eine Differenz zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Geld, das der Automat nie heraus gibt. Dieser scheinbar geringe Betrag ist für Banken jedoch mit erheblichen Versicherungskosten und Zinsverlusten verbunden. Ein Bankinstitut, das beispielsweise 1500 Geldautomaten betreibt, hinterlegt auf diese Weise zwischen 30 und 60 Millionen Euro ungenutzt in seinen Automaten. Lässt die Bank diese Summe für eine Verzinsung von nur fünf Prozent arbeiten, läge der zusätzliche Zinsgewinn bei jährlich 1,5 bis 3 Millionen Euro. Hinzu kommen noch etwaige Einsparungen bei Versicherungs- und Transportkosten.

Laut dem Bundesverband Deutscher Banken gibt es derzeit in ganz Deutschland 50.487 Geldautomaten. Wenn jeder Automat nur 20.000 Euro weniger enthalten würde, ergäbe dies eine Summe von über einer Milliarde Euro. Bei einer Verzinsung des Geldes mit fünf Prozent würden die deutschen Kreditinstitute jährlich einen Gesamtgewinn von rund 50 Millionen Euro machen.


"Es soll immer genügend Geld im Bankautomaten vorhanden sein, um alle Kunden zu bedienen, aber eben möglichst nicht mehr", beschreibt Dr. Hans-Georg Zimmermann von Siemens Corporate Technology die Herausforderung. Banken aus ganz Europa testen derzeit die erhältlichen Prognose-Tools. Dabei variieren auch die Anforderungen. "Manche gehen von einer festgelegten Geldsumme im Automaten aus und möchten den Zeitpunkt bestimmen, zu dem er aufgefüllt werden muss. Andere Institute füllen ihre Automaten jeweils in festen Zeitabstand auf", erklärte der Forscher. "Sie fahren zum Beispiel alle neun Tage die Automaten ab und variieren dann die Geldmenge je nach Wochentag und Saison." Unser System senkt nicht nur die Kosten für den Betrieb der Geldautomaten, sondern erhöht gleichzeitig auch die Kundenzufriedenheit, da Ausfälle aufgrund von Bargeldmangel nahezu ausgeschlossen werden können.

Dass Siemens bisher alle Vergleichsstudien im Auftrag verschiedener Banken gewonnen hat, führt Dr. Zimmermann auf die 15jährige Erfahrung des Teams von Corporate Technology mit neuronalen Netzen und der Prognose dynamischer Systeme zurück. "Für unser Cash-Management verwenden wir unsere Simulations- und Entwicklungsumgebung für Neuronale Netze (SENN), mit der wir seit langem in vielen anderen ökonomischen und industriellen Bereichen komplexe Datenanalysen durchführen. Und in einer Anforderung sind alle Kunden gleich: Sie verlangen eine prognostische Punktlandung."

Guido Weber | idw
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

Weitere Berichte zu: Automat Geldautomat Kreditinstitut Prognose-Tool Technology

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften