Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Biometrie verändert ihr Gesicht

04.11.2003


Die Biometrie, ein aufstrebendes Gebiet der Technologie, ist eine elegante Lösung zur Implementierung sicherheitsempfindlicher Zugänge. Biometrie-Anwendungen könnten die heute üblichen Sicherungsverfahren wie beispielsweise Kennwörter oder Erkennungszeichen, vollständig überflüssig machen.



Die Biometrie ist ein Verfahren zur Identifikation einer Person anhand ihrer eigenen physiologischen Merkmale wie der Iris, ihrer Fingerabdrücke, ihres Gesichts und ihrer Stimme. In praktischen Biometrie-Anwendungen werden die physiologischen Merkmale einer Person von einem Algorithmus in Daten übersetzt, die in einer Datenbank gespeichert werden. Wenn diese Person anschließend identifiziert werden muss, werden ihre individuellen Merkmale, nachdem sie vom selben Algorithmus registriert und in einen Code umgesetzt wurden, zur Überprüfung ihrer Echtheit mit den anderen Codes in der Datenbank verglichen.



Im Projekt U-FACE, gefördert im Rahmen des IST-Programms der Europäischen Kommission, wurde unter Anwendung der Gesichtsbiometrie ein innovatives Zugangs-Kontrollverfahren entwickelt. Das System basiert auf einer Digitalkamera, die das menschliche Gesicht abtastet und aus diesen Signalen die nötigen Bilddaten erzeugt. Diese Daten werden von einer ausgeklügelten Software mit zuvor gespeicherten autorisierten Gesichtsdaten verglichen. Bei Übereinstimmung beider Datensätze gibt das System den Zugang frei. Als ergänzende Sicherheitsmaßnahmen, die das System noch leistungsfähiger machen, sind ein Kennwort und eine Chipkarte notwendig, auf der die digitalisierten Gesichtsdaten gespeichert sind.

Das System wurde in der medizinischen Praxis und in einem Verlagshaus getestet und lieferte in beiden Fällen extrem vielversprechende Ergebnisse. Die Gesichtserkennung erwies sich als attraktive Lösung, da es sich um ein natürliches und leicht handhabbares Verfahren handelt, dem die künftigen Benutzer weniger Abneigung entgegenbringen dürften als anderen biometrischen Verfahren wie etwa der Fingerabdruck- oder Iriserkennung. Allerdings unterliegt es gewissen Einschränkungen im Hinblick auf die Bildqualität und auf Probleme, die durch Veränderungen des Gesichts wie z.B. durch Make-up, Brillengläser oder Frisuren entstehen. In dieser Richtung wurden auch statistische Modelle für das Gesichtserscheinungsbild entwickelt, die eine Synthese einer unbegrenzten Zahl unterschiedlicher Gesichter auf der Grundlage möglicher Gesichtsveränderungen zulassen.

Das Anwendungsprogramm kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, in denen eine sichere Authentifizierung gewährleistet sein muss. Typische Beispiele sind die Finanzdienstleistungsbranche und die Gesundheitsfürsorge, wo mit höchst sensiblen Daten umgegangen wird. Denkbar wäre aber auch ein Einsatz zur Authentifizierung von Kandidaten, die im Rahmen einer E-Learning-Ausbildung an Online-Prüfungen teilnehmen, oder sogar in der Einwanderungskontrolle. Faszinierend ist aber heute schon eine Anwendung der U-FACE-Techniken, die den Gesichtern von Personen in Computerspielen ein lebensechteres und damit überzeugenderes Aussehen verleiht.

Kontakt:

Tim Cootes
The University of Manchester
Imaging Science and Biomedical Engineering
M13 9PT Manchester, United Kingdom
Tel: +44-161-2755-146, Fax: -145
Email: t.cootes@man.ac.uk

Tim Cootes | ctm
Weitere Informationen:
http://www.man.ac.uk

Weitere Berichte zu: Algorithmus Authentifizierung Biometrie Biometrie-Anwendung Code

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Klick-Tagebuch: App-Projekt der HdM erlaubt neuen Ansatz in Entwicklungsforschung
11.01.2017 | Hochschule der Medien Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie