Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welchen Geschäftswert hat IT?

12.12.2003


Fraunhofer ISST entwickelt erste Standardmethode für die Informationstechnologie



Welche strategische Bedeutung hat die Informationstechnologie (IT) für Unternehmen? Wie ist ihr Geschäftswert zu beurteilen? Über diese Frage wird aktuell in der Wirtschaft heiß diskutiert. Dabei sind sich die Experten überwiegend einig: Obwohl IT mittlerweile für alle Unternehmen erschwinglich und leicht verfügbar wurde, bestimmt sie unverändert als strategischer, wettbewerbsrelevanter Faktor den Wert von Unternehmen.



Allerdings hatte man hier bislang mit einer Problematik zu kämpfen: Um komplexe - aus Hard- und Softwarekomponenten bestehende - informationstechnische Infrastrukturen von Unternehmen angemessen zu beurteilen, fehlte es an anerkannten Verfahren. Der Absturz der New Economy, die sich wie keine Branche zuvor auf die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie stützte, machte dies mehr als deutlich: Hier erhielten im Vorfeld von Börsengängen frisch gegründete Unternehmen Fabel-Bewertungen, die sich allein auf das visionäre Potenzial von Business Plänen und Geschäftsmodellen stützten. Die angewandten Verfahren taugten - wie uns die Erfahrungen der letzten Jahre leider zeigten - in keiner Weise, um den tatsächlichen Geschäftswert von Informationstechnologie für ein Unternehmen zu evaluieren.

Die IT-Experten vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Berlin haben sich dieser Aufgabe verschrieben. Sie entwickelten eine wissenschaftlich fundierte Methodik, die den "Business Value" erfasst, also den konkreten geschäftlichen Nutzen, der sich durch den Einsatz von IT erzielen lässt. Dabei konnten sie auf ihre langjährige Expertise auf diesem Gebiet zurückgreifen: So führten die Wissenschaftler im Auftrag von Banken, Venture Capital-Gebern und anderen Finanzinstitutionen zahlreiche IT-Evaluations-Projekte durch. Ziel war es, das Risiko geplanter finanzieller Transaktionen zu bewerten.

Entstanden ist eine Methode, die sich pragmatisch "IT Evaluation Management (ITEM)" nennt. ITEM ermöglicht die technische Bewertung von Software aus unternehmerischer und betriebswirtschaftlicher Sicht im Sinne einer "Technical Due Diligence"* . Dazu der Leiter des Fraunhofer ISST Prof. Dr. Herbert Weber: "Wir beobachten derzeit, dass der strategische Stellenwert der IT für die Unternehmen vielerorts in Frage gestellt wird. Mehr denn je geht es heute um die Frage, welchen konkreten Beitrag die IT-Ausstattung für das Geschäft und die Unternehmensziele liefert."

Der ISST-Chef ist daher überzeugt, dass "die IT-Evaluierung in Zukunft ein fester Bestandteil von Investitionsentscheidungen sein wird". Mit ITEM werden Unternehmer in die Lage versetzt, IT-Investitionen zielgenau und kostenoptimal in Hinblick auf ihre geschäftlichen Ziele zu treffen.

Mit ITEM lassen sich beispielsweise folgende konkrete Fragestellungen klären: Welcher IT-Anbieter ist ein geeigneter Partner für mein Unternehmen; wie steht es um die Zukunftsfähigkeit eines IT-Produkts; wie gut erfüllt die vorhandene IT die Anforderungen des Unternehmens; wie und wo entfalten IT-Investitionen ihren geschäftlichen Nutzen; wie effektiv und wirtschaftlich sind IT-Produktion und Entwicklung?

Mit dieser Bandbreite der Leistungserhebung unterstützt ITEM Entscheidungen in zahlreichen Geschäftsbereichen: Es ist ein Tool zur Unterstützung von Mergers & Acquisitions, Joint Ventures/Partnerschaften und Outsourcing-Fragen. Es ist hilfreich bei der Finanzierung für IT-Unternehmen, zum Beispiel bei Börsengängen und monetären Bewertungen, sowie für Projekt-, Produkt- und Infrastrukturprüfungen.


*Analog der betriebswirtschaftlichen Methodik der "Due Diligence", mit der Wirtschaftsprüfer im Vorfeld von Transaktionen die finanziellen, rechtlichen und personalwirtschaftlichen Aspekte in einem Unternehmen bewerten. Hier existieren bereits seit längerem etablierte Standarddienstleistungen am Markt.

Kontakt:
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
Prof. Dr. Herbert Weber
Telefon: 0 30/2 43 06-1 01
E-Mail: Herbert.Weber@isst.fraunhofer.de

Fraunhofer ISST
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ines Jansky
Telefon: 0 30/2 43 06-2 00
E-Mail: Ines Jansky@isst.fraunhofer.de

Ines Jansky | idw
Weitere Informationen:
http://www.innovations-report.de/html/profile/profil-164.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik