Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lautsprecher mit Internetadresse

13.10.2003


Im Kabelsalat einer professionellen Beschallungsanlage kann man sich leicht verheddern, wenn die angeschlossenen Geräte umkonfiguriert werden sollen. Sind Mikros und Lautsprecher jedoch Teil eines Netzwerks, genügen Mausklicks, um für den richtigen Ton zu sorgen.



Die Tonanlage eines großen Kongresszentrums, eines Bahnhofs oder eines Theaters gleicht einem weit verzweigten Spinnennetz: Dutzende Mikrofone und Lautsprecher sind über Kilometer von Kabeln fest miteinander verbunden. Will man die Konfiguration der Geräte ändern, bedarf es im Idealfall einiger Griffe am Mischpult, im schlimmsten Fall der Hilfe eines Technikers. "Bei herkömmlichen Systemen laufen die einzelnen Stränge in einem großen Schaltschrank zusammen und sind gruppenweise miteinander verdrahtet", erklärt Philipp Hünerberg vom Competence Center for Advanced Network Technologies and Systems CATS am Berliner Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS. Abhilfe kann da das System IPcom schaffen, das auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung vorgestellt wurde.



Mikrofone und Lautsprecher sind bei IPcom Bestandteile eines Netzwerks und werden flexibel per Internetprotokoll (IP) miteinander verbunden. Über eine PC-Oberfläche lassen sich die einzelnen Bestandteile des Netzwerks per Mausklick beliebig miteinander verschalten. Die Datenübertragung des Audiosignals erfolgt als MP3-Datenstrom über ein Standard-Ethernet. Bis zu 500 Audioübertragungen gleichzeitig sind im IPcom-Netz möglich. Dank des verwendeten Internetprotokolls kann das System leicht in vorhandene Netzwerke integriert werden. Die Fraunhofer-Forscher sehen für das System eine Vielzahl von Anwendungen voraus: "Der Einsatz von IPcom ist überall dort sinnvoll, wo eine ortsabhängige Informationsverteilung erfolgen soll, etwa auf Bahnhöfen, Flughäfen oder im Krankenhaus", sagt Philipp Hünerberg.

Über die netzbasierte Beschallungsanlage können sogar einzelne Personen angesprochen werden, die dazu lokalisiert werden müssen. Grundlage für eine solche Follow-Me-Anwendung ist ein kleiner Anhänger, den sich beispielsweise ein Konferenzteilnehmer wie ein Namensschild anheftet. Die Marke (Badge) wird per Infrarot geortet und sendet die Daten seines Trägers an eine Zentrale. Bewegt sich die Person durch das Tagungszentrum, überträgt nur der jeweils am nächsten gelegene Lautsprecher eine individuelle Durchsage. Andere Teilnehmer hören nichts und werden nicht belästigt. Eine Vision für die zukünftige Verwendung solcher Badges hat Dr. Peter Gober vom FOKUS: "Man könnte sie beispielsweise in Fahrkarten integrieren und so Reisende eines bestimmten Zuges individuell auf dem Bahnhof informieren." Der Produktvertrieb von IPcom erfolgt über die ivistar Kommunikationssysteme AG, eine Ausgründung des FOKUS.

Ansprechpartner: Dr. Peter Gober, Tel. 030 / 3463-7347, Fax -8347, gober@fokus.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Philipp Hünerberg, Tel. 030 / 3463-7165, Fax -8165, p.huenerberg@fokus.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de/cats
http://www.ivistar.de/html_version
http://www.fraunhofer.de/mediendienst

Weitere Berichte zu: IPcom Kommunikationssystem Lautsprecher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der steile Aufstieg der Berner Alpen

24.03.2017 | Geowissenschaften

Stadtplanung im Klimawandel: HafenCity Universität Hamburg entwickelt Empfehlungen

24.03.2017 | Architektur Bauwesen

Ultradünne CIGSE-Solarzellen: Nanostrukturen steigern den Wirkungsgrad

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie