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Geschwindigkeitsrekord bei DVD+R Recording

17.11.2003


16 mal schneller Daten schreiben als normale Video DVDs abspielen




In einem Forschungslabor in den Niederlanden führte Philips die schnellste jemals erreichte Aufnahmegeschwindigkeit einer beschreibbaren DVD (DVD+R) durch. Das System kann sechzehnmal schneller Daten schreiben (’16x’) als normale Video-DVDs abspielen können. Damit ist es möglich, eine komplette DVD+R mit Video- oder anderen Daten in weniger als 6 Minuten zu brennen - eine bisher einzigartige Leistung eines DVD- Recording Systems. Im November wurden die Ergebnisse beim International Symposium on Optical Memory (ISOM) in Japan präsentiert und mit dem Best Poster Award ausgezeichnet. Die Philips Technologie wird die Grundlage für den 16x DVD+R Aufnahmestandard bilden, der 2004 von der DVD+RW-Allianz definiert wird.



Einen Schwerpunkt in der Realisierung und Durchführung solcher hohen Aufnahmegeschwindigkeiten bildet die Entwicklung einer optimierten ’Schreib-Strategie’ - das Timing und die Stärke der Laserimpulse müssen derart gut abgestimmt sein, dass Markierungen (die für digitale Nullen und Einsen stehen) mit der korrekten Länge auf der organischen Beschichtung, welche die aktive Schicht der beschreibbaren DVD bildet, geschaffen werden. Dies problemlos durchzuführen wird mit zunehmender Aufnahmegeschwindigkeit immer schwieriger, weil damit auch die Zeit, in der die Markierungsstelle aufgeheizt und abgekühlt wird, immer kürzer wird. Eine herausfordernde Aufgabe für die Philips Forscher, die eine höchst effiziente Schreibstrategie entwickeln konnten. Das neue System führt nicht nur zu exakten Aufnahmeresultaten, sondern benötigt außerdem nur eine begrenzte Anzahl an Parametern, um diese Strategie zu verwirklichen. Dies erlaubt Laufwerksherstellern eine einfache Implementierung des Algorithmus.

Um Aufnahmen in 16x Geschwindigkeit möglich zu machen, verbesserte man auch den Recorder-Aufbau. Als schwierig erwies sich vor allem die Gestaltung eines präzisen und stabilen Systems für die Abtastung, um den Laserstrahl an der richtige Stelle auf der Disc zu bündeln. Anspruchsvoll war außerdem die Entwicklung schneller Laser-Regelelektronik, die mit 420 MHz bei einer 16x DVD Geschwindigkeit läuft. Um die erforderliche Aufnahmeleistung zu erreichen, wurde ein Prototyp eines leistungsstarken Lasers verwendet.

Die Ergebnisse kennzeichnen einen wichtigen Schritt im Wettbewerb um die verschiedenen DVD-Standards. Allgemein anerkannt ist, dass die nun erreichte Aufnahmegeschwindigkeit am technischen Limit, welches durch die höchste sichere Rotationsgeschwindigkeit der Polycarbonatscheiben bestimmt wird, liegt. Eine noch höhere Geschwindigkeit würde so viel Energie beanspruchen, dass die Scheibe in Resonanz geraten und schließlich brechen würde. Bei der nun erreichten 16x Aufnahmegeschwindigkeit macht eine Disc 180 Drehungen pro Sekunde, dies entspricht einer linearen Geschwindigkeit von 56 Meter pro Sekunde (über 200 km/h). Die notwendige hohe Präzision stellt bei diesen Geschwindigkeiten eine zusätzliche Herausforderung dar, werden doch die Markierungen mit einer Präzision von weniger als 0,05 Mikrometer gebrannt.

Beate McGinn | Philips Austria GmbH
Weitere Informationen:
http://www.philips.at

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