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2003: Die Informationsgesellschaft wird mobil

23.12.2003


Günstige und schnelle Kommunikation via Multimediagerät



2003 hat auf dem IT-Sektor das Comeback der Computer gebracht. Vor allem dank der gesteigerten Nachfrage nach Notebooks erlebte die Branche einen überraschend reißenden Absatz. Der Boom bei Notebooks zeigte exemplarisch, wohin die Reise geht. Der Trend der Zeit heißt Mobilität. Dass diese aber nicht alles ist, bewies der Misserfolg bei Tablet-PCS. Der Markt der "Flachmänner" dümpelt immer noch vor sich hin. Einer der Gründe dafür war, dass User nicht bereit sind, zugunsten einer gesteigerten Mobilität Abstriche bei Features zu machen. Darüber hinaus war auch die wirtschaftliche Lage dafür verantwortlich, dass immer weniger in neue Geräte investiert wurde. Einige IT-Branchen konnten jedoch trotz angespannter Wirtschaftlage jubeln. Durch die verstärkte Virenzunahme verzeichneten Hersteller von Sicherheitssoftware Volumenzuwächse von über einer Mrd. Dollar.



2003 war das bisher schlimmste Virenjahr. Die Anzahl der Virenausbrüche übertraf alle bisherigen Jahre. Zum 20. Geburtstag des Computervirus stieg die Zahl der bekannten Viren auf etwa 90.000. Vor allem fünf Würmer sorgten für weltweite Panik: Slammer, Bugbear.B, Blaster, Sobit.F und Swen. Die Schäden, die von diesen Viren und Würmern angerichtet wurden, waren so groß wie noch niemals zuvor. Zu den Trends in diesem Jahr gehörte auch die Art und Weise, wie Spammer und Virenautoren zusammen arbeiteten. Früher waren Viren-Autoren Amateure, die nur zum Spaß programmierten, 2003 wurden Viren von Spammer-Gangs äußerst professionell entwickelt. Viren sind für Spammer von Nutzen, um E-Mail-Adressen zu sammeln und E-Mail-Server zum Versand von Spam-Mails einzurichten. Das Streben nach "Ruhm und Ehre" ist nach und nach betrügerischen Absichten gewichen um Kontoinformationen oder Kreditkartennummern zu ergattern. Während die "spielerische" Virenprogrammierung vom Hobby zum kriminellen Geschäft geworden ist, boomen spielerischen Zusatzfeatures hingegen beim Handy.

2003 wurde vor allem das Jahr des Mobiltelefons mit Farbdisplay und eingebauter Digitalkamera. Noch im vergangenen Jahr verfügten lediglich 16 Prozent aller verkauften Handys über Farbbildschirme, 2003 waren es bereits 38 Prozent. Angetrieben wurde dieses Wachstum von Einsteigerhandys mit multimedialen Extras. 2006 rechnen Experten mit einer deutlichen Erweiterung der 3G-Netze. Dank verbesserter TFT-Technologie, niedrigeren Preisen und verbesserter Auflösung wird der neue Service dann unschlagbar sein. Handys mit integrierten Kameras, Displays mit 65.000 Farben und polymorphe Klingeltöne haben sich ebenfalls durchgesetzt. Handy-User konnten damit, während sie über Video telefonierten, Eindrücke ihrer Umgebung vermitteln, Fotos aufnehmen und versendeten. Das Handy als Informationsmedium wird künftig zur Konkurrenz für klassische Medien. Über die bidirektionale Kommunikation und via drahtloser Internetzugänge wird sich das Handy weltweit zum Informationsmedium Nummer eins entwickeln.

Hotspots erlebten 2003 einen ungeahnten Aufschwung und zählten zu den brandaktuellen Themen. Wireless-LAN, das vorhandene Telefonleitungen nutzt, ermöglichte bis zu 200 mal schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten als mit herkömmlichen 56k-Modems. Mit diesen Lösungen können kostengünstige Breitband-Internet-Zugänge auch abseits von Ballungszentren realisiert werden. In den nächsten Jahren wird deshalb für den europäischen WLAN-Hotspot- und Breitband-Markt mit regelrechten Umsatzexplosionen gerechnet.

Derzeit gibt es weltweit etwa 55 Mio. DSL-Anschlüsse. In den letzten zwölf Monaten stieg die Zahl der Breitband-User um 80 Prozent und soll gegen Jahresende die 60-Millionen-Grenze erreichen. Auch von der EU wurde die Überwindung der Breitbandkluft immer deutlicher gefordert und zu lokalen und regionalen Breitbandinitiativen aufgefordert. Die Entwicklung einer zukünftigen Wissens- und Informationsgesellschaft soll durch die Breitband-Technologie gefördert und beschleunigt werden.

Die Nachfrage nach frei verfügbarer Software ist seit Linux weltweit gestiegen. Im Unternehmensbereich war das Interesse an alternativer, freier Software besonders groß. Open-Source wurde zu einer ernsthaften Konkurrenz für die Windows-Welt. In immer mehr Ländern forderten Pro-Linux-Gesetze dazu auf, bei Neuanschaffungen den Kauf von Open-Source-Software zu erwägen. Vor allem im Bildungsbereich, bei Regierungen und für Klein- und Mittelbetrieben wurde Open-Source interessanter, weil dadurch Lizenzkosten eingespart werden können. 2003 war nicht nur bei der Wahl der Software ein Umschwung zu verzeichnen, auch bei den Speichermedien verdrängten digitale immer mehr die analogen.

Signifikante Änderungen gibt es in der Unterhaltungs-Elektronik: Wurden Filme früher auf VHS-Kassetten gespeichert, waren dieses Jahr verstärkt DVDs oder Festplatten im Einsatz. Viele überlegten und beschlossen den Kauf digitaler Video-Rekorder. Wie vor etwa acht Jahren, als die CD die Vinylplatte verdrängte, dürfte nun auch bald die letzte Stunde der Videokassette geschlagen haben.

Der Röhrenbildschirm gilt mittlerweile als Auslaufmodell. Elektronikkonzerne rechnen deshalb mit einer steigenden Nachfrage bei LCD-Screens und haben ihre Produktion sukzessive auf die Herstellung von LCD- oder Plasma-Panels umgestellt. Neben Sony und Samsung planen auch Motorola, Casio, Hewlett-Packard, Hyundai ImageQuest neue Fertigungsstätten für LCD-, LCD-TV- und Plasma-Bildschirme. In diesen neuen Produktionsstätten werden jedoch nicht nur Screens für Monitore sondern auch Farbdisplays für Handys hergestellt.

Wilhelm Bauer | pressetext.austria

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