Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Igor, geh Fehler suchen! - Neuer Internetdienst "AskIgor"

20.11.2003


Ihr Programm funktioniert nicht? Der Internetdienst "AskIgor" findet automatisch heraus, warum



Forscher der Universität des Saarlandes haben einen Internetdienst gestartet, der Fehlerursachen von Computerprogrammen ermittelt - automatisch, schnell und kostenlos. Unter www.AskIgor.org können Programmierer fehlerhafte Linux-Programme einreichen; Diagnose-Werkzeuge für Windows- und Java-Programme sind in Entwicklung.



Fehler in Computerprogrammen verursachen Schäden in Milliardenhöhe - jüngstes Beispiel: die Lkw-Maut. Laut einer Studie des US-Wirtschaftsministeriums könnten verbesserte Verfahren zur Fehlersuche allein in den USA jährlich 22.5 Milliarden US$ (etwa 19 Milliarden Euro) an Schäden vermeiden.

Unter Leitung von Informatik-Professor Dr. Andreas Zeller hat eine Forschergruppe der Universität des Saarlandes nun einen neuen Internetdienst gestartet, der Ursachen von Programmfehlern automatisch, schnell und kostenlos feststellt. Bei www.AskIgor.org (Frag Igor) können Anwender ab sofort fehlerhafte Programme einreichen, die Fehlerdiagnose folgt nach wenigen Minuten.

Und so funktioniert das Verfahren: Igor vergleicht zwei Programmläufe miteinander - einen, bei dem das Programm korrekt arbeitet, und einen, bei dem das Programm fehlschlägt. Durch systematische Suche und immer neue Testläufe entdeckt das weltweit einmalige Verfahren schließlich den relevanten Unterschied im Programmablauf, die eigentliche Fehlerursache.

In der Startphase konzentriert sich Igor ganz auf Linux-Programme; nächstes Jahr wird die Technik auf Windows- und Java-Programme erweitert und um vollautomatische Reparaturvorschläge ergänzt.

Die ersten Forschungsergebnisse hat Prof. Zeller vor einem Jahr vorgestellt. Unter www.AskIgor.org macht er seinen Fehlersuch-Prototyp jetzt für jedermann verfügbar. Warum er das System Igor genannt hat? "Igor ist der Diener in Frankenstein-Filmen", so Prof. Zeller. "Frankenstein plant, und Igor macht die Arbeit - Igor, geh Fehler suchen!"

Andreas Zeller ist Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes. Dort erforscht er neue Verfahren zur Analyse von Programmen und Software-Entwicklungs-prozessen. Er studierte 1984-1991 Informatik an der Technischen Universität Darmstadt, promovierte 1991-1997 bei Prof. Dr. Gregor Snelting an der Technischen Universität Braunschweig und war 1998-2001 als Hochschulassistent an der Universität Passau tätig. Seit 2001 lehrt und forscht Prof. Zeller in Saarbrücken.

Zellers Arbeiten zur automatischen Fehlersuche wurden mit dem Ernst-Denert-Preis für Software Engineering, dem ACM SIGSOFT Distinguished Paper Award und dem Eclipse Innovation Award von IBM ausgezeichnet. Zu seinen aktuellen Forschungsthemen gehören außer der Automatischen Fehlersuche die Experimentelle Programmanalyse, Software-Evolutionsmuster, Selbstheilende Programme und das Aufspüren von Sicherheitslücken.


Der Lehrstuhl für Softwaretechnik im Internet:
http://www.st.cs.uni-sb.de/


Sie haben Fragen?
Bitte wenden Sie sich an: Prof. Dr. Andreas Zeller, Universität des Saarlandes, Lehrstuhl für Softwaretechnik, Tel.: 0681/302-64011, Fax: 0681/302-64012, E-Mail: zeller@cs.uni-sb.de.
Unter www.AskIgor.org/press stehen Bilder und weitere Informationen bereit.


Hochschul-Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.AskIgor.org
http://www.st.cs.uni-sb.de/
http://www.st.cs.uni-sb.de/askigor/press

Weitere Berichte zu: Fehlersuche Internetdienst Linux-Programm Softwaretechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics