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Elektronische Echtzeit-Übersetzung gesprochener Texte

21.10.2003


Eine der kniffligsten Herausforderungen, vor denen die kulturübergreifende Kommerzialisierung steht, ist die Sprachbarriere. Um diesem Problem zu Leibe zu rücken, wurde in einem von der EU finanzierten Projekt zusammen mit einem in Amerika ansässigen Entwickler ein multilinguales Übersetzungssystem für E-Commerce-Anwendungen geschaffen.



Die Projektziele lauteten, mehrsprachige und multimodale Verhandlungen im E-Commerce und E-Service auf der Basis eines Direktübersetzungssystems zu unterstützen. Dieses Projekt, besser bekannt unter dem Akronym NESPOLE (Negotiating through SPOken Language in E-commerce), soll außerdem Multimedia-Präsentationen, gemeinsam genutzte Kooperationsräume und multimodale Interaktionen ermöglichen.



Das resultierende NESPOLE-Interlinguasystem erzeugt Übersetzungen, indem es die Quellsprachentexte analysiert, diese in eine Interlingua-Darstellungsform übersetzt und daraus entsprechend dem Zuhörer ein Sprachformat in der Zielsprache erzeugt. Damit dieser dreistufige Prozess robust und zuverlässig abläuft, mussten die Entwickler dafür sorgen, dass alle umgangssprachlichen Unzulänglichkeiten ausgefiltert werden können, so dass sich eine klare und schlüssige Reproduktion der gesprochenen Texte ergibt.

Im NESPOLE-Projekt wurden vier elementare Zielsetzungen festgelegt, unter anderem die Fähigkeit, auch Sprachunterbrechungen, Korrekturen und Wiederholen zu verarbeiten, die Möglichkeit für eine effiziente Erweiterung des Funktionsbereichs und die Sicherstellung der Portierbarkeit über verschiedene Anwendungsbereiche hinweg. Außerdem musste das System Multimedia- und Multimodal-Funktionen aufweisen, um in der Lage zu sein, Verhandlungen mittels Integration und Interaktion während der gesprochenen Kommunikation zu unterstützen.

Die gegenwärtige Interlingua-Entwicklung, die als Interchange-Format (IF) bezeichnet wird, eignet sich stärker für aufgabenorientierte Sprachen in großen Funktionsbereichen. Die Darstellung in IF besteht aus vier Komponenten, nämlich einem Sprecher-Tag, einer Gesprächsfunktion, einer Konzeptliste und einer Liste mit Argument-Wertepaaren. Dermkompinierte Betrieb dieser Komponenten erleichtert die Schaffung eines aufgabenorientierten Funktionsbereichs, der Informationen wie z.B. Grüße oder Dankbarkeitsbekundungen zu liefern.

Der Funktionsbereich selbst verfügt über 8.000 IF-markierte Sätze in fünf Sprachen. Etwa 800 von ihnen werden verwendet, wobei ganze 50 davon 65 Prozent der Sätze abdecken. Während der laufenden Entwicklung des Übersetzungssystems haben sich zusätzliche Partnergruppen aus Japan, Korea und China dem Projekt angeschlossen, und die Entwickler sind überzeugt, dass diese neuen Partner in künftige Übersetzungsprojekte eingebunden werden können.

Kontakt:

Dr. Fabio Pianesi
ITC-irst
Trento, Italien
Tel: +39-0461-314570
Fax: +39-0461-314591
Email: pianesi@itc.it

Dr. Fabio Pianesi | ctm
Weitere Informationen:
http://www.itc.it

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