Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Sicherheit für Chipkarten-Informationen

08.10.2003


Die Sicherheit für Chipkarten der dritten Generation entwickelt sich angesichts des immer heftiger werdenden Kampfes gegen Kartenbetrug exponentiell. Gegenwärtig beschäftigen sich die Chipkartenentwickler mit der Schaffung von elektronischen Scheckbuch- und Autorisierungssystemen mit zusätzlichen Vorteilen, die sich aus einer verringerten Leistungsaufnahme und geringeren leistungsabhängigen Informationsverlusten ergeben.



Eines der vielen integrierten Bauelemente der Chipkartentechnologie ist der Mikroprozessor, auf dem die digitalen Informationen über den Karteninhaber sein Konto gespeichert sind. Entwickler in Frankreich haben jetzt einen neuen Mikrochip auf der Grundlage der SmartMIPS-Architektur hergestellt, die eine Kombination aus der Dual-Rail-Technologie mit der RTZ-Asynchrontechnologie bildet und das unberechtigte Lesen von Karteninformationen stark erschwert.



Zunächst einmal testeten die Entwickler den XAP-Mikroprozessor, eine Kombination aus den Technologien SyncXAP (herkömmliche getaktete Schaltung) und SecXAP (Dual-Rail-RTZ-Asynchronschaltung), die von der Universität Cambridge entwickelt wurden. Als nächstes nahmen die Entwickler einen auf dem SmartMIPS-Konzept basierenden zweiten Chip, den sie zu Vergleichszwecken vier Manipulationstechniken aussetzten. Die dabei gewonnenen Ergebnisse wurden anschließend analysiert.

Die vier Manipulationstests waren die Leistungsanalyse, die elektromagnetische Analyse, die Licht- bzw. Laser-Fehlerinjektion und die Einprägung von Transienten in die Betriebsspannung. Dem XAP-Mikroprozessor konnten durch Hamming-gewichtete Schwankungen des elektrischen Stromes Informationen entnommen werden, was eine Schwäche seines SecXAP-Mikroprozessors erkennen ließ und unerwünschte Ausgaben des Speicherinhalts verursachte. Der Hauptgrund für diese Datenausgabe war, wie sich zeigte, die ungleichmäßige und unsymmetrische Länge der von den Positionierungs- und Routing-Werkzeugen hergestellten Drahtverbindungen.

Der zweite getestete Chip zeigte eine in der Größenordnung von 20 Dezibel niedrigere Leistungsabhängigkeit und eine geringere Intensität der Hamming-gewichteten Informationsabgabe. Nach Überzeugung der Entwickler wurde diese Differenz durch die Verwendung unterschiedlicher Multiplizierer - nämlich der SyncMDU (einer normal getakteten Multiplizierer-Einheit) und der AsyncMDU (einer asynchronen Sicherheits-Multiplizierer-Einheit) erzielt.

Die Entwickler glauben außerdem, dass mit geeigneten Design-Tools oder mit sorgfältig aufgebauten Spezialchips die Gefahr einer unberechtigten Informationsentnahme noch weiter gesenkt werden kann. Außerdem, so die Folgerung der Entwickler, bedeuten derartige Schwächen im Design, dass ein Schutz von Mikrochips alles andere als einfach ist und somit noch viel Potenzial für künftige Verbesserungen in der Chipkarten-Technologie besteht.

Kontaktangaben:

Jacques Fournier
Gemplus
Avenue du Jujubier, ZI Athélia IV
13705 La Ciotat Cédex, France
Tel: +33-4-423-63093, Fax: -65792
Email: jacques.fournier@gemplus.com

Jacques Fournier | ctm
Weitere Informationen:
http://www.gemplus.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

nachricht Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix
18.09.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik