Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kognitiver Blick in die Zukunft

05.01.2004


Auffassungsgabe, Lernfähigkeit und logisches Denken werden traditionell als elementare menschliche Fähigkeiten betrachtet, zu denen Computer nicht in der Lage sind. In einem im Rahmen des IST-Programms geförderten Projekt wurden jetzt kognitiv arbeitende Systeme zur Verarbeitung von visuellen Daten in realistischen Situationen eingehend untersucht. Wie sich dabei zeigte, könnten diese flexiblen Hilfsmittel den Menschen bei seinen Alltagstätigkeiten beträchtlich unterstützen.



Die kognitive computergestützte Verarbeitung visueller Daten bildet einen Forschungsschwerpunkt im Zusammenhang mit der Integration und Steuerung von Bildverarbeitungssystemen, die anhand symbolischer Darstellungen in der Lage sind, Verhaltensweisen zu verstehen, zu erlernen und zu behalten. Eine typische Anwendung dieser Art wäre ein Roboter, der geschickte Fertigkeiten bei der Erledigung von häuslichen Aufgaben entwickelt, beispielsweise dem Abräumen des Tisches nach dem Abendessen. Doch selbst nach jahrzehntelangen Forschungsbemühungen fallen den Computern solche Aktivitäten noch immer sehr schwer.



Um hier zu Fortschritten zu gelangen, wurde im Projekt COGVIS intensiv an der Entwicklung fortschrittlicher Verfahren gearbeitet, mit denen Systeme zur computergestützte Verarbeitung visueller Daten (Computer-Vision-Systeme) in die Lage versetzt werden sollen, Objekte und aufgabenbezogene Ereignisse zu erkennen und zu klassifizieren. Auf diese Weise können die dabei entwickelten mobilen Helfer menschliche Verhaltensweisen imitieren und durch Interpretation dieser Verhaltensweisen schließlich auch mit ihrer Umgebung interagieren. Damit wären Roboter künftig in der Lage, beispielsweise Tassen von Tellern zu unterscheiden und in realistischen Umgebungen wie z.B. einem häuslichen Umfeld richtig zu handhaben.

Mit Unterstützung durch visuelle Informationen könnten diese Systeme Erinnerungs- und Anpassungsfunktionen entwickeln sowie ihr Erinnerungsvermögen und die Wissensrepräsentation verbessern. Zu den konkreten Ergebnisse von COGVIS gehören neue Verfahren und Techniken zur robusten Interpretation dynamischer Szenen, zum Erwerb elementarer Fertigkeiten, zum Aufbau von Modellen des jeweiligen Umfeldes und zur vollständigen dezentralen Steuerung kontinuierlich arbeitender Systeme.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Europa, die mit einer Halbierung der Zahl der Arbeitskräfte in den kommenden Jahrzehnten verbunden sein dürfte, verfolgt das Projektkonsortium das Ziel, effizientere Helfer für die Erledigung verschiedenster Arbeiten zu schaffen. Diese flexiblen Roboter können vor allem maßgeblich zur Autonomie älterer oder behinderter Menschen beitragen. Ein Beispiel dafür ist der Roboter "Baby Bot", der in der Lage ist, Anweisungen zur Herrichtung eines Abendbrottisches zu verstehen. Systeme dieser Art könnten aber auch Menschen ersetzen, wenn es darum geht, gefährliche Arbeiten zu erledigen, unzugängliche Orte zu erreichen oder sich unter rauhen Umgebungsbedingungen zu bewegen.

Kontakt:

Computational Vision and Active Perception Numerical Analysis and Computer Science
Henrik Christensen
Valhallavaegen 79, 10044 Stockholm
Tel: +46-8-7906792, Fax: -7230302
Email: hic@nada.kth.se

Henrik Christensen | ctm
Weitere Informationen:
http://cogvis.nada.kth.se/

Weitere Berichte zu: COGVIS Interpretation Roboter Verhaltensweise

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht IT-Sicherheitslösung für eingebettete Systeme
12.02.2016 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Autonome Nanosatelliten in Arbeit
10.02.2016 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen 100 Jahre nach Einsteins Vorhersage entdeckt

LIGO öffnet mit der Beobachtung kollidierender schwarzer Löcher ein neues Fenster zum Universum / Entscheidende Beiträge von Forschern der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz Universität Hannover

Zum ersten Mal haben Wissenschaftler Kräuselungen der Raumzeit, sogenannte Gravitationswellen, beobachtet, die – ausgelöst von einem Großereignis im fernen...

Im Focus: Messkampagne POLSTRACC: Starker Ozonabbau über der Arktis möglich

Die arktische Stratosphäre war in diesem Winter bisher außergewöhnlich kalt, damit sind alle Voraussetzungen für das Auftreten eines starken Ozonabbaus in den nächsten Wochen gegeben. Diesen Schluss legen erste Ergebnisse der vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierten Messkampagne POLSTRACC nahe, die seit Ende 2015 in der Arktis läuft. Eine wesentliche Rolle spielen dabei vertikal ausgedehnte polare Stratosphärenwolken, die zuletzt weite Bereiche der Arktis bedeckten: An ihrer Oberfläche finden chemische Reaktionen statt, welche den Ozonabbau beschleunigen. Diese Wolken haben die Klimaforscher nun ungewöhnlicherweise bis in den untersten Bereich der Stratosphäre beobachtet.

„Weite Bereiche der Arktis waren über einen Zeitraum von mehreren Wochen von polaren Stratosphärenwolken zwischen etwa 14 und 26 Kilometern Höhe bedeckt –...

Im Focus: AIDS-Impfstoffproduktion in Algen

Pflanzen und Mikroorganismen werden vielfältig zur Medikamentenproduktion genutzt. Die Produktion solcher Biopharmazeutika in Pflanzen nennt man auch „Molecular Pharming“. Sie ist ein stetig wachsendes Feld der Pflanzenbiotechnologie. Hauptorganismen sind vor allem Hefe und Nutzpflanzen, wie Mais und Kartoffel – Pflanzen mit einem hohen Pflege- und Platzbedarf. Forscher um Prof. Ralph Bock am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam wollen mit Hilfe von Algen ein ressourcenschonenderes System für die Herstellung von Medikamenten und Impfstoffen verfügbar machen. Die Praxistauglichkeit untersuchten sie an einem potentiellen AIDS-Impfstoff.

Die Produktion von Arzneimitteln in Pflanzen und Mikroorganismen ist nicht neu. Bereits 1982 gelang es, durch den Einsatz gentechnischer Methoden, Bakterien so...

Im Focus: Einzeller mit Durchblick: Wie Bakterien „sehen“

Ein 300 Jahre altes Rätsel der Biologie ist geknackt. Wie eine internationale Forschergruppe aus Deutschland, Großbritannien und Portugal herausgefunden hat, nutzen Cyanobakterien – weltweit vorkommende mikroskopisch kleine Einzeller – das Funktionsprinzip des Linsenauges, um Licht wahrzunehmen und sich darauf zuzubewegen. Der Schlüssel zu des Rätsels Lösung war eine Idee aus Karlsruhe: Jan Gerrit Korvink, Professor am KIT und Leiter des Instituts für Mikrostrukturtechnik (IMT) am KIT, nutzte Siliziumplatten und UV-Licht, um den Brechungsindex der Einzeller zu messen.

 

Im Focus: Production of an AIDS vaccine in algae

Today, plants and microorganisms are heavily used for the production of medicinal products. The production of biopharmaceuticals in plants, also referred to as “Molecular Pharming”, represents a continuously growing field of plant biotechnology. Preferred host organisms include yeast and crop plants, such as maize and potato – plants with high demands. With the help of a special algal strain, the research team of Prof. Ralph Bock at the Max Planck Institute of Molecular Plant Physiology in Potsdam strives to develop a more efficient and resource-saving system for the production of medicines and vaccines. They tested its practicality by synthesizing a component of a potential AIDS vaccine.

The use of plants and microorganisms to produce pharmaceuticals is nothing new. In 1982, bacteria were genetically modified to produce human insulin, a drug...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

SUMA-Kongress 2016 – Die offene Web-Gesellschaft 4.0

12.02.2016 | Veranstaltungen

Career Center deutscher Hochschulen tagen an der Europa-Universität Viadrina

12.02.2016 | Veranstaltungen

Frauen in der digitalen Arbeitswelt: Gestaltung für die IT-Branche und das Ingenieurswesen

11.02.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ultraschnelle Kontrolle von Spinströmen durch Laserlicht

12.02.2016 | Physik Astronomie

SCHOTT stellt auf der Photonics West zukunftsweisende Lösungen für die Optik vor

12.02.2016 | Messenachrichten

Große Sauerstoffquellen im Erdinneren

12.02.2016 | Geowissenschaften